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Logistikkongress 2021: Neue Impulse für die Logistik der Zukunft

Logistikkongress 2021: Neue Impulse für die Logistik der Zukunft
Innovations- und Karrieremesse fand am 31. Mai 2021 zum zweiten Mal im digitalen Format statt

Rund 500 Teilnehmende, 28 Fachvorträge und Diskussionen, vier Keynotes, zwei parallele Webinarräume – am 31. Mai 2021 hat der Logistikkongress@HOLM, der gemeinsam von mehreren Hochschulen aus dem Rhein-Main-Gebiet ausgerichtet wurde, zum zweiten Mal im digitalen Format stattgefunden. Er bot einer Vielzahl von Logistik-Interessierten Einblicke in die berufliche Vielfalt des zukunftsträchtigen Wirtschaftszweigs und widmete sich den Themenschwerpunkten „Güter bewegen“, „Digitalisierung anwenden“ sowie „Zukunft nachhaltig gestalten“. Ergänzt wurde das Programm zudem um Keynotes von Jens Deutschendorf, Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen; Jochen Partsch, Oberbürgermeister der Stadt Darmstadt; Prof. Dr. Thomas Wimmer, Vorstandsvorsitzender der Bundesvereinigung Logistik, und Richard Bishop, Experte für Autonomes Fahren, der live aus Amerika zugeschaltet wurde. Die Veranstaltung bot zudem eine gute Gelegenheit (nicht nur) für Studierende, Kontakte zu Unternehmen und möglichen Kooperationspartnern für Abschlussarbeiten zu knüpfen.

Durchgeführt wurde der Zukunftskongress von der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS), der Hochschule Darmstadt (h_da), der Hochschule Fresenius, der Hochschule Fulda, der Hochschule Geisenheim, der Hochschule Rhein Main(HRM), , der Hochschule Worms, der International School of Management (ISM), der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM), der Technischen Universität Darmstadt, sowie der EBS Universität für Wirtschaft und Recht. Unterstützt wurde die Veranstaltung zudem von den Logistik-Unternehmen Miebach Consulting GmbH, Q_PERIOR AG, und P3 Group.

„Wir wollen Lust auf Logistik machen – das ist uns mit dem diesjährigen Logistikkongress eindeutig gelungen!“, so Prof. Dr. Kai-Oliver Schocke, Dekan und Professor für Logistik und Produktionsmanagement am Fachbereich Wirtschaft und Recht sowie Geschäftsführender Direktor des Research Lab for Urban Transport (ReLut) der Frankfurt UAS. „Die Vielzahl und Breite der Vorträge zeigt, wie spannend, vor allem aber wie innovativ Logistik ist.“

Zum Start des nunmehr 6. Logistikkongresses begrüßte Michael Kadow, Geschäftsführer des House of Logistics & Mobility (HOLM), alle Teilnehmenden. In seinem Grußwort stellte er heraus, dass in der Logistik immer häufiger der Komfort für den Kunden im Fokus stehe. Die Devise laute „höher, schneller, weiter“. Staatssekretär Jens Deutschendorf ergänzte in seiner anschließenden Keynote, dass es eine Vielzahl von wichtigen Themen für die Logistikbranche gäbe. „Es geht um Flächenkompensation, um Nachhaltigkeit, um Prozessoptimierung, um Simulationen und vieles mehr. All diese Trends verdeutlichen, dass die Logistik-Branche vor großen Herausforderungen steht und zeigt auch, wie vielfältig diese sind.“ Mögliche Lösungsansätze hierfür boten die Vorträge, die parallel in den zwei Webinar-Räumen stattfanden. Sie wurden von Totinia Hörner (Webinarraum 1) und Celine Otto (Webinarraum 2), beide Studentinnen am Fachbereich Wirtschaft und Recht der Frankfurt UAS, moderiert.

