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Auftakt für deutsch-indische Kooperation

Exkursion an die Rajagiri School of Engineering and Technology

Von Frankfurt aus betrachtet ist Kochi ein exotischer Ort. An der Südwestküste Indiens gelegen, scheinen Sri Lanka und die Malediven von dort nur ein paar Steinwürfe entfernt – bis in die Rhein-Main-Metropole sind es hingegen mehr als 7.000 Kilometer Luftlinie. Aber jenseits der Landkarte liegen die beiden Städte viel näher beieinander: Zwischen der Frankfurt UAS und der Rajagiri School of Engineering and Technology (RSET) in einem Vorort von Kochi bahnt sich eine enge Zusammenarbeit an. Vor der geplanten Unterzeichnung eines Freundschaftsvertrags im Sommer hat nun eine zehnköpfige Studierendengruppe der Frankfurt UAS die RSET besucht.

Schon seit einigen Jahren besteht in der Lehreinheit Elektrotechnik des Fb 2 Kontakt zur RSET, die einen guten Ruf genießt und gerade im ingenieurwissenschaftlichen Bereich eine große Anzahl von Bachelor- und Masterabschlüssen anbietet. Auf ihrem Campus hat die RSET in Kooperation mit dem Essener Stromerzeuger-Konzern Steag das „Centre for Smart City Technologies“ eingerichtet; dort forschen Studierende zu Zukunftsthemen wie Smart Mobility, Smart Energy und der Nutzung von recycelten Materialien.

Dieses Zentrum haben auch die Frankfurter Studierenden – drei von ihnen aus dem Masterstudiengang Mechatronik und Robotik, zwei angehende Bacheloranden der Mechatronik und fünf der Elektrotechnik – kennengelernt. Gemeinsam mit indischen Studierenden arbeiteten sie im „Centre for Smart City Technologies“ anderthalb Tage lang an einem kleinen Projekt zum Thema Automatisierungslösungen. Außerdem standen während ihrer Reise Betriebsbesuche bei einer Halbleiterfertigung und bei der brandneuen Kochi Metro auf dem Programm, genau wie Ausflüge zu einer Teeplantage und in einen Nationalpark. Begleitet wurde die Gruppe von Prof. Dr. Karsten Schmidt, Studiengangsleiter Mechatronik und Prodekan am Fachbereich 2.

Die Studierendenexkursion war gewissermaßen eine „Pilotreise“: Im August werden die Frankfurt UAS und die RSET einen Freundschaftsvertrag unterzeichnen und ihre Zusammenarbeit damit auf ein stärkeres Fundament stellen. Ab dem kommenden Jahr soll es dann ein internationales Projektmodul geben – die erste deutsch-indische Summer School in den Ingenieurwissenschaften. Je ein Sommersemester lang werden Studierende aus Frankfurt und Kochi in Projektteams an Themen wie dem Internet of Things und an Konzepten für Mobilität und Energiegewinnung zusammenarbeiten. Zu Beginn des Semesters sollen die deutschen Studierenden dazu für eine Woche nach Indien reisen, während des Semesters treffen sich die Teams virtuell. Ein Besuch der indischen Studierenden in Deutschland und eine gemeinsame Projektpräsentation an der Frankfurt UAS bilden den Abschluss der Summer School.

„Wir freuen uns sehr, einen so innovativen Partner wie die Rajagiri School of Engineering and Technology gewinnen zu können“, erklärt Schmidt. „Die enge Zusammenarbeit, gerade auch mit der Beteiligung der Steag, verspricht starke fachliche Impulse für die Studierendenteams. Zugleich sind wir sicher, dass die jungen Menschen an beiden Hochschulen vom internationalen Austausch profitieren und auch abseits der Forschung voneinander lernen können.“ Die Pilotexkursion hat dafür bereits den Weg geebnet – so berichtet etwa die Teilnehmerin Niuscha Farzin, Studierende der Elektrotechnik mit dem Schwerpunkt Energieeffizienz erneuerbare Energien im 6. Semester: „Die Exkursion war eine extrem tolle Erfahrung, die ich jedem Studenten weiterempfehlen würde. Durch die nahe Zusammenarbeit mit den RSET-Studierenden hatten wir die Möglichkeit, das Land, die Kultur und das Studentenleben in Indien sehr gut kennenzulernen. Wir haben bis heute regelmäßigen Kontakt zueinander.“

Zentrale WebredaktionID: 4224
letzte Änderung: 01.05.2018