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Für mehr Akzeptanz von sexueller Vielfalt

Noch immer wird die sogenannte Konversionstherapie in der Psychotherapie angewandt, um schwule und lesbische Menschen von ihren homosexuellen Neigungen zu „heilen“. Die Behandlungsmethode, die seit Mitte des letzten Jahrhunderts auch bei jungen Erwachsenen durchgeführt wird, kann schwere Depressionen, Verleugnung der eigenen Identität oder gar Suizid zur Folge haben. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat im April 2019 eine Fachkommission berufen,  die Vorschläge für ein wirksames rechtliches Verbot dieser Therapie erarbeiten soll. Unter den beratenden Vertreterinnen und Vertretern der Kommission wird auch Prof. Dr. Stefan Timmermanns, Professor für Sexualpädagogik und Diversität in der Sozialen Arbeit sein. Der Sexualpädagoge lehrt und forscht am Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) zu den Themen Sexualpädagogik und sexuelle Bildung sowie zu sexueller Vielfalt und Aufklärung in der Schule und Sozialen Arbeit.

„Das Verbot der fragwürdigen Konversionstherapie ist ein wichtiger Schritt der Bundesregierung, um zu zeigen, dass Homosexualität keine Krankheit ist. Bis heute wird Homosexualität in vielen Teilen der Gesellschaft nicht als selbstverständlich betrachtet – das muss sich dringend ändern! Es ist für mich eine besondere Ehre, Teil der Kommission zu sein, die über die Umsetzung des Verbots berät“, freut sich Timmermanns, der im Mai und Juni 2019 an zwei ganztägigen Workshops der Kommission teilnehmen wird. Neben ihm sind auch Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Wissenschaft sowie Betroffene von Konversionstherapien eingeladen. Auch Institutionen aus dem Ausland, die mit gesetzlichen Verboten bereits Erfahrungen gesammelt haben, sollen an dem Fach- und Erfahrungsaustausch teilnehmen.

„Ich möchte Prof. Dr. Stefan Timmermanns meine Hochachtung dafür aussprechen, dass er in die Fachkommission berufen wurde. Durch seine fachliche Kompetenz und seinen unermüdlichen Einsatz kann er maßgeblich zu einem offenen Umgang mit Homosexualität sowie für eine gelebte sexuelle Vielfalt in unserer Gesellschaft beitragen“, betont Prof. Dr. Frank E.P. Dievernich, Präsident der Frankfurt UAS. „Unsere Hochschule versteht sich als Ort der Diversität – darum ist die Berufung in die Kommission auch für die Frankfurt UAS sowie unseren Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit eine außerordentliche Auszeichnung.“

Einen Abschlussbericht der Bestandsaufnahme wird das Bundesministerium für Gesundheit gemeinsam mit der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld, die die Kommission fachlich begleiten wird, voraussichtlich im Herbst 2019 veröffentlichen.

Timmermanns ist seit 2013 an der Frankfurt UAS tätig. Unter anderem wirkte er an der Studie „Wie leben lesbische, schwule, bisexuelle und trans* Jugendliche in Hessen?“ mit, die Teil der Umsetzung des Hessischen Aktionsplans für Akzeptanz und Vielfalt ist und aus Landesmitteln finanziert wurde. Details der Erhebung unter http://bit.ly/LSBTQ-Jugendliche.

Kontakt: Frankfurt University of Applied Sciences, Fachbereich 4: Soziale Arbeit und Gesundheit, Prof. Dr. Stefan Timmermanns, Telefon: +49 69 1533-2851, E-Mail: timmermanns.stefan@fb4 .fra-uas.de

Weitere Informationen zum Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit an der Frankfurt UAS unter www.frankfurt-university.de/fb4.

Zentrale WebredaktionID: 3672
letzte Änderung: 05.06.2018