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Hans-Messer-Preis 2021: Energie für Mars-Rover und Folgen des Brexits

Frankfurt am Main, 18. Mai 2022. Ausgezeichnete Forscher für die Praxis: Constantin Jung, Absolvent des Bachelor-Studiengangs Wirtschaftsrecht der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS), und Christoph Geng, Absolvent des Master-Studiengangs Mechatronik und Robotik, erhalten den Hans-Messer-Preis 2021. Die Frankfurter Industrie- und Handelskammer (IHK) verleiht den Preis seit 1990 als Anerkennung für herausragende Studien- und Prüfungsleistungen an Studierende der Frankfurt UAS. Er ist mit jeweils 3.000 Euro dotiert.

Der Frankfurter Constantin Jung (28) wird ausgezeichnet für seine Bachelor-Arbeit zu „Autonomes deutsches Gesellschaftskollisionsrecht: Der Brexit als Anlass zur Kodifikation der Gründungstheorie zur Rettung der ,deutschen‘ Limited“. Christoph Geng (32) aus Heitersheim (Baden-Württemberg) erhält den Preis für seine Master-Arbeit „Entwurf und Implementierung einer Photovoltaikanlage zur autarken Energieversorgung mobiler Roboter“. Beiden Absolventen bescheinigen ihre Prüfer ein außergewöhnlich hohes Niveau ihrer Abschlussarbeiten, was jeweils mit der Bestnote 1,0 belohnt wurde. Sowohl Geng als auch Jung haben bereits Ergebnisse ihrer Arbeiten in Fachzeitschriften publiziert.

 

„Als Hochschule für angewandte Wissenschaften sind uns praxisnahe Lehre und Forschung ein besonderes Anliegen, und wir danken der IHK Frankfurt, dass sie herausragende Leistungen unserer Studierenden alljährlich mit dem Hans-Messer-Preis würdigt“, so Prof. Dr. Frank E.P. Dievernich, Präsident der Frankfurt UAS. „Die diesjährigen Preisträger Herr Geng und Herr Jung, denen wir herzlich gratulieren, beweisen mit ihren Arbeiten zu aktuellen Themen, dass sie den Transfer in die Praxis hervorragend umzusetzen wissen.“

 

„Die Industrie- und Handelskammer möchte mit diesem Preis die Innovationsstärke und -freude der Metropolregion aufzeigen. Uns ist es ein großes Anliegen, Forschung und Wirtschaft enger zu verzahnen“, sagte Ulrich Caspar, Präsident der IHK Frankfurt am Main. „Wissens- und Technologietransfer ist für Wissenschaft und Wirtschaft eine ganz zentrale, gemeinsame Aufgabe: Er hilft, die Wettbewerbsfähigkeit am Standort zu sichern und insbesondere unseren Unternehmen bei der Suche nach Fachkräften.“

 

Energie für den Rover

Christoph Geng war Mitglied im „Frankfurt Robotics Science Team (FRoST)“, einem studentischen Projektteam am Fachbereich Informatik und Ingenieurwissenschaften der Frankfurt UAS, das an internationalen Roboterwettbewerben teilnimmt. Dessen Teamleiter Prof. Dr. Karsten Schmidt, Professor für Mechatronik und Microcontrollertechnik, war auch Betreuer von Gengs Masterarbeit. Ziel des FRoST-Projekts ist es, einen Rover, also einen mobilen Roboter zu bauen, der auf einer marsähnlichen Oberfläche diverse Aufgaben – z.B. die Entnahme von Bodenproben oder das Lösen von Navigationsproblemen – erfüllen kann. Im Laufe des Jahres 2020 wurde ein komplett neuer mobiler Roboter konstruiert und aufgebaut, der ab 2022 bei internationalen Wettkämpfen in Polen und Indien zum Einsatz kommen wird. Christoph Gengs Aufgabe war es, eine autarke und nachhaltige Energieversorgung für den Rover zu entwerfen und zu implementieren. Geng wählte Solarpanels als Energielieferanten, entwarf eine mechanische Konstruktion, eine elektronische Schaltung und implementierte ein Programm für die Microcontroller-basierte Steuerungssoftware.

