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Erfolg für Studierende beim Data Mining Cup

Gleich drei Teams der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) erreichten beim Studierenden-Wettbewerb Data Mining Cup die Top Ten, eine Gruppe erzielte mit Platz zwei gar das beste Ergebnis der Hochschulgeschichte.

„Data Mining“ klingt nach endlosen Zahlenkolonnen und zäher Theorie – wie praxisnah die Analyse großer Datenmengen auch sein kann, zeigt jedes Jahr der Data Mining Cup (DMC): Bei diesem Wettbewerb lösen Studierenden-Teams aus aller Welt analytische Fragestellungen aus der Wirtschaft. Den diesjährigen DMC schlossen Studierende der Frankfurt UAS im Juli mit dem bislang besten Ergebnis in der Hochschulgeschichte ab: Alle drei Frankfurter Teams schafften es unter die Top Ten; eines landete mit Platz zwei sogar auf dem Siegerpodest.

„Das Teilnehmerfeld und der Konkurrenzdruck wird von Jahr zu Jahr größer. Umso mehr freut es mich, dass wir hervorragende Platzierungen erreichen und neben den meisten internationalen Mitbewerbern auch die Teams der deutschen Hochschulen schlagen konnten“, sagt Prof. Dr. Josef Fink, Professor für E-Business an der Frankfurt UAS, unter dessen Leitung bereits seit 2005 Studierende der Hochschule an dem Wettbewerb teilnehmen. Bislang hatte es jedoch noch keine Gruppe aufs Siegertreppchen geschafft.

Beim DMC 2021 waren insgesamt 115 Teams von 92 Hochschulen aus 27 Ländern vertreten. Die Frankfurt UAs ging in drei Teams mit insgesamt 17 Studierenden des Master-Studiengangs Wirtschaftsinformatik an den Start. Alle drei Gruppen schafften es unter die besten zehn Teams des Wettbewerbs: Ein Team belegte den zweiten Platz, ein weiteres landete auf Platz sechs und ein gemeinsames Team mit der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg beendete den Wettbewerb auf Platz fünf. Das Preisgeld in Höhe von 1000 Euro für den zweiten Rang spendeten die Studierenden an die Betroffenen der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Diese Entscheidung fällten alle drei Teams gemeinsam, denn hinter den Kulissen hatten, wie beim DMC üblich, alle Studierenden an allen Abgaben mitgearbeitet, um der eigenen Hochschule bestmögliche Chancen einzuräumen.

Als Aufgabe sollten die Studierenden innerhalb von 11 Wochen ein Empfehlungsmodell für einen Online-Buchhandel entwickeln. Die Story dahinter: Johannes Gutenberg, so der Name des fiktiven Inhabers einer kleinen Mainzer Buchhandlung, möchte in Zeiten der Pandemie einen Online-Buchshop aufbauen. Und wie die Buchhandlung soll sich auch das Online-Pendant durch persönliche Buchempfehlungen auszeichnen. Als die Zahl der Kunden und Bücher in seinem virtuellen Shop immer größer wird, sucht Gutenberg nach einer Möglichkeit, persönliche Empfehlungen automatisch zu generieren – wie das funktionieren könnte, sollten die Studierenden skizzieren.

Laut Prof. Fink bereichert die Teilnahme am Data Mining Cup das Studium aus mehreren Gründen: „Unsere Studierenden haben die Chance, sich an einer authentischen Aufgabe mit starken Teams zu messen, die oft einen anderen akademischen Hintergrund haben. Zugleich lernen die Studierenden, sich nicht auf Meinungen und Lehrbuch-Stereotype zu verlassen, sondern auf empirische Evidenz. Parallel zum Wettbewerb müssen sich die Studierenden Neues aneignen und eigene Erkenntnisse stets kritisch hinterfragen, ganz wie im späteren Berufsleben auch.“

Die Zusammenarbeit an der Aufgabenstellung wurde für die Studierenden auch dadurch erschwert, dass sie sich zum Teil noch nie persönlich gesehen hatten und sich nur virtuell abstimmen konnten. „Andererseits ließ sich über Zoom auch mal spontan ein Meeting um 23 Uhr anberaumen“, kommentiert Nils-Torben Quester, Sprecher des besten Teams unserer Hochschule und Student des Master-Studiengangs Wirtschaftsinformatik im 4. Semester. Die Bearbeitungszeit sei sehr intensiv gewesen: „Wir konnten die Aufgabe nur als Team meistern, denn es waren verschiedene Skills und Programmierkenntnisse gefragt – vom sogenannten ‚Scraping‘, also dem Auslesen von Websites, über die Berechnung von Ähnlichkeiten in Modellen bis zur Erstellung einer eigenen Evaluationssite für die Buchempfehlungen und deren Auswertung.“ Nun ist die Freude über den Teamsieg groß. „Der zweite Platz bedeutet uns sehr viel“, betont Quester. „Schade ist nur, dass die Preisverleihung auch in diesem Jahr online stattfinden musste – sehr gerne wären wir gemeinsam zur Siegerehrung nach Berlin gefahren.“

Auch Satinder Singh, die den Masterstudiengang Wirtschaftsinformatik im 2. Semester studiert und zum fünftplatzierten Team gehört, ist stolz auf das Ergebnis ihrer Gruppe. „Natürlich war noch etwas Luft nach oben, aber in den Top 10 zu sein ist mehr, als wir erwarten konnten“, sagt sie. Und für sie zählt auch die Erfahrung: „Es war ein besonderes Erlebnis, an einem internationalen Wettbewerb teilzunehmen. Schön war, dass wir als Team wirklich zusammengearbeitet haben. Wir haben gemeinsam viel Zeit und Arbeit investiert.“ Die Aufgabenstellung sei sehr komplex gewesen – „aber sie wurde immer interessanter, je näher wir ans Ziel kamen“, erzählt Singh. „Der Wettbewerbsfaktor hat uns sehr motiviert, das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Zusammen daran zu arbeiten, hat trotz Stress und Zeitdruck großen Spaß gemacht.“

Der Data Mining Cup wird seit dem Jahr 2000 von der Chemnitzer prudsys AG, ursprünglich als Spin-off aus der Technischen Universität Chemnitz gegründet, organisiert.

Zentrale WebredaktionID: 3672
letzte Änderung: 05.06.2018