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LOEWE-Projekt: Feldtest Altersgerechte Assistenzsysteme in der Wohnungswirtschaft

Der Feldtest Altersgerechte Assistenzsysteme in der Wohnungswirtschaft (kurz: Feldtest AAL) untersucht neue Technologien (Assistenzsysteme), die an das bekannte Hausnotrufsystem angeschlossen werden können.

Ziel des Feldtests ist es, durch den Einsatz dieser Assistenzsysteme Erkenntnisse über deren technische Ausgereiftheit im praxisnahen Einsatz und die Einsatzmöglichkeiten für die Wohnungswirtschaft und die sozialen Dienstleister zu gewinnen. Es geht darum ein marktfähiges Gesamtprodukt zu entwickeln, das für Nutzer finanzierbar ist und akzeptiert wird. Die sozialwissenschaftliche Begleitforschung durch die Frankfurt UAS wird dabei den Wissenstransfer gezielt unterstützen.

Das Projekt (HA-Projekt-Nr.: 338/12-28) wird im Rahmen von Hessen ModellProjekte aus Mitteln der LOEWE – Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz, Förderlinie 3: KMU-Verbundvorhaben gefördert.

Projektbeschreibung

Heutzutage leben immer mehr alte Menschen allein in ihrer Wohnung. Nur ein verschwindend geringer Teil von ihnen möchte in eine stationäre Pflegeeinrichtung umziehen. Um auch bei Gebrechlichkeit oder Pflegebedürftigkeit in der gewohnten Umgebung bleiben zu können, gibt es heute schon unterschiedliche Lösungen. Dazu zählt neben der Barrierefreiheit der Wohnumgebung auch die Möglichkeit, in einem Notfall schnell Hilfe zu erhalten. Angehörige und Bekannte leben oft außer Reichweite. Bei einem Sturz schaffen es alte Menschen dann häufig nicht, das Telefon zu erreichen. Hier setzen die Altersgerechten Assistenzsysteme an. Das sogenannte Hausnotrufsystem ist in Deutschland seit gut 30 Jahren im Einsatz. Ein einfacher Knopfdruck genügt und eine Leitstelle ergreift entsprechende Maßnahmen.

Dieses System ist trotz seines Alters wenig verbreitet. 2009 nutzten es etwa 400.000 Menschen in ganz Deutschland. Dabei sind mittlerweile 5,5 Millionen der über 65-Jährigen alleinlebend, davon sind mehr als 1,6 Millionen pflegebedürftig (Mikrozensus 2011). Heute steht eine ganze Reihe von neuen sensorbasierten Produkten zur Verfügung, die sich mit dem altbekannten Hausnotrufsystem koppeln lassen. Diese neuen Assistenzsysteme können Alarme auslösen, auch wenn es dem Betroffenen nicht mehr selbst möglich ist, den Alarmknopf zu betätigen. Damit leisten sie einen Beitrag zu mehr Sicherheit und einem längeren, selbstständigen Leben. Drei Themenkomplexe werden im Rahmen des LOEWE-Projekts „Feldtest Altersgerechte Assistenzsysteme in der Wohnungswirtschaft“ angegangen:

 

  1. Akzeptanz und Nutzen der Altersgerechten Assistenzsysteme
    • Welchen Nutzen versprechen sich die Anwender davon und welchen Nutzen haben sie konkret?
    • Wie kommen die Nutzer mit den Geräten zurecht?
    • Wie zuverlässig sind die Geräte?
    • Welche anderen Parameter spielen eine Rolle?
       
  2. Betriebswirtschaftliche Aspekte der Altersgerechten Assistenzsysteme
    • Welche Nutzergruppe braucht welche Geräte?
    • Welche Assessmentverfahren werden benötigt?
    • Wie müssen die Dienstleistungen gestaltet sein?
    • Wie sehen Geschäftsmodelle für die Wohnungswirtschaft und Serviceerbringer aus?
       
  3. Datenschutz und Datensicherheit
    • Wie lässt sich der Datenschutz gewährleisten?
    • Wie muss mit passiven Sensordaten umgegangen werden?
    • Wie lässt sich die Privatsphäre der Anwender schützen?
    • Wie sind Selbstständigkeit und Überwachung in Einklang zu bringen?
       

Kernstück des Projekts ist die Gewinnung und Befragung von 50 bis 60 Nutzerinnen und Nutzern Altersgerechter Assistenzsysteme. Um Längsschnittdaten zu erhalten, werden drei Erhebungswellen durchgeführt, eine zu Projektbeginn, eine weitere nach sechs Monaten und eine letzte zum Abschluss nach zwölf Monaten. Die Erfahrungen aus diesen Erhebungen sollen die Grundlage bilden, um entsprechende Dienstleistungen zu optimieren und weiterzuentwickeln. Befragungen und Workshops mit den Beschäftigten der beteiligten Betriebe, die in die Dienstleistungen rund um den Hausnotruf und die damit verbundenen Servicedienstleistungen eingebunden sind, ergänzen die Datenerhebung. Ziel ist es, die Arbeitsabläufe und -strukturen zu optimieren, um ein für alle Seiten optimales Angebot zu realisieren.

Bei dem Feldtest handelt es sich um ein Kooperationsprojekt mit einer Laufzeit von zwei Jahren, in dem die Frankfurt UAS Konsortialführer ist. Partner sind die ABG Frankfurt Holding als Vertreter der Wohnungswirtschaft, das Deutsche Rote Kreuz Bezirksverband Frankfurt am Main, die Firma All Service Sicherheitsdienste und die Firma Klug Sicherheit vertreten das Dienstleistungsspektrum rund um die Assistenzsysteme. Fragestellungen, die die Datensicherheit und den Datenschutz betreffen, werden vom House of IT in Darmstadt untersucht.

Technik und Geräte

Im Rahmen des Feldtestes sollen mehrere Geräte im Einsatz getestet werden, die an den bewährten Hausnotruf angeschlossen werden können. Voraussetzung ist die Installation des Basisgeräts (HTS62). Alle weiteren Geräte kommunizieren mit diesem per Funk, wenn ein Alarmsignal ausgelöst wird.

Projektpartner

Die Frankfurt UAS arbeitet im Rahmen des LOEWE-Projekts eng mit mehreren Partnern aus Frankfurt und Umgebung zusammen. Darunter sind die Wohnungswirtschaft sowie soziale und technische Dienstleister vertreten.

Kontakt

Annalies Baumeister
Gebäude BCN, Raum 1015
Zentrale WebredaktionID: 2187
letzte Änderung: 04.06.2019