Seine Aufgabe löste er mit Bravour, sowohl in wissenschaftlicher Hinsicht, als auch mit Blick auf die praktische Umsetzung, lobt Prof. Dr. Karsten Schmidt. „Herr Geng hat mit seiner Master-Arbeit ein überragendes Ergebnis von hoher Qualität erzielt, welches auch bereits auf einer internationalen Fachtagung präsentiert wurde“.

 

Christoph Geng absolvierte nach seiner Ausbildung zum Mechaniker für Land- und Baumaschinentechnik sein Bachelor-Studium in Maschinenbau an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Karlsruhe. Neben seinem Master-Studium an der Frankfurt UAS arbeitete er als Ingenieur im Sondermaschinenbau. In seiner Freizeit engagiert sich der 32-Jährige ehrenamtlich bei den Pfadfindern. Nach seinem Master-Abschluss ist er derzeit als Projektleiter im Anlagenbau beschäftigt.

 

Folgen des Brexits auf das europäische Gesellschaftsrecht

Constantin Jung befasst sich in seiner Bachelor-Arbeit mit dem deutschen Gesellschaftskollisionsrecht. Anlass seiner Untersuchung sind die Folgen des Brexits auf das europäische Gesellschaftsrecht, konkret auf Gesellschaften, die in Deutschland als sogenannte Limited tätig sind. „Als Herr Jung seine Bachelorthesis verfasst hat, waren weder ein Brexit-Freihandelsabkommen noch eine gesellschaftsrechtliche Anerkennung für englische Gesellschaften beschlossen. Daraus ergab sich die Gefahr, dass die ,deutschen‘ Limiteds sachrechtlich in eine deutsche Rechtsform aufgrund des autonomen deutschen Gesellschaftskollisionsrechts umqualifiziert werden, mit fatalen Rechtsfolgen wie u.a. einer persönlichen Haftung ihrer Gesellschafter“, erläutert Prof. Dr. Domenik H. Wendt, Professor für Bürgerliches Recht, Europäisches Wirtschaftsrecht und Europarecht am Fachbereich Wirtschaft und Recht der Frankfurt UAS, der die Arbeit als Erstprüfer betreut hat.

Jung analysiert, ob man diesen Folgen mit der Kodifikation, d.h. einer systematischen Zusammenfassung von Rechtsvorschriften der sogenannten Gründungstheorie im deutschen Gesellschaftskollisionsrecht begegnen kann. „Dabei sind die Ausführungen von Herrn Jung präzise, Streitfragen klar benannt und analysiert und die wissenschaftliche Methodik ist tadellos“, loben übereinstimmend Prof. Dr. Wendt und Zweitprüfer Prof. Dr. Stefan Brass, Professor für Bürgerliches Recht und Gesellschaftsrecht, die überdurchschnittliche Leistung.

 

Constantin Jung war Deutschlandstipendiat der Frankfurt UAS, arbeitete neben seinem Studium als Tutor im Fachbereich Wirtschaft und Recht und war zudem wissenschaftlicher Mitarbeiter des Research Lab for Law and Applied Technologies (ReLLaTe) der Frankfurt UAS. Nach seinem Bachelor hat der Wirtschaftsjurist den juristischen Postgraduierten-Abschluss LL.M. an der University of Dundee (Schottland) erworben und arbeitet im Corporate Governance / Investment Stewardship Team der DWS.

 

Hans-Messer-Preis

Der Hans-Messer-Preis wird jährlich zu Ehren des langjährigen IHK-Präsidenten und Ehrenpräsidenten Dr. Hans Messer vergeben, um den Know-how-Transfer zwischen Unternehmen und Hochschulen weiter zu intensivieren. Coronabedingt fand die diesjährige Preisverleihung im kleinen Kreis statt.

Kontakt: Frankfurt University of Applied Sciences, Fachbereich 3: Wirtschaft und Recht, Prof. Dr. Domenik H. Wendt, Telefon: +49 69 1533-3876, E-Mail: wendt(at)fb3.fra-uas.remove-this.de

Fachbereich 2: Informatik und Ingenieurwissenschaften, Prof. Dr. Karsten Schmidt, Telefon: +49 69 1533-2219, E-Mail: schmidtk(at)fb2.fra-uas.remove-this.de

 

Informationen zum Bachelor-Studiengang Wirtschaftsrecht unter: www.frankfurt-university.de/ba-wire

Informationen zum Master-Studiengang Mechatronik und Robotik unter: www.frankfurt-university.de/ma-mechatronik

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letzte Änderung: 30.04.2018