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Mentoring Hessen - Frauen in Wissenschaft und Wirtschaft

Sie möchten Ihre Karriere nicht dem Zufall überlassen, sondern sich strategisch orientieren, fundierte Entscheidungen treffen und sich mit anderen Frauen vernetzen? Zudem möchten Sie sich engagiert in eine Mentoring-Beziehung einzubringen und vom Erfahrungsschatz erfolgreicher Mentorinnen und Mentoren profitieren?

Kein Problem! Wir informieren Sie gern über Mentoring Hessen!

Mentoring Hessen bietet ein vielfältiges Angebot zur Karriereförderung von Frauen in Wissenschaft und Wirtschaft an.

Die Programme bieten von der Studentin bis zur angehenden Professorin eine Begleitung und Qualifizierung in den entscheidenden Übergangsphasen vom Studium bis zur Professur. Ziel ist die Unterstützung von Frauen bei der Orientierung zu vielfältigen Karrierewegen in Wissenschaft, Wirtschaft, Wissenschaftsmanagement und Verwaltung sowie bei der Entwicklung individueller Karrierestrategien und bei Entscheidungsprozessen.

  • ProCareer.MINT richtet sich an Studentinnen der MINT-FächerProCareer.Doc steht Doktorandinnen und jungen weiblichen Postdocs aller Fächer in der Phase der individuellen Karriereorientierung offen

  • ProAcademia fördert weibliche PostDocs, die sich bereits für die Wissenschaft entschieden haben.

  • ProProfessur bietet gezielte Qualifizierung und Unterstützung für Wissenschaftlerinnen auf dem Weg in die Universitäts- oder HAW-Professur.

Alle vier Mentoring-Förderlinien bauen auf einem One-to-One-Mentoring auf. Für Studentinnen und Doktorandinnen findet ein Austausch mit erfahrenen Mentorinnen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung statt und für Postdoc und Habilitandinnen besteht ein Austausch mit Professorinnen und Professoren aus Hochschulen oder Forschungseinrichtungen.

Daneben findet sich ein breites Spektrum von Trainings- und Networking-Angeboten: Der Trainings-Bereich bietet eine breite Auswahl an bedarfsorientierten Workshop-Angeboten an, von Bewerbungsstrategien und Soft Skills bis zu Führungskompetenzen. Ziele sind die Vertiefung beruflicher und wissenschaftsspezifischer Kompetenzen sowie Impulse für die persönliche und berufliche Entwicklung.

Zur Erweiterung des eigenen Netzwerks werden themenbezogene Vernetzungstreffen und Karrieregespräche sowie Kontakte zu Unternehmen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen angeboten.

Voraussetzung für die Teilnahme ist, dass sie sich durchschnittlich ca. fünf Stunden Zeit im Monat für das Mentoring nehmen und motiviert sind, sich regelmäßig im Laufe des Mentoring-Jahres mit ihrer Mentorin zu treffen. Auch die Teilnahme am Rahmenprogramm und für einige Mentoring-Förderlinien das Verfassen eines kurzen Abschlussberichts sind verpflichtend.

Auch in diesem Jahr ist es möglich, sich für die Förderlinien ProCareer.MINT und ProCareer.Doc zu bewerben. Die Mentoring-Programme haben eine Laufzeit von 12 bis 18 Monaten und starten für das Jahr 2022 im Mai/Juni.

Bewerbungen sind für das Jahr 2022 bis zum 1. Dezember 2021 möglich. Im Dezember/ Januar werden Sie zu einem Kennenlern-Gespräch eingeladen. Wir freuen uns auf Ihre Bewerbungen!

Das Online-Formular und weitere Details zu der Bewerbung finden Sie unter: http://www.mentoringhessen.de/

Auch weitere Mentor_innen werden gesucht. Informationen hierzu finden Sie unter:

http://www.mentoringhessen.de/fuer-interessentinnen/mentorinnen-und-mentoren/

"Ich habe gelernt zu kontern"

Ein Interview mit Roxana Tennert und Yvette Mittler

Im Interview teilen eine Mentee und ihre Mentorin persönliche Erfahrungen und Einblicke in das Programm: Roxana Tennert, die bald ihren Bachelor in Produktentwicklung und Technischem Design (PED) an der Frankfurt UAS macht, und ihre Mentorin Yvette Mittler, Business Managerin bei Hewlett Packard Enterprise. Neben ihrem Studium sind Roxana die Themen Nachhaltigkeit und Upcycling, Ernährung und Design wichtig. Zum Beispiel hat sie kürzlich aus einem alten Skateboard eine Bank gebaut. Außerdem macht sie gerne Yoga. Yvette hingegen reist gerne und findet ihren Ausgleich zum Job beim Kochen und, als begeisterte Marathonläuferin, auch beim Joggen.

Interview vom 27.10.2020

Roxana, warum hast du dich für dein Studienfach entschieden?

