ErneuerPark

Die Idee

Hintergrund

Wir  leben in einer Zeit zur Neige gehender Rohstoffe. Die bisherige Art der Energiegewinnung hat fatale Auswirkungen auf die Umwelt und trägt zum Klimawandel bei. Der ländliche Raum steht vor völlig neuen Herausforderungen. Der demographische Wandel und die zunehmende Abwanderung junger Familien in die Städte und Ballungszentren, stellen für viele Gemeinden große Probleme dar. Der Zugriff auf Energie ist zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Erst wenn Energie nicht mehr zur Verfügung stünde, würde uns ihre Bedeutung bewusst. Doch gerade der Energiehunger der Ballungszentren bietet dem ländlichen Raum großartige Chancen für die Zukunft! Hierzu ist es notwendig dem Thema Regenerative Energien ein Forum zu bieten, um Wissen, Erfahrung und Akzeptanz in der Bevölkerung zu schaffen.

Idee

Die Antwort hierauf ist der ErneuerPark – ein Konzept, welches dem Besucher die verschiedenen Formen der Regenerativen Energien nahe bringt. Hierzu werden an verschiedenen Standorten, für die einzelnen Energieformen, Vorschläge zur Umsetzung erarbeitet.

Umsetzung

Die effiziente Nutzung einer regenerativen Energiequelle hängt von verschiedenen Faktoren ab. Um ein Windrad erfolgreich zu betreiben ist es notwendig, einen Standort zu finden, der die notwendigen Windgeschwindigkeiten aufweist. Außerdem müssen die gesetzlichen Vorgaben, wie Mindestabstände zu Wohngebieten, eingehalten werden. Bei der Nutzung der Solarenergie ist die Anzahl der Sonnenstunden entscheidend. Diese sind von der Ausrichtung, Neigung und Abschattung abhängig. Leistungsstarke Technologien, wie die Geoinformation, helfen dabei, geeignete Standorte zu finden. Damit bildet sie die Grundlage, zur Analyse und Darstellung der Ergebnisse

Das Projektgebiet

Der ErneuerPark befindet sich im Verbandsgebiet von SPESSARTregional im Main-Kinzig-Kreis. Die Energiestationen erstrecken sich von Wächtersbach über Steinau a.d. Straße bis nach Jossgrund. Die Gründe, die zu der Entscheidung führten das Projekt in den Main-Kinzig-Kreis zu bringen, Attraktion der Erneuerbaren Energien lagen nach einem Auswahlverfahren auf der Hand. Im Westen ist der Main-Kinzig-Kreis Teil des Ballungsraumes Rhein-Main und im Osten weist der Landkreis einen ländlichen Charakter auf. Daher ist er für die Vision des ErneuerPark prädestiniert.

BioEnergie

Südlich von Steinau a.d. Straße direkt am Freizeitpark Steinau gelegen ist die Errichtung einer touristisch nutz­baren Kurzumtriebsplantage geplant. Auf einer Fläche von 5ha soll neben schnellwachsenden Baumarten wie Weide, Pappel und Robinie ein Aben­teuerspielplatz für Kinder entstehen. Im Zentrum der KUP entsteht ein Ruheplatz mit Bänken und Informa­tionstafeln von dem Pfade ausgehen die ein Erkunden des „Dschungels“ ermöglichen.

Der Ort Bellings, öst­lich von Steinau gelegen, eignet sich mit seinen 800 Einwohnern und kleinem Ortsgebiet gut zur Wärmeversorgung über ein Nahwärmenetz welches durchein zentrales Holzheizwerk gespeist wird. Die dafür benötigten Holzhackschnitzel sollen etwa 1km südlich von Bellings auf einer Fläche von ca. 20ha angebaut werden. Dies ermöglicht kurze Wege und eine ei­genständige Versorgung mit Wärme für die Einwohner von Bellings. Als weitere Attraktion insbesondere für die „Kleinen“ ist die saisonale Ge­staltung eines Maislabyrinths, eben­falls am Freizeitpark Steinau gelegen, vorgesehen.

SolarEnergie

An einem Streckenabschnitt der A66 zwischen Bad Soden-Salmünster und Steinau a.d. Straße soll ein 4800m langer und 30m breiter Streifen der Autobahn mit einem Solardach ver­sehen werden.Das Dach verfügt über eine Fläche von 14,4ha. Das ist ausreichend um den Jahrestrombedarf von mehr als 2000 Personen zu decken. Tafeln an der Einfahrt des Tunnels sollen über die aktuelle Stromerzeu­gung und die Gesamtstromerzeu­gung seit Installation informieren.

Weiter südlich, nähe Jossgrund, soll eine solare Streuobstwiese und ein Solarlabyrinth entstehen. Um dem ursprünglichen Landschaftsbild die­ser Region zu entsprechen werden Solarbäume mit echten Obstbäumen kombiniert. Dies soll dem Besucher zeigen, welche Möglichkeiten es ab­seits der bekannten Solartechniken gibt. Das Solarlabyrinth führt den Besu­cher vorbei an modernen Solarpanels durch die er sich seinen Weg zum zentralen Platz des Labyrinths su­chen muss. Dort befindet sich eine Anzeigetafel die über den Stand der Energieproduktion Auskunft gibt.

