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Fb 2 räumt bei "AppliedIdea" ab – das sind die Gewinner

Jedes Jahr zeichnet die Frankfurt UAS handfeste Ideen von Hochschulangehörigen und Alumni im „AppliedIdea“-Wettbewerb aus. In diesem Jahr hatte unser Fachbereich dabei jede Menge Erfolg: Teams unseres Fachbereichs sind auf Platz 1, 2 und 3 gelandet. Wer steckt hinter den angewandten Ideen?

1. Platz: „Smart Natives“ – digitales Lernen trifft Zukunftsfragen

Der erste Preis des Wettbewerbs in Höhe von 1.500 Euro geht an Mohammed Waheed, Student der Elektro- und Informationstechnik am Fachbereich 2, und Rinku Sharma, IT-Unternehmer, mit besonderem Dank für die Unterstützung an den zwölfjährigen Junior-Entwickler Julian Hufmann. Das Team hat mit der Projektidee „SmartNatives“ sogenannte „Lernreisen“ für Kinder und Jugendliche konzipiert, durch die Nutzer/-innen spielerisch Zukunftsthemen wie die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen erforschen können. Das Konzept soll beispielweise für hybride Unterrichtsformen genutzt werden.

„Wir möchten so vielen Kindern wie möglich dabei helfen, die digitale Welt und unsere Zukunftsthemen zu verstehen – und zwar auf eine kreative Weise“, erklärt Waheed. Sharma ergänzt: „Gerade vor dem Hintergrund einer globalen Pandemie werden diese beiden Ziele immer wichtiger.“

Lernen durch Storytelling

Die Lernreisen sind als Geschichten gestaltet. Darin werden die Kinder zu „Helden“, indem sie „Schurken“ mit ihren Taten überzeugen – etwa davon, die Umwelt nicht zu verschmutzen. Den Anstoß für das Projekt gaben Erfahrungen, die Waheed als Betreuer in einem Ferienworkshop für Kinder machte: Ausstattung und Methoden seien nicht auf die Bedürfnisse der Schüler/-innen ausgerichtet gewesen, berichtet er. Der Student findet: „Lernumfelder und Lehrmethoden für Kinder sind heute oft nicht zeitgemäß. Wir glauben, dass sich Kinder mit Formaten wie ‚SmartNatives‘ leichter Fähigkeiten wie Problemlösekompetenzen oder zielorientiertes Arbeiten aneignen und zugleich ihr Bewusstsein für die wichtigen Fragen der Zukunft schärfen.“

Als nächster Schritt soll für „SmartNatives“ die Unternehmensgründung folgen. Dabei hofft das Team auf Zuwachs. „Wir suchen noch jemanden mit Marketingskills, der mit an Bord kommen möchte“, erzählt Sharma, „am liebsten eine Gründerin, denn gemischte Teams sind am stärksten.“

2. Platz: „Findle“ – Fitnessstudio aus dem Koffer

Den zweiten Preis des Wettbewerbs in Höhe von 1.000 Euro erhalten Tim Sommer, Kai Binder, Nhu Nguyen, Maximilian Sparn und Andreas Trautschold, die mit dem „Findle“ ein modulares Fitnessprodukt entwickelt haben. Die verschieden kombinierbaren Module des Produkts ermöglichen zahlreiche Trainingsstile.

Alle fünf Teammitglieder studieren im Master-Studiengang Allgemeiner Maschinenbau. „Unsere Idee des ‚Findles‘ ist im Projekt integrierte Produkt- und Prozessentwicklung unter der Betreuung durch Herrn Prof. Damian Großkreutz entstanden. Darin ging es darum, ein innovatives und mobiles Fitnessgerät von der Idee bis hin zur Serienreife zu entwickeln“, erzählt Sommer. Um sich ein Bild von den Wünschen und Bedürfnissen potenzieller Kundinnen und Kunden zu machen, führte das Team zunächst eine Umfrage mit über 100 Teilnehmer/-innen durch. Auf Basis der Ergebnisse konzipierten die Studierenden dann den „Findle“.