Bei meiner Entscheidung für PED haben auf jeden Fall meine Eltern eine Rolle gespielt. Meine Mutter ist im kreativen Bereich tätig, mein Stiefvater im technischen, deshalb fand ich es spannend, dass der Studiengang beides vereint. Außerdem waren die guten Berufschancen und Verdienstmöglichkeiten – gerade im Vergleich zu „rein kreativen“ Berufen – ein Argument für mich.

Entsprach das Studium anfangs deinen Erwartungen?

Nicht ganz, ehrlich gesagt hatte ich nicht so einen starken Fokus auf Technik erwartet. In den ersten Semestern musste ich mich zum Teil ziemlich durchbeißen, das Mathematisch-Technische war ursprünglich gar nicht meine Leidenschaft. Aber ich wurde mit jedem Semester besser und habe gemerkt, dass mir das doch ziemlich viel Spaß macht.

Und was schätzt du noch an deinem Studiengang?

Als ich angefangen habe, als studentische Hilfskraft im Labor für Fertigungstechnik zu arbeiten, habe ich mit dem 3D-Druck eine neue Begeisterung entdeckt. Additive Fertigung fasziniert mich seitdem total – und es ist toll, in diesem Bereich all das praktisch anzuwenden, was man gelernt hat. Außerdem mag ich die Atmosphäre im Labor, die vielen netten Leute, die Unterstützung untereinander. Dort treffen Studierende aus ganz verschiedenen Studiengängen aufeinander.
Schön finde ich auch, wie breit gefächert das Studium ist und welche vielfältigen Berufschancen es gibt. Kommilitoninnen und Kommilitonen von mir arbeiten in unterschiedlichen Feldern wie Konstruktion, Fertigung, Entwicklung oder Qualitätsmanagement.

Yvette, kannst du uns kurz deinen beruflichen Hintergrund beschreiben?

Ich habe in den 90er-Jahren Elektrotechnik an der RWTH Aachen studiert. Nach dem Studium habe ich mich bewusst gegen die Forschung und für den Weg in die Wirtschaft entschieden und bei Hewlett Packard im Support angefangen: Sozusagen „mit dem Schraubenzieher in der Hand“ bin ich raus zum Kunden gefahren und habe Server und Massenspeicher repariert. Später habe ich verschiedene Stationen in der Firma durchlaufen und bin inzwischen als Business Managerin für eines der Serviceprodukte von Hewlett Packard Enterprise verantwortlich.

Was macht dir besonders Spaß an deinem Job?

Ganz klar die Zusammenarbeit im Team – es macht mir Spaß, gemeinsam Dinge zum Laufen zu bringen und weiterzuentwickeln.

Erlebt ihr in eurem Studium oder Beruf Herausforderungen, weil ihr in angeblich „typisch männlichen“ Bereichen studiert und arbeitet?

Roxana: Leider ja, und vielen meiner Freundinnen, die auch etwas Technisches studieren, geht es ähnlich. Man hört zum Beispiel immer mal wieder Sätze wie „Frauen sind technisch einfach weniger begabt“. Ein anderes Beispiel: Als ich meinen Praktikumsplatz bei einem großen Unternehmen bekommen habe, hat mich ein Masterstudent gefragt, wie ich das geschafft hätte und meinte, ohne eine Antwort abzuwarten, „Ach, du bist ja eine Frau“.

Yvette: Solche Sprüche gab es auch schon während meines Studiums. Allerdings ist vieles davon an mir „vorbeigerauscht“, weil ich für das Thema nicht so sensibilisiert war.In meiner Anfangszeit im Beruf wurde ich, wenn ich mit bei Kunden am Telefon Termine vereinbaren wollte, oft für die Assistentin gehalten. Heute höre ich ab und an immer noch solche Sprüche, obwohl wir eine gute Unternehmenskultur haben.

Habt ihr Strategien gefunden, um mit solchen Situationen umzugehen?

Roxana: Erst mal sind solche Sprüche natürlich ernüchternd. Aber mir hilft es, Freunde zu haben, mit denen ich darüber reden kann und die mir sagen: „Du weißt, was du kannst!“ Außerdem habe ich gelernt, zu kontern. Oft bekommt man in Situationen in der Gruppe auch Unterstützung von anderen Studierenden, die dann zum Beispiel einen witzigen Spruch zurückgeben.

Yvette: Ja, es hilft, solchen Situationen mit einer Prise Humor zu begegnen und sie nicht zu persönlich zu nehmen. Auch ein derber Konter kann angebracht sein, um zu zeigen: Bis hierher und nicht weiter. Leider ist das immer auch eine Gratwanderung, denn wenn man zu aggressiv auftritt, gilt man gleich als „Zicke“. Aber lieber kontert man einmal zu stark, als eine Grenze gar nicht aufzuzeigen. Gleichzeitig müssen sich allerdings auch strukturell viele Dinge ändern. Das Thema Führung und Teilzeit muss angegangen werden, damit Frauen und Männer gleichberechtigt Berufs- und Elternzeiten vereinbaren können und Frauen nicht so häufig einen Karriereknick erfahren müssen.

Wir sind schon mitten bei einem der Kernthemen des Mentorings. Roxana, warum hast du dich als Mentee beworben?

