Menü

Nachrichten der Startseite

Neues von der Campusmeile

Am 26. November 2018 wurden die Ergebnisse des studentischen Ideenwettbewerbs zur Campusmeile, die entlang des nördlichen Teils der Frankfurter Alleenrings zwischen der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) und dem Campus Westend der Goethe-Universität verlaufen soll, in der Deutschen Nationalbibliothek vorgestellt. In einer anschließenden Podiumsdiskussion mit Akteurinnen und Akteuren aus Wissenschaft und Politik wurden diese Beiträge sowie die Realisierbarkeit der Campusmeile untersucht.

Prof. Michael Koch von der HafenCity Universität Hamburg präsentierte die Entwürfe des studentischen Ideenwettbewerbs, an dem Studierende von insgesamt sieben Hochschulen, darunter auch die Frankfurt UAS, teilnahmen. In den Entwürfen wurde die Campusmeile als ein Gesamtraum betrachtet, der, ähnlich dem Frankfurter Museumsufer, einen roten Faden mit Nutzungsprogrammen aufzeigt. Der Versuch, einzelne Stationen für Forschung und Lehre entlang der Campusmeile zu schaffen war neben der Idee von temporären Laboren oder „Teststrecken“ Punkte, die die Hochschulen noch erschließen müssen. Auch die Gestaltung mit Elementen, die sich auf die Stadt Frankfurt beziehen, könnte Ausgangspunkt für die Umsetzung der Campusmeile sein. Die einzelnen Abschnitte zwischen den Hochschulen könnten so eine Identität sowie Treffpunkte erhalten. Im Anschluss stellte er bereits realisierte „Bildungsmeilen“ in Heidelberg, Zürich und Hamburg vor und betonte, dass das Wissen der Vielen ein Weg zum Erfolg sei.

Die Podiumsdiskussion, die von Peter Cachola Schmal, Direktor des Deutschen Architekturmuseums, moderiert wurde, beschäftigte sich insbesondere mit den Herausforderungen für eine zeitnahe Umsetzung der Campusmeile. Bettina M. Wiesmann MdB, Bundestagsabgeordnete für Frankfurt, erklärte, dass sich seit Beginn der Idee „Campusmeile“ bereits vieles geändert habe. Die Stadtentwicklung Frankfurts schaue mittlerweile auf die Wissenschaft, die Nutzungsüberlegungen für das Projekt könnten auf das große Ganze übertragen werden und es werde auch überlegt, die Campusmeile weiter nach Westen und Osten zu erweitern. Die Stadt entwickle nun gemeinsam mit den Hochschulen eine Masterplanung. Jedoch betonte Wiesmann auch, dass die Stadt für die Umsetzung noch weitere Aufgaben verfolgen müsse, die auch die Infrastruktur Frankfurts betreffen würden.

Ute Schwens, Direktorin der Deutschen Nationalbibliothek, lobte die neue Dynamik, die zwischen den Hochschulen entstanden sei, und betonte, dass die Campusmeile nicht mehr nur ein Thema für Studierende, sondern auch für die Bewohner/-innen der umliegenden Stadtteile sei. Jedoch müsse man kurzfristiger denken, so dass manche Projekte auf der Campusmeile bereits innerhalb der nächsten fünf Jahre umgesetzt werden können.

Prof. Dr. Birgitta Wolff, Präsidentin der Goethe-Universität, erklärte, dass der Campus Westend bereits jetzt weiter nach Norden ziehen würde. Durch ein geplantes „Center for Social Science and Humanity“, ein neues Studierendenhaus sowie die Erbauung des neuen Adorno-Gymnasiums würde der Campus in den nächsten Jahren weiter geöffnet und somit lebendiger werden. Sie plädierte zudem für eine unterirdische Tunnelführung, die die Goethe-Universität und die Campusmeile besser erreichbar machen würde. Hierbei schlug sie auch eine Verlängerung der U-Bahnlinie U 4 vor. Jedoch würden diese baulichen Entwicklungen einen Zeitraum von 15 bis 25 Jahren beanspruchen.

