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Mit Gamification ans Ziel

Forschungsprojekt SG4Mobility erprobt App für mehr Bewusstsein für nachhaltige Mobilität im städtischen Raum mit spielerischen Ansätzen

Gerade im urbanen Raum wird der Ruf nach nachhaltigen Verkehrslösungen immer lauter. Doch wie bewegen sich die Bewohner/-innen im städtischen Raum fort und wie kann man ein Bewusstsein für nachhaltige Mobilität schaffen? Im Forschungsprojekt „Umweltfreundliches Mobilitätsverhalten und Gesundheitsförderung mit Serious Games – SG4Mobility“ wurde mittels Aktivitätserkennung über das Smartphone die Mobilität von Personen in Offenbach am Main erfasst. Dadurch konnte einerseits die Mobilitätsanalyse durch konkrete Mobilitätsdaten verbessert werden und andererseits, einzelnen Nutzerinnen und Nutzern ihre persönliche Mobilität veranschaulicht werden, um das umweltfreundliche Mobilitätsverhalten spielerisch zu fördern. Im Rahmen des Projekts wurde hierfür eine App entwickelt, die Aktivitätserkennung und sogenannte Gamification‐Ansätze vereint. Durchgeführt wurde das Projekt von dem Fachgebiet Multimedia Kommunikation der TU Darmstadt, der Fachgruppe Neue Mobilität der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS), der wer denkt was GmbH sowie der Rösch & Associates Information Engineering GmbH.

„Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur hat bereits im Kurzreport ‚Mobilität in Deutschland‘ prognostiziert, dass der Verkehr bis 2030 trotz abnehmender Einwohnerzahl deutlich zunehmen wird. Gerade darum ist es wichtig, ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit im Personenverkehr zu schaffen“, betont Prof. Dr.-Ing. Petra K. Schäfer, Professorin für Verkehrsplanung am Fachbereich Architektur, Bauingenieurwesen, Geomatik sowie Leiterin der Fachgruppe Neue Mobilität an der Frankfurt UAS. „Zu den umweltfreundlichen Verkehrsmitteln zählen nicht-motorisierte Verkehrsträger, also zu Fuß gehen und Radfahren, als auch öffentliche Verkehrsmittel, das heißt Bahn, Bus und Taxis, sowie das Carsharing und Mitfahrgelegenheiten.“ Diese werden unter dem Begriff „Umweltverbund“ zusammengefasst. „Planerisch und verkehrspolitisch ist es das Ziel, den Umweltverbund zu fördern und die Nutzung des eigenen Autos zu reduzieren, um Emissionen im Verkehrssektor zu senken“, ergänzt Schäfer.

Ziel des Forschungsprojekts war es, den benannten Umweltverbund über spielerische Ansätze zu fördern. Die App hat hierzu zuerst das Mobilitätsverhalten der Nutzer/-innen über automatische Aktivitätserkennung via GPS und Smartphone-Sensorik ermittelt. Erfasst wurde dabei, wann und wo  die über 40 Testprobandinnen und -probanden mit welchen Verkehrsmitteln wohin unterwegs waren. Die gesammelten Daten wurden den Nutzerinnen und Nutzern in der App visualisiert und mit durchschnittlichen CO2-Emissionswerten verknüpft, um das eigene Mobilitätsverhalten zu verdeutlichen. Durch die Verwendung von spielerischen Elementen in Kombination mit typischerweise nicht‐spielerischen Tätigkeiten, sogenanntes „Gamification“, war es das Ziel, den Nutzerinnen und Nutzern der App anhand einer vorgegebenen Bewertungsstruktur eine Handlung oder einen Prozess durch Belohnungen attraktiver zu machen und sie zu motivieren, diese zu wiederholen. Konkret wurden die in der App automatisch erfassten Verkehrsmittel unterschiedlich bepunktet. So wurden die umweltfreundlichen Verkehrsmittel höher bepunktet, als zurückgelegte Strecken mit dem Auto. Mit ortsbasierten Mini‐Spielen, beispielsweise an Haltestellen, durften die Personen ihre körperliche und geistige Aktivität zudem unter Beweis stellen. In Ranglisten konnten sich die Nutzerinnen und Nutzer vergleichen.

Weitere Informationen finden Sie in der entsprechenden Pressemitteilung.

Zentrale WebredaktionID: 3670
letzte Änderung: 13.04.2018