WasserEnergie

Die Kinzigtalsperre liegt zwischen Bad Soden-Salmünster und Steinau an der Straße und wurde zwischen 1976 und 1982 gebaut. Der Stau­damm hat eine Höhe von 14m und die gesamte Oberfläche des Gewäs­sers beträgt ca. 70ha. Seit 1982 wird die Energie des aufgestauten Wassers zur Stromerzeugung genutzt. Der künstlich geschaffene See ist heu­te ein beliebter Anlaufpunkt zur Nah­erholung. Die grünen Wiesen rund um das Ge­wässer laden zum Verweilen ein.

Die­jenigen die es etwas aktiver mögen können auf dem 6km langen Rund­weg um den Stausee erholsame Spa­ziergänge oder Radtouren unterneh­men. In den Sommermonaten stehen Tret- und Ruderboote zum Verleih zur Verfügung die zum Entspannen auf dem Wasser einladen. Die Wasseroberfläche der Kinzigtal­Sperre soll auf einer Fläche von 2,2 ha mit schwimmenden Photovoltaik- Modulen besetzt werden. Dadurch können 2.640 MWh Strom pro Jahr erzeugt werden. Die Module werden so angeordnet, dass eine Art Solar- Rundweg entsteht, durch den man mit den Tret – und Ruderbooten fahren kann.

Außerdem besteht die Möglichkeit die Elektroboote, mit Solarenergie zu versorgen und zum Verleih anzubieten.Ein besonderes Anliegen ist es, den touristischen Wert des Sees zu stei­gern. Aus diesem Grund soll der vor­handene Steg verlängert werden und an eine überdachte Wasserbühne an­schließen. Diese soll die Möglichkeit eröffnen, Veranstaltungen wie etwa kleinere Konzerte, auf dem Wasser abzuhalten. Das Dach der Bühne wird dem Konzept des ErneuerParks entsprechend, zur Erzeugung von Solarstrom dienen.

WindEnergie

Windkraftanlagen sind laut, werfen einen langen Schatten und verspar­geln die Landschaft. So oder so ähn­lich lauten die gängigen Vorurteile die dieser Technik anhaften. Das die Anlagen in den letzten Jah­ren einen enormen technischen Fortschritt zu verzeichnen hatten, Geräuschentwicklung z.B. auf ein Minimum reduziert wurde geht da­bei oft unter. Die Genehmigungs­verfahren sind so umfangreich, die Auflagen so weitsichtig, dass nie­mand fürchten muss ein Windrad in seinen Garten gestellt zu bekommen. Von der Leistung können wir jedoch alle profitieren, da bereits ein einziges 3 MW Windrad ca. 2000 Haushalte mit sauberem Strom versorgen kann.

Daher soll westlich von Pfaffenhau­sen im Jossgrund gelegen ein Wind rad entstehen, das nicht nur über 7MW Leistung verfügt, sondern auch über eine Aussichtsplattform auf der ein Gastronomiebetrieb seine Tü­ren öffnen wird. Dort kann man sich dann nicht nur kulinarisch verwöh­nen lassen, sondern gleichzeitig auch einen ungestörten Blick in die Ferne schweifen lassen. Weiter hoch in den Norden, rund um Burgjoss, ist die Errichtung zweier Windparks vorge­sehen. Insgesamt sollen dort 11 Windkraft­anlagen mit einer Spitzenlast von 33000kW ihre Arbeit verrichten. Sie werden einen entscheidenden Beitrag zu dem Ziel des Main-Kinzig- Kreises leisten bis zum Jahr 2016 den gesamten Privatstrombedarf aus Er­neuerbaren Energien zu decken.

ErneuerTour

ElektroMobilität

Auch die Wege zwischen den erneuerbaren Attraktionen sollen CO2-neutral möglich sein. So wird der ErneuerPark im MainKinzig-Kreis durch ein Elektromobilitätskonzept für die Touristen abgerundet. Es stehen 10 SegWays, 20 eBikes und 3 Elektroautos bereit, die an den jeweiligen Stationen während des Aufenthaltes mit lokal produziertem Erneuerbaren Strom aufgeladen werden können. Elektrische Mobilität bietet neben Sauberkeit, Nachhaltigkeit und Effizienz auch eine Vielfältigkeit, wie sie konventionelle Fahrzeuge nicht bieten können. Der ErneuerPark würde damit eine Vorreiterrolle in Sachen Elektromobilität einnehmen. Erstmals gibt es in Hessen ein solches Angebot; Besucher des ErneuerParks und die Einwohner können an den zahlreichen Ladestationen ihre Fahrzeuge aufladen.

Geo-Caching

Abseits der Straßen gibt es zahlreiche interessante Punkte in dieser hessischen Kulturlandschaft zu entdecken. Mit einer App für Smartphones und Pads werden nicht nur die Attraktionen präsentiert, sondern mit Geo-Caching auch die Suche nach den vielen besonderen Orten entfesselt. Über QR-Codes können die Fakten, Hintergrundinformationen und Geschichten dazu abgerufen werden. Weitere Funktionen ermöglichen die individuelle Wegplanung durch den ErneuerPark.

Erneuerbare Souveniers

Die touristisch attraktive Umgebung wird mit weiteren Attraktionen aufgewertet. In einer Gaststätte können während der Mahlzeiten zum Beispiel die Handys der Gäste mit Erneuerbarer Energie geladen werden. Aber auch der Einzelhandel kann durch den Verkauf von regenerativen Souvenirs wie Solartaschen, Solarakkus, Solarschmuck oder solarbetriebenen Laptops profitieren. Solar-Grills und eine ErneuerBar mit regionalen Produkten und Spezialitäten schaffen unvergessliche Momente.

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