Prof. Dr. Nils Stieglitz, Präsident der Frankfurt School of Finance and Management, schloss sich seiner Vorrednerin im Hinblick auf die Öffnung der Hochschulen zur Stadt an. Auch die von ihm geleitete Hochschule setze auf gute Nachbarschaft und möchte durch die Campusmeile Begegnungsstätten schaffen. Dennoch betonte er, dass der Frage nach studentischem Wohnraum nachgegangen werden müsse. Er forderte studentisches Wohnen „neben den Hörsälen“ und abseits privater Einrichtungen.

Prof. Dr. Frank E.P. Dievernich, Präsident der Frankfurt UAS, betonte, dass die Campusmeile ein gutes Beispiel dafür sei, dass Ideen stärker sind als Personen. Er betonte vor allem die Notwendigkeit für die Frankfurt UAS, neu zu bauen und somit auch einen Teil zur Campusmeile beizutragen. Hierbei ging er auf die ersten Ergebnisse der Planungswerkstatt und den geplanten Hochpunkten als Ersatz für Gebäude 8 und 9 auf dem Campus der Frankfurt UAS. Mit diesen Neubauten könne die Frankfurt UAS ein Eingang für die Campusmeile darstellen und gleichzeitig eine Hochschule im und für das Quartier werden. Besonders wichtig sind ihm die unterschiedlichen Kompetenzen, die an der Campusmeile angesiedelt seien. Hierzu solle die Stimme der Frankfurter Wissenschaftsrunde noch weiter platziert werden. Auch müssen weitere Protagonisten aus der Frankfurter Wirtschaft gefunden werden, um die Campusmeile zukunftsfähig zu machen. Die Gesellschaft müsse, so Dievernich, in die Hochschulen geholt werden, um dieser Weiterbildung und „Lebenslanges Lernen“ zu ermöglichen. Auch darum sollten sich die Hochschulen sichtbar öffnen, um zu zeigen, was in ihnen passiert.

Dr. Marcus Gwechenberger, Dezernat Planen und Wohnen der Stadt Frankfurt, hob hervor, dass die Lebensqualitäten für die Studierenden sowie für die Anwohner/-innen gestärkt werden müssen. Ziel sei es, aus der Strecke zwischen der Frankfurt UAS und der Goethe-Universität einen Ort zu erschließen, der nicht mehr nur ein reiner Verkehrsknotenpunkt ist. Er hofft darauf, einen Boulevard für Bildung und Forschung zu schaffen, der gleichzeitig zu einem „Nachbarschaftsplatz“ wird. Bereits heute seien entlang des nördlichen Alleenrings mehr Fahrradfahrer/-innen und Fußgänger/-innen unterwegs als vor 20 Jahren – um diese Entwicklung zu nutzen, solle überprüft werden, wie sich das Nutzer/-innenverhalten durch das Sperren von Straßenabschnitten verändere.

Prof. Michael Koch, der ebenfalls an der Podiumsdiskussion teilnahm, betonte, dass die Bevölkerung für die Umsetzung der Campusmeile einbezogen werden sollte. Zudem müsse die Strecke durch Aktivitäten der Hochschulen sichtbar gemacht werden. Zwar hätten ihn bereits die Beiträge des studentischen Wettbewerbs beeindruckt, dennoch ist es nun auch an der Bevölkerung, eine Umsetzung der Campusmeile voranzutreiben. Er konstatierte: „Hochschulbau ist auch Städtebau“.

Im Anschluss an die Podiumsdiskussion durfte sich das Publikum zu Wort melden. Viele Gäste betonten eigene Ideen, wie etwa für zukunftsweisende Mobilitätskonzepte, die den Gebrauch von E-Bikes und den Bau von Fahrrad-Garagen fördern könnten. Auch wurde gewünscht, dass die ersten Umsetzungen der Campusmeile bereits in 1-2 Jahren erfolgen. Dievernich betonte dazu, dass „wir alle im gleichen Boot sitzen“ würden und auf eine kluge Verkehrsplanung angewiesen seien, bei der auch die politische Adresse gefordert sei.

Zentrale WebredaktionID: 3670
letzte Änderung: 13.04.2018