Die Logistik-Branche ist im digitalen Umbruch – Künstliche Intelligenz (KI) spielt eine nie dagewesene Rolle, insbesondere, wenn es um die zentrale Frage geht, wie Logistik zu einer nachhaltigen Zukunft beitragen kann – dieser Trend zeigte sich auch in vielen der Fachvorträge und Diskussionen. Zentrale Themen waren unter anderem die letzte Meile (Klaus Stodick von UPS und Beres Selbach von OneMotion GmbH), insbesondere mit Hinblick auf die KEP-Branche, sowie die Digitalisierung und Optimierung logistischer Prozesse (z.B Christoph Nörtershäuser von Transgourmet) und Murat Karakaya (CargoSteps GmbH & Co. KG). Auch wurde der Fokus auf die Automatisierung von Transportketten und Social Media in der Beschaffung gelegt. Der Experte für Autonomes Fahren, Richard Bishop (Bishop Consulting), der live aus den USA zugeschaltet wurde, referierte bspw. über Automated Trucking, also die Automatisierung des LKW-Transports. Einige der Vorträge nahmen zudem Bezug auf die Corona-Pandemie: Welche Herausforderungen durch die Corona-Pandemie bspw. in der Luftfrachtspedition entstanden sind, zeigte Timo Stroh, Dachser SE, auf. Kerstin Stapelmann, SALT Solutions GmbH, widmete sich in ihrem Vortrag der Frage, ob die Pandemie gar als Lehrer und Triebfeder für Digitalisierungsprojekte zu betrachten sei. In den jeweils anschließenden Q&A’s erhielten die Teilnehmenden die Möglichkeit, ihre Fragen an die Speaker zu richten und so tiefer in das jeweilige Thema einzusteigen bzw. ihr Wissen zu vertiefen.

Auch wurden beim Logistikkongress gleich mehrere innovative Entwicklungen vorgestellt, die klimaschonend und „smart“ in zahlreichen Bereichen der Logistik und der Mobilität eingesetzt werden können:

Eine umweltfreundliche Mobilitätslösung für das steigende Verkehrsaufkommen in Städten bietet der EDAG CITYBOT, der von Karina Schäfer, EDAG Production Solutions GmbH & Co. KG, präsentiert wurde. Dabei handelt es sich um ein smartes Mobilitätssystem, welches sowohl in der Stadt, im Flughafen-Vorfeld oder im logistischen Dienstleistungsbereich eingesetzt werden kann. In hochautomatisierten Lager- und Distributionszentren kann der EDAG CITYBOT bspw. den kompletten Logistikprozess abbilden. Auch der effiziente und nachhaltige Transport von Waren und Gütern wird in den kommenden Jahren eine immer wichtigere Rolle spielen. Wie dies gelingen kann, zeigte Peter Littau, Volocopter GmbH, der die VoloDrone vorstellte. Diese ist eine ist eine unbemannte, vollelektrische Utility-Drohne, die eine Nutzlast von bis zu 200 kg tragen kann. Sie wurde für den Einsatz in verschiedenen Branchen entwickelt und kann dort eingesetzt werden, wo der klassische Transport an seine Grenzen stößt. Wie die Zukunft nachhaltiger Mobilität aussehen kann, zeigte Gabriele Semino von TUM Hyperloop by Next Prototypes e.V.: Sie stellte den Hyperloop vor, ein ultraschnelles bodengebundenes Transportsystem für Passagiere und Fracht, welches auf einer Idee von Elon Musk, CEO von Tesla und SpaceX, basiert. Das System besteht aus teilweise evakuierten Röhren, die Mobilitätszentren in großen Ballungsräumen verbinden, und aus Fahrzeugen, die sich durch kontaktlose Schwebe- und Antriebssysteme sowie geringen Luftwiderstand mit sehr hohen Geschwindigkeiten bewegen können. Mit diesem System kann die Tür-zu-Tür-Reisezeit auf mittleren Entfernungen im Vergleich zu heutigen Verbindungen erheblich verkürzt werden.

Neben den zahlreichen neuen Impulsen, die insbesondere den teilnehmenden Studierenden einen guten Einblick in die Branche boten, ermöglichte der Logistikkongress zudem das Netzwerken und damit den Austausch zu Logistikexpertinnen und -experten aus der Wirtschaft – eine ideale Möglichkeit für die Studierenden, Kontakte in die Berufswelt zu knüpfen. In Breakout-Rooms konnten sich die Studierenden zudem untereinander sowie den Sponsoren des Kongresses austauschen. Zudem teilten einige der Speaker ihre Kontaktdaten und riefen dazu auf, sich bei Fragen zu den Vorträgen oder aber bei Interesse an offenen Stellenangeboten zu melden. Das rege Interesse an den vorgestellten Themen ebbte auch bis zum Ende des Kongresses nicht ab.

Zentrale WebredaktionID: 4225
letzte Änderung: 30.04.2018