Ausrichtung auf eine junge Zielgruppe

Der Schachtelname aus „Fitness“ und „Handle“, zu Deutsch Griff, deutet es schon an: Herzstück des „Findles“ ist ein Griff. Dieser Griff lässt sich mithilfe eines magnetischen Verbindungsmechanismus‘ in kürzester Zeit mit einigen Modulen zu unterschiedlichen Trainingsgeräten umbauen, etwa Hanteln, Liegestützgriffe, ein Widerstandsband oder ein Springseil. Die Studierenden zeigen sich zufrieden mit dem Ergebnis: „Nach all dem Ehrgeiz und der Arbeit, die wir in dieses Projekt gesteckt haben“, sagt Sommer, „sind wir sehr stolz darauf, wie sich unsere Idee weiterentwickelt hat.“

Wichtig war dem Team auch die Preisgestaltung. „Wir möchten mit dem Preis für den ‚Findle‘ unter 100 Euro bleiben und damit gerade jungen Leuten eine Alternative zur deutlich teureren Konkurrenz bieten“, erklärt Sommer. Bevor aber die Idee einer Unternehmensgründung – die das Team nicht ausschließt – diskutiert wird, soll professionell ein „Findle“-Prototyp hergestellt werden. Den wird das Team dann noch einmal auf Herz und Nieren testen.

3. Platz: „HotGloves“ – trotz Kälte warme Hände beim Radfahren

Mit dem dritten Preis in Höhe von 500 Euro wurden Boris Schilder, Gordon Anderson und Sebastian Berner für ihre „HotGloves – Heizhandschuhe für E-Bikes“ ausgezeichnet. Bei den „HotGloves“ handelt es sich um Handschuhe, die induktiv unter Verwendung einer Senderspule im Griff von E-Bikes und einer Empfängerspule im Handschuh während der Fahrt beheizt werden.

Die Idee dahinter stammt von Anderson. Er ist als Senior Powertrain Manager beim Aachener Unternehmen e.GO Moove tätig und pendelt häufig mit dem E-Bike zur Arbeit. „Jeder Fahrradfahrer kennt das Problem, wenn er bei niedrigen Temperaturen unterwegs ist – die Hände werden schnell kalt“, sagt Anderson. „Eines Morgens fiel mir auf, dass mein E-Bike eine tolle Energiequelle darstellt, die man zum Wärmen der Hände nutzen könnte.“ Um die Energie effizient und ergonomisch von der Batterie zu den Händen zu transportieren, schien ihm Induktion das geeignete Mittel.

Im Visier: Ein marktfähiges Produkt

Sein Freund Boris Schilder, Professor für Thermodynamik und Strömungslehre am Fachbereich 2, war von der Idee begeistert. „Als leidenschaftlicher Radfahrer finde ich es toll, ein Projekt zu unterstützen, das den Anteil nachhaltiger Mobilität auf unseren Straßen erhöhen kann“, erklärt der Wissenschaftler. Auch Sebastian Berner, Student im Master-Studiengang Allgemeiner Maschinenbau an der Frankfurt UAS, überzeugte das Ganze. Er berichtet: „Mir gefiel die Idee sehr gut und es hat mich motiviert, durch meine Simulationen etwas Sinnvolles zu dem Projekt beitragen zu können.“ Gemeinsam konzipierte das Team einen ersten Prototypen und erbrachte den Beweis, dass die Idee umsetzbar ist.

Im Rahmen einer Bachelorarbeit sollen nun weitere detaillierte Simulationen vorgenommen und ein optimierter Prototyp entwickelt werden. Und wie es danach weitergeht, steht auch schon fest: „Wir möchten Förderkapital sammeln und mit der Konstruktion und Validierung der HotGloves starten“, so Schilder, „um ein marktfähiges Produkt zu entwickeln.“


Der AppliedIdea-Ideenwettbewerb

Die Teilnahme am AppliedIdea-Ideenwettbewerb steht allen Studierenden, Professorinnen und Professoren, Mitarbeitenden sowie Alumni und Alumnae bis fünf Jahre nach ihrem Abschluss offen, die eine besondere Idee, sei es für eine kommerziell orientierte Unternehmung oder für einen Non-Profit-Ansatz, vorstellen wollen. Neben den Geldpreisen wird im Rahmen des Wettbewerbs Unterstützung bei der Realisierung der Ideen und professionelles Feedback von Expertinnen und Experten aus Hochschule und Wirtschaft geboten.

Kontakt:
Frankfurt University of Applied Sciences | Abteilung Forschung, Innovation, Transfer
Kristiane Seidel, Telefon: +49 69 1533-2162, E-Mail: ideenwettbewerb(at)fit.fra-uas.remove-this.de

Weitere Informationen zum AppliedIdea-Ideenwettbewerb unter: www.appliedidea.de

Zentrale WebredaktionID: 4245
letzte Änderung: 01.05.2018