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Wenn Schülerinnen und Schüler zu Visionärinnen und Visionären werden

Preisträger/-innen des Architektur-Wettbewerbs „Mein Tag mit den Gebäuden der Zukunft ...“ wurden ausgezeichnet.

Wie stellen sich Schüler/-innen eigentlich das Gebäude der Zukunft vor? Antworten darauf gab es am 27. Februar in der Frankfurt UAS. An diesem Tag fand die Preisverleihung zur ersten Zukunftswerkstatt für Schüler/-innen zum Thema „Mein Tag mit den Gebäuden der Zukunft ...“ statt.

Die Aufgabenstellung war bewusst einfach und offen gestaltet. Die den Teilnehmenden gestellten Fragen und Anregungen waren:

  • Wie sieht ein ganz normaler Tag in 25 Jahren aus?
  • In welchen Gebäuden bewegst du dich?
  • Wie sieht dein Umfeld aus?
  • Uns interessieren deine Visionen und Ideen rund um reale und virtuelle Gebäude.
  • Zeige uns deine Idee(n) auf einem Plakat, als Zeichnung, Collage/Moodboard oder Modell!
  • Berücksichtige – wenn möglich – die starken Wechselwirkungen zwischen baulicher Umgebung und Gesellschaft.

Nach der Begrüßung durch Prof. Dr.-Ing. Monika Horster, Dekanin des Fachbereichs 1, und durch Herrn Dipl.-Ing. (TU) Architekt Axel Bienhaus, den 1. Vorsitzenden des Architekten- und Ingenieur Vereins e.V. (AIV) Frankfurt am Main, übernahm Prof. Dr.-Ing. Jochen Abel, Fachbereich 1, das Wort. Er führte die Zuhörenden in seiner Laudatio zu den einzelnen Preisträgerinnen und Preisträgern und zu den Geschichten zu ihren Gebäudeentwürfen.

Abel dankte zunächst Katja Krumbeck, Kunstlehrerin am Ludwig-Georgs-Gymnasium in Darmstadt, die ihre Schüler/-innen zur Teilnahme am Wettbewerb motiviert hatte, und den Teilnehmenden. Alle Teilnehmenden kamen von dieser Schule.

Die Preise wurden nach verschiedenen Kategorien vergeben. Den 1. Preis in der Kategorie Originalität/Nachhaltigkeit ging an den Beitrag mit dem Titel „The TUBE“ von Anne Charlotte Sitzenstuhl. „Der Beitrag von Frau Sitzenstuhl hat die Jury durch seine umfassende Berücksichtigung und vielen Gedanken zur Einsparung von Ressourcen bei der Errichtung und im Betrieb beeindruckt“, sagte Abel. Mit einfachen und sehr originellen Ideen hatte Sitzenstuhl dargestellt, wie zum Beispiel der Einsatz von Energie minimiert werden kann, wenn möglichst viel natürliche Beleuchtung zum Einsatz kommt. Die Dachgestaltung kombiniert sehr passend ästhetische und nachhaltige Gesichtspunkte. Die ästhetische Form eines Trichters wurde bewusst gewählt, um gleichzeitig das Regenwasser zu gewinnen, das als Brauchwasser genutzt wird, und um Photovoltaikanlagen installieren zu können, die das Gebäude mit elektrischer Energie versorgen.

Den 1. Preis in der Kategorie Nachvollziehbarkeit erhielt der Beitrag mit dem Titel „Wohnen in 25 Jahren“ von Leon Schader. Er nahm ein klassisches Wohnhochhaus und verdrehte jede zweite Wohnung ein wenig, sodass alle davon profitieren – mit mehr Licht, Luft und Grün. Mehr Licht und Luft, da mehr Außenflächen entstehen und so auch die Luft besser zirkulieren kann; mehr Grün, da jede Wohnung im Eingangsbereich in seinem Entwurf eine Anbaufläche für grüne Selbstversorgung bekommen hat.

In der Kategorie Innovation ging der 1. Preis an den Beitrag mit dem Titel „Moveable Home 2044“ von Franziska Hilsenbeck. In ihrem Entwurf kommen die einzelnen Wohnungen in Bewegung: Beispielsweise kann eine Wohnung mit einer Außenposition nach innen wandern, um Menschen nach einer Nachtschicht einen Tag im Dunklen zu ermöglichen. Auch von unliebsamen Nachbarn kann man sich trennen

Den 1. Preis in der Kategorie Kreativität (Entwurfsqualität) gewann der Beitrag mit dem Titel „Mix in the Box“ von Mathis Fadel. Bei diesem Entwurf war die Jury beeindruckt von der Kreativität der Idee und der Kreativität der Visualisierung bzw. der Umsetzung im Modell. Er sieht einen minimalen Raumbedarf vor, der dadurch möglich ist, dass der Raum multifunktional nutzbar ist. Außerdem tragen die verschiedenen Elemente in den vertikalen Bereichen wie Küche, Sofa, Kommode oder Bett zur Steigerung der Funktionalität bei. So können die 20 m2 in einem Moment Schlafzimmer, im nächsten Moment Wohnzimmer sein.

Die Gesamtsiegerin stellte unter Beweis, dass auch ein breites Spektrum an Kriterien umfassend bedient werden kann. Den 1. Preis in dieser Kategorie gewann Filippa Kissler für ihren Beitrag mit dem Titel „The Sea Air“. Er ist originell und nachhaltig, indem er die begrenzte Ressource Fläche erweitert und den Entwurf auf das Wasser verlegt. Grundidee und Umsetzung sind leicht nachzuvollziehen: Leben auf dem Wasser bei möglichst geringer Belastung der Umwelt. Als Hebestützen dienen so genannte „Oktopuspfeiler“, eine Wasseraufbereitung gibt es bei der Ver- und auch Entsorgung, eine Photovoltaik-Anlage sorgt für die Energieversorgung. Insgesamt überzeugte der Beitrag von Kissler durch seine schlichte Eleganz, klare Erkennbarkeit der Idee, die Liebe zum Detail und die Reaktion auf zukünftige Herausforderungen mit innovativen Lösungsansätzen.

Gewonnen haben die Preisträger/-innen jeweils eine Eintrittskarte für die Messe Light + Building im September 2020 in Frankfurt am Main sowie die Möglichkeit, ihre Modelle und Plakate auf dem dortigen Messestand der Frankfurt UAS auszustellen. Im Anschluss an die Preisvergabe gab es noch ein gemütliches Beisammensein bei alkoholfreiem Sekt und Gebäck.

Zentrale WebredaktionID: 3724
letzte Änderung: 13.04.2018