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Online-Ringvorlesungsreihe: Digitalisierung und Gender

am Gender- und Frauenforschungszentrum der hessischen Hochschulen (gFFZ).

Der schnelle technologische Wandel und vor allem das Thema einer fortschreitenden Digitalisierung beschäftigen Wissenschaft und Gesellschaft in hohem Maße. Sichtbar wird dabei, dass sich in diesem Wandlungsprozess neue Fragen stellen, die nicht nur technischer Natur sind, sondern deren Beantwortung einen gesamtgesellschaftlichen Blick erforderlich macht. Dabei geht es um Aspekte wie gesellschaftliche Akzeptanz, soziale Ungleichheiten, demokratische Partizipation, Technikfolgenabschätzung vor allem im Kontext des Klimawandels und im Hinblick auf soziale Gerechtigkeit oder ethische Dimensionen der digitalisierten Welt. Mit dieser Ringvorlesungsreihe wollen wir einen Aspekt besonders herausstellen: Technik ist auch vergeschlechtlicht. Digitalisierung unter einer Geschlechterperspektive zu betrachten bedeutet ein Umdenken vom ausschließlichen Nutzenaspekt technischer Entwicklungen hin zur Berücksichtigung von Problemlagen, die durch technischen Wandel produziert und reproduziert werden. Zugleich bietet sie die Möglichkeit, neue Chancen zu erkennen und sichtbar zu machen, um nicht nur den technologischen, sondern auch den sozial-ökologischen Wandel hin zu einem nachhaltigen Miteinander voranzubringen.   

Mit dem ersten Auftakt der Vorlesungsreihe im Sommersemester 2021 wenden wir uns den Auswirkungen der zunehmendenDigitalisierung auf die Arbeitswelt unter einer Genderperspektive zu. Im Zuge der Corona-Pandemie lässt sich mit Blick auf Digitalisierung und Homeoffice eine Verstärkung bereits wirksamer Mechanismen wie die Entgrenzung von Arbeit und Privatleben erkennen, was sich auf geschlechtsbezogene Ungleichheiten im Sinne einer Work-Life-Balance auswirkt. Daran schließt die Frage an, was sich bezogen auf digitale Arbeit und Gender künftig verändern muss, um sichtbare und unsichtbare Ungleichheitsfaktoren auszuhebeln, die Chancengleichheit unter den Geschlechtern zu erhöhen und somit für eine nachhaltige Verbesserung von Arbeits- und Lebensbedingungen in einer digitalen Welt zu sorgen.

Alle Veranstaltungen des Sommersemesters 2021 im Überblick:

  • Dienstag, 18. Mai 2021: Arbeit 4.0. Mögliche Folgen der Digitalisierung für die Arbeitswelt aus einer Geschlechterperspektive.
    Dr. Edelgard Kutzner (Sozialforschungsstelle Dortmund)
  • Dienstag, 15. Juni 2021: Weibliche Erwerbsarbeit und Digitalisierung in Zeiten der Pandemie.
    Dr. Regina Frey (Genderbüro)
  • 13. Juli 2021: Quo vadis digitale Arbeit? Nachhaltige Perspektiven für die Gestaltung der Zukunft
    Maren Heltsche (Deutscher Frauenrat e.V.)

Alle Veranstaltungen finden von 16:00 bis 18:00 Uhr statt. Änderungen des Programms bis hin zu Absagen sind möglich. Wir bitten um Verständnis.

Anmeldung

Die Veranstaltung ist öffentlich. Bitte melden Sie sich verbindlich zu den jeweiligen Terminen bis spätestens drei Tage vor der jeweiligen Veranstaltung an. Die Zugangsdaten für den virtuellen Konferenzraum schicken wir den angemeldeten Personen kurz vor der Veranstaltung zu.

Informationen zu den Einzelveranstaltungen

Fachvortrag mit anschließender Diskussion

Kurzbeschreibung:

Die Arbeitswelt wird sich in den kommenden ein bis zwei Jahrzehnten nach Meinung vieler Expert*innen fundamental verändern. Dabei wird die Digitalisierung der Arbeit eine entscheidende Rolle spielen. Vor dem Hintergrund der Forschung zur geschlechtergerechten Entwicklung von Arbeit stellt sich die Frage, ob die aktuell stattfindenden Digitalisierungsprozesse zu mehr Geschlechtergerechtigkeit oder zu neuen Benachteiligungen und neuen Grenzziehungen zwischen den Geschlechtern führen werden. Bestehen also Chancen für ein Aufbrechen traditioneller Geschlechterverhältnisse durch mit der Digitalisierung verbundene neue Formen der Arbeitsorganisation, andere Arbeitsbelastungen oder auch veränderte Qualifikationsanforderungen? Hätten diese Entwicklungen damit auch emanzipatorische Potenziale? Oder führen sie zu einer Reproduktion und ggf. sogar zu einer Verschärfung traditioneller Geschlechterverhältnisse durch die Aufrechterhaltung herkömmlicher Muster der Geschlechterdifferenzierung und vorhandener Geschlechterstereotypen?

Referentin:

Dr. Edelgard Kutzner (Sozialforschungsstelle Dortmund)

Dr. Edelgard Kutzner, Soziologin, Projektleiterin an der TU Dortmund Sozialforschungsstelle. Forschung im Feld der Arbeits- und Geschlechtersoziologie u.a. zu den Themen Arbeitsorganisation und Arbeitsgestaltung, Betriebsklima, Diversity. Aktuell bearbeite ich empirische Projekte zu den Auswirkungen der zunehmenden Digitalisierung von Arbeit auf die Geschlechterverhältnisse.

Termin:
Dienstag, 18. Mai 2021, 16:00-18:00 Uhr

Ort:
Online-Veranstaltung

Kosten:
Die Teilnahme ist kostenlos.

Fachvortrag mit anschließender Diskussion

Kurzbeschreibung:

Der Vortrag zeigt die ineinandergreifenden Dynamiken von Digitalisierung und Coronakrise in Bezug auf die Geschlechterverhältnisse. Bereits vor der Pandemie war die Digitalisierung am Arbeitsmarkt spürbar, die Coronakrise hat diese Entwicklung gerade im weiblich dominieren Beschäftigungssegment des Einzelhandels beschleunigt. Aber auch auf die unbezahlte Care-Arbeit haben sowohl die Digitalisierung der Arbeitswelt als auch die Infektionsschutzregeln Auswirkungen. Ein weiteres Thema werden Maßnahmen und Programme zur Krisenbewältigung sein und wie eine geschlechtergerechte Krisenbewältigung unter dem Vorzeichen der Digitalisierung möglich wäre.

Referentin:

Dr. Regina Frey (Genderbüro Berlin)

Termin:
Dienstag, 15. Juni 2021, 16:00-18:00 Uhr

Ort:
Online-Veranstaltung

Kosten:
Die Teilnahme ist kostenlos.

Fachvortrag mit anschließender Diskussion

Kurzbeschreibung:

folgt in Kürze.

Referentin:

Maren Heltsche (Deutscher Frauenrat e.V.)

Termin:
13.07.2021, 16:00-18:00 Uhr

Ort:
Online-Veranstaltung

Kosten:
Die Teilnahme ist kostenlos.

Zentrale WebredaktionID: 9604
letzte Änderung: 07.05.2021