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Umweltfreundliches Mobilitätskonzept ausgezeichnet

Umweltfreundliches Mobilitätskonzept ausgezeichnet

Silke Höhl, Forschungsgruppe ReLut an der Frankfurt UAS, erhält Innovationspreis „Beste Idee 2019“ der Allianz pro Schiene.

Bereits zum zweiten Mal kürt die Allianz pro Schiene herausragende Frauen, die mit ihren Visionen und ihrem Erfindungsgeist Mobilität neu denken und mitgestalten. Die Mobilitätsgestalterinnen 2019 konnten sich in einem hochkarätigen Bewerberinnenumfeld durchsetzen. Bei einer Sieger-Gala in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften wurde neben Saskia Schulz aus Bremervörde auch Silke Höhl, Forschungsgruppe ReLut der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS), mit dem Preis für die „Beste Idee 2019“ des Innovationspreises Mobilitätsgestalterin ausgezeichnet. Sie erhält den Preis für ihr durchdachtes Mobilitätskonzept für die innerstädtische Paketzulieferung.

Höhls Ansatz: Um die boomenden Paketlieferungen (im innerstädtischen Bereich) umweltfreundlicher zu gestalten, müsse man keine neue Verkehrsinfrastruktur schaffen. Besser sei es, die bestehenden Möglichkeiten zu nutzen. In den Städten gäbe es ein mehr oder weniger gut ausgebautes Netz des Öffentlichen Personennahverkehrs. Daher könnten U- und Straßenbahnen den Transport in die Innenstädte übernehmen. Von dort gehe es für die letzten Kilometer auf dem Weg zur Haustür mit einem Lastenrad weiter.

Dieses Konzept wird bereits an einigen Orten getestet. Doch die umweltfreundliche Alternative zum massenweisen Straßentransport funktioniert nur, wenn eine ganze Reihe von Voraussetzungen erfüllt ist. Die Paketdienstleister, die einen harten Konkurrenzkampf miteinander führen, müssen ihre Pakete bereits im Depot in standardisierte Boxen laden. Diese Mini-Container haben im Modell von Höhl die Maße, um auf Lasträder zu passen. Vom Depot werden sie zunächst zu einer Station am Stadtrand gebracht. Dort lädt die Tram oder die U-Bahn die Ware auf. Wenn der Berufsverkehr nachlässt – also ab 9.00 Uhr morgens –, ist die beste Zeit für den Pakettransport gekommen. Bei dem helfen die standardisierten Container, den personellen Aufwand und damit die Kosten in Grenzen zu halten. Allerdings gehören zu den vielen Herausforderungen auf dem Weg von der Idee zur Praxisanwendung neben technischen und organisatorischen auch rechtliche Probleme.

Heute sind Trams ausschließlich für den Personenverkehr und nicht für den Gütertransport zugelassen. Wer jedoch eine andere Mobilität wolle, dürfe sich von so etwas nicht abschrecken lassen, findet Höhl, die aktuell eine Simulation vorbereitet, um die Idee in den Praxistest zu schicken. Für die Jury des Innovationspreises der Allianz pro Schiene birgt das Konzept großes Potential. „Der Pakettransport mit U- und S-Bahn und Lastenrad kann in vielen Städten in Deutschland und darüber hinaus helfen, die Umweltbelastung in den Metropolen zu reduzieren. Mit ihrer Innovation legt Höhl zudem ein Modell vor, mit dem Kommunen durch die Reduzierung des Straßenverkehrs im innerstädtischen Raum urbane Lebensqualität zurückgewinnen können“, betonte Michael Güntner, Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, bei der Preisverleihung.

Zentrale WebredaktionID: 4225
letzte Änderung: 30.04.2018