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Transnationalismus und Lokalisation in der Sozialen Arbeit

Fokus auf syrische Geflüchtete und Asylbewerber/-innen

In dem Projekt sollen die transnationalen Auswirkungen der Vertreibung von syrischen Menschen und die Bedeutung von kulturell kompetenten Dienstleistungen in der Sozialen Arbeit für syrische Menschen untersucht werden.

Schlüsselthemen des Projekts sind: „Transnationalismus“ und „Lokalisation“.

Das Projekt wird sich der Untersuchung folgender Fragen widmen:

  • Was brauchen syrische Menschen, um ihre Gemeinschaften (virtuell und anderweitig) aufzubauen: was sind gemeinsame Bedürfnisse und Wünsche?
  • Was sind Risiken und Hindernisse, die syrische Menschen in der Sozialen Arbeit und in sozialen Dienstleistungen erleben?
  • Was sind Chancen für Ausbildung und Wachstum für die Soziale Arbeit, insbesondere in der Arbeit mit syrischen Menschen?

Themen des Projekts

Die Konfliktsituation in Syrien hat erhebliche Auswirkungen innerhalb und außerhalb Syriens. Der Konflikt hat zu einer kolossalen Vertreibung und Migration syrischer Menschen geführt. Viele Syrer sind nach wie vor gezwungen, in anderen Ländern Zuflucht zu suchen, insbesondere in den Nachbarländern Libanon und Jordanien. Dies hat dazu geführt, dass ein beträchtlicher Teil der syrischen Gemeinschaft innerhalb kürzester Zeit über Grenzen und Länder hinweg vertrieben wurde.

Viele der Familien, die Syrien verlassen mussten, finden sich getrennt von ihren Familienangehörigen, die in den verschiedensten geografischen Orten und Ländern ihre Familienmitglieder sind. Syrische Personen und Familien, die in einem solchen Kontext vertrieben werden, sind mit vielfältigen und gegensätzlichen Spannungen konfrontiert. Zum einen sind sie mit den Anforderungen der Integration und Assimilation der aufnehmenden Länder und häufig mit unklaren Zukunftsaussichten in diesen Gastländern konfrontiert. Zusätzlich müssen syrische Familien und Personen auch Wege finden, über Ländergrenzen hinweg miteinander verbunden zu bleiben und Wege zu finden, ihre Kultur weiterhin zu praktizieren, zu leben und ihre Identitäten zu bewahren.

Wie nehmen syrische Personen ihren eigenen transnationalen Kontext wahr? Welche Chancen und Risiken erkennen sie innerhalb dieses transnationalen Kontextes? Was behindert oder fördert ihre Teilhabe an den verschiedenen transnationalen Räumen?

Die Ankunft vieler syrischer Menschen, die als Asylsuchende und Migranten nach Jordanien und auch in Deutschland kamen, hat auch Auswirkungen auf die sozialen Dienstleistungsangebote beider Länder gehabt. Die Soziale Arbeit und die sozialen Dienste mussten sich auf das transnationale Ausmaß der erlebten Vertreibung sowie auf die Bereitstellung von Dienstleistungen einstellen, die kulturell an die syrische Bevölkerung und ihren Kontext angepasst sind.

Dies bedeutete auch spezifische Probleme dieser Gemeinschaft zu identifizieren, kulturell relevante Wege zu finden, um mit der Zielgruppe zu arbeiten und Dienstleistungen anzubieten, die die Akkulturation der syrischen Menschen unterstützen, so dass sie sowohl ihre eigenen Traditionen beibehalten als auch Teil der Gemeinschaften in den Aufnahmegesellschaften sein können, in denen sie nun leben. Das Erreichen dieser Ziele ist ohne Dialog nicht möglich und stellt viele selbstverständliche Annahmen in der Praxis der Sozialen Arbeit auf den Prüfstand.

Wie würde eine "kulturell kompetente" Sozialarbeit mit syrischen Personen aussehen? Was wären die Elemente einer solchen kulturell kompetenten Arbeit? Wer könnte solche Leistungen erbringen?

Beteiligte

Das Projekt wird von der Frankfurt University of Applied Sciences und der Yarmouk University Jordan geleitet und konzentriert sich auf den Aufbau von Kapazitäten für die Soziale Arbeit mit syrischen Menschen. Ein wesentlicher Bestandteil des Projekts ist die aktive Einbindung von syrischen Forschenden, syrischen Studierenden und syrischen Klienten und Klientinnen der Sozialen Arbeit in das Projekt.

Das Projekt wird vom DAAD gefördert und ist über zwei Jahre geplant (Januar 2021 bis Dezember 2022).

Die Projektleiter sind

Prozess

Das Projekt zielt darauf ab, Ideen mit syrischen Menschen zu entwickeln und sieht sie als Akteure im Prozess der Wissens- und Forschungsentwicklung sowie der Ausbildung.

Das Projekt konzentriert sich auch auf den Wert des Austauschs zwischen verschiedenen Interessengruppen, indem es den Dialog und die Diskussion zwischen diesen verschiedenen Interessengruppen ermöglicht.

Projektpläne

  • Forschungspraktikum von zwei syrischen Forschenden aus Jordanien von Oktober 2021 bis Februar 2022 in Deutschland. Der Aufruf zur Bewerbung ist gestartet.
    Für weitere Informationen klicken Sie hier.
  • Summer School an der Frankfurt University of Applied Sciences im September 2021 (voraussichtlich 06.09.2021 - 11.09.2021) mit Schwerpunkten des Transnationalismus.
  • Summer School an der Yarmouk Universität in Jordanien im September 2022 (voraussichtlich 05.09.2022 – 10.09.2022) mit dem Schwerpunkt der Lokalisation.

Sie können sich ab jetzt zur Teilnahme an der Summer School bewerben. Klicken Sie hier für weitere Informationen.

Kontakt

Prof. Dr.
Chaitali Das
Auslandsbeauftragte
Gebäude 2, Raum 272
Fax : +49 69 1533-2809
Zentrale WebredaktionID: 9242
letzte Änderung: 12.04.2021