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Start Projekt zur wissenschaftlichen Begleitung Fahrradfreundliche Nebenstraßen

Die Förderung des Radverkehrs ist ein zentraler Baustein für die Umsetzung der Verkehrswende in Städten. Dazu hat die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Frankfurt im August 2019 den sog. „Fahrradstadt-Beschluss“ gefasst, der u. a. die Gestaltung von elf „fahrradfreundlichen Nebenstraßen“ beinhaltet. Die Fuß- und Radverkehrsförderung soll u. a. durch getrennte, sichere und übersichtliche Fuß- und Radverkehrsanlagen, Fahrradabstellanlagen und Aufenthaltsflächen auf Kfz-Parkständen und reduzierten Kfz-Geschwindig­keiten erreicht werden. Dies bietet Chancen zur Erhöhung der Sicherheit sowie zur Verbesserung der Verbindung- und Aufenthaltsqualität für Verkehrsteilnehmende, Anwohner und Gewerbetreibende.

Die damit verbundenen Projekte bedeuten jedoch auch erhebliche Eingriffe in die heutige Aufteilung des Straßenraums. Da dies nicht unumstritten ist und bei einigen Akteuren auch Ängste und Sorgen hervorruft, hat sich die Verwaltung dazu entschieden, im Bereich der „fahrradfreundlichen Nebenstraßen“ zunächst auf provisorische Maßnahmen, wie z. B. Markierungslösungen, Beschilderung für geänderte Verkehrsführungen, Fahrradbügel, Poller, „Gehwegnasen“ und weitere stadtgestalterische Elemente, zu setzen. So könnten die Maßnahmen ohne großen baulichen Aufwand auch zurück­genommen oder angepasst werden. Bei Bewährung der Maßnahmen sollen diesen in einer zweiten Realisierungsstufe baulich umgesetzt werden.

Um Erkenntnisse über die Wirkungen der umgesetzten Maßnahmen zu erhalten, werden die Umgestaltungen seit Beginn dieses Monats durch das ReLUT an der Frankfurt UAS wissenschaftlich begleitet. Dies beinhaltet u. a. eine Untersuchung von Veränderungen in der Nutzung des öffentlichen Raums und der Verteilung des Verkehrs im angrenzenden Straßennetz, der Auswirkungen auf die (subjektive und objektive) Sicherheit sowie der Akzeptanz bei unterschiedlichen Akteursgruppen. Eine entscheidende Frage ist, ob durch die geplanten Maßnahmen der Fußgänger- und Radverkehrsanteil im Untersuchungsgebiet erhöht und der Kfz-Verkehr reduziert werden kann. Die dadurch induzierte Minderung von Schadstoffen und Lärmemissionen kann einen großen Effekt auf die Lebensqualität der Bewohner*innen haben, was ebenfalls untersucht wird. Weiterhin werden Auswirkungen der Umgestaltungen auf ortsansässige Gewerbetreibende untersucht.

Hierzu werden in einem ersten Schritt die Straßen Oeder Weg, Robert-Mayer-Str./Kettenhofweg und die Brückenstraße umgestaltet. Im Oeder Weg wurden die provisorischen Maßnahmen bereits größtenteils umgesetzt, in den anderen zwei Straßen ist die Umsetzung noch in Planung. Um die Auswirkungen zu erfassen, sind umfassende Verkehrszählungen, Befragungen, Interviews und Beobachtungen geplant.

Das Projekt findet in Kooperation mit der Stadt Frankfurt statt. Weitere Informationen zu den fahrradfreundlichen Nebenstraßen finden Sie unter: www.radfahren-ffm.de

Ansprechpartner/-innen für das Projekt:

Prof. Dr.-Ing. Dennis Knese

M. Eng. Zoë Winkler

M. Eng. Seray Künbet

Zentrale WebredaktionID: 10571
letzte Änderung: 22.12.2021