Zwei Freundinnen, die mit dem Studium schon weiter waren, hatten mir von dem Programm erzählt. Anfangs war mein Ziel, eine Mentorin zu finden, die mein berufliches Interessensfeld abdeckt. Aber dann habe ich gemerkt: Der persönliche Austausch und die emotionale Unterstützung sind für mich viel wichtiger. Yvette versteht mich, gibt mir Tipps, wie ich mit bestimmten Situationen umgehen kann, und ich profitiere von ihren Erfahrungen. Sie hilft mir dabei, herauszufinden, was mir Spaß macht und wo ich hin will – gerade beim Weg vom Studium ins Berufsleben. Total inspirierend ist auch der Austausch mit den anderen Mentees. Bei den Treffen liegt eine schöne Energie in der Luft, weil wir alle vor ähnlichen Herausforderungen stehen.

Und warum engagierst du dich als Mentorin, Yvette?

Als mir eine Kollegin von dem Programm erzählt hat, war ich Feuer und Flamme. Die Erfahrung, immer „exotisch“, immer in der Minderheit zu sein im eigenen Berufsfeld, hat mir gezeigt: Wir müssen junge Frauen dabei unterstützen, diesen Weg zu gehen. Denn nur, wenn wir zu einer kritischen Masse werden, haben wir die Chance, dass sich an der Arbeitskultur etwas ändert. Außerdem ist es mir wichtig, dass Frauen eine gute Ausbildung im MINT-Bereich erhalten und unabhängig von Männern sein können. In technischen Berufen gibt es nun mal höhere Einstiegsgehälter und damit hat man auch einen Einfluss auf eine höhere Rente. Nicht zuletzt erhalte ich als Mentorin spannende Einblicke in die heutige Hochschulwelt und die Mentees geben mir viel Energie.

Was würdest du Frauen raten, die MINT-Fächer studieren und vielleicht auch kurz vor dem Berufseinstieg stehen?

In der Ausbildung – gerade, wenn man dort in der Minderheit ist – kommt man zwangsläufig an den Punkt, dass man zweifelt und sich fragt, ob man auf dem richtigen Weg ist. Und da möchte ich Frauen bestärken: Es ist wichtig, Selbstvertrauen zu haben und sich treu zu bleiben. Und nicht zu sagen „Ich kann das nicht“, sondern „Ich kann das noch nicht“. Für mich ist das eine lebenslanges Thema. Wir können in alles hineinwachsen, so lange wir das Interesse daran mitbringen, ganz egal, welches Geschlecht wir haben. Schließlich sind wir alle mal klein geboren worden.

Interesse an Mentoring Hessen und Pro.CareerMINT? Hier geht's zur offiziellen Website.

"Ich kann das Programm nur empfehlen!"

Prof. Gabriela Alves Werb nahm während Ihrer Promotion an ProAcademia teil. Inzwischen ist sie Professorin für  Betriebliche Informationssysteme  an der Frankfurt UAS. Zu dem Mentoring-Programm sagt sie: 

„Nicht nur die Gespräche mit meiner Mentorin, sondern auch der regelmäßige Austausch mit den anderen Mentees und die zahlreichen Workshops haben mir in dieser entscheidenden Lebens- und Berufsphase sehr geholfen. Die kollegialen Beratungen waren auch eine sehr schöne Ergänzung mit Impulsen und Ratschlägen in verschiedenen Themenbereichen. Ich kann das Programm nur empfehlen!“

"...durch die Teilnahme habe ich heute beruflich ein ganz anderes Standing." 

Dr-Ing. Denise Salzig nahm als wissenschaftliche Mitarbeiterin an einer hessischen HAW an dem  Programm ProProfessur von MentoringHessen teil. Die Bioverfahrenstechnikerin kann die Teilnahme anderen Frauen nur empfehlen:

„Vor meiner Teilnahme an ProProfessur war mir gar nicht so klar, dass ich das Zeug zur Professorin habe. Außerdem fehlten mir die formalen Berufungsvoraussetzungen für die HAW. Durch die Workshops, den Austausch mit den Mentees und meiner Mentorin wurde mir dann ganz schnell bewusst, dass ich eigentlich schon lange soweit bin und mich bewerben sollte. ProProfessur hat mir ganz gezielt aufgezeigt, was es alles für eine erfolgreiche Bewerbung braucht, wie das Spiel eigentlich überhaupt funktioniert und wo mein persönliches Optimierungspotenzial steckt. Was ich nie erwartet hätte, ist wie großartig unsere Menteegruppe bis heute funktioniert und wie hilfreich die Erfahrungen der anderen Mentees bis heute für mich sind. Ich kann ProProfessur nur empfehlen, denn schon durch die Teilnahme habe ich heute beruflich ein ganz anderes Standing."

Kontakt MINT-Studentinnen

M.A.
Janina Hirth
Koordination der MINT-Angebote
Gebäude 6, Raum 205

Ansprechperson für Doktorandinnen

Die Gleichstellungsbeauftragten der Frankfurt UASID: 10331
letzte Änderung: 30.10.2021