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Wissenschaftliche Hebammenausbildung in Frankfurt startet

Frankfurt UAS und Goethe-Universität bündeln Aktivitäten in einem Zentrum für Hebammenwissenschaften.

Mit 55 Studienplätzen in ihrem gemeinsamen Bachelor-Studiengang „Hebammenwissenschaften“ starten die Frankfurt UAS und die Goethe-Universität mit dem Universitätsklinikum Frankfurt im Sommersemester 2022. Hierzu entwickelten beide Hochschulen ein gemeinsames Konzept für die wissenschaftliche Hebammenausbildung in Form von Bachelor- und Masterstudiengängen. Sie wollen ihre Aktivitäten künftig in einem Zentrum für Hebammenwissenschaften bündeln, um Synergien zwischen den Hochschulen zu schaffen. In Hessen wird, wie vom Bundesgesetzgeber vorgesehen, die Hebammenausbildung ab 2023 vollständig in Form eines Dualen Studiums angeboten.

„Die Frankfurt UAS und die Goethe-Universität haben gemeinsam einen qualitativ hochwertigen Studiengang konzipiert, der neben der akademischen Ausbildung der Hebammen zugleich den wissenschaftlichen Nachwuchs sichern wird. Als Hochschule für Angewandte Wissenschaften blicken wir mit unserem Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit auf eine lange Historie und hohe Expertise in diesem Bereich zurück. Neben vielfältigen Gesundheits- und Pflegestudiengängen mit hohen Praxisanteilen verfügen wir über zahlreiche Kooperationen mit Krankenhäusern“, erklärt Prof. Dr.-Ing. René Thiele, Vizepräsident für Studium und Lehre. „Vor diesem Hintergrund werden unsere Lehrenden in dem neuen Studiengang verantwortlich für den Hebammenwissenschaftlichen Part, die rechtlich-organisatorischen Themen sowie sozialwissenschaftlichen Inhalte sein. Die praktisch orientierte Lehre an der Hochschule wird in unserem hochmodernen, computergestützten High-Tech Skills-Lab umgesetzt, welches wir derzeit einrichten.“

In dem High-Tech Skills-Lab können parallel unterschiedliche Situationen des Geburtsprozesses erprobt werden. Die Räume sind ausgestattet wie ein Kreißsaal, so wird die Teamarbeit praktisch geübt, die Geburt mit Simulationspuppen nachgestellt und Problemsituationen durchgespielt. In einem Debriefing-Raum erhalten die Studierenden videogestützt unmittelbares Feedback. Als ein Alleinstellungsmerkmal des Studiengangs wird die Weiterbildung zur Praxisanleitung zu wesentlichen Teilen bereits innerhalb des Studiengangs sichergestellt. Diese übernimmt die Frankfurt UAS. Bei den meisten anderen Studiengängen muss diese Weiterbildung separat absolviert werden.

Prof. Dr. Roger Erb, Vizepräsident der Goethe-Universität, bezeichnet den gemeinsam von Frankfurt UAS und Goethe-Universität getragenen Studiengang Hebammenwissenschaften „als ein Musterbeispiel für optimale Kooperation.“ Dieser sei der erste gemeinsame Studiengang der zwei Frankfurter Hochschulen, die seit einigen Jahren eine enge Kooperation pflegen. Der Studiengang vereinige „die komplementären Anteile beider zu einem attraktiven Format – mit einer weiteren Entwicklungsperspektive: Im Zuge der Kooperation wird neben dem berufsbildenden Bachelorangebot auch ein Masterstudiengang entwickelt, der weitere berufliche und wissenschaftliche Perspektiven eröffnet.“ Ziel des Bachelorstudiums sei neben der optimierten Befähigung zur Erfüllung des Hebammenberufes vor allem ein interdisziplinäres Studium von Medizinstudierenden und Studierenden der Hebammenwissenschaften, um das Zusammenspiel dieser beiden Berufsgruppen im Umgang mit Neugeborenen zu optimieren.

Das Bachelor-Studium setzt sich zur Hälfte aus theoriebasierter Lehre (Vorlesungen, Seminare und Skills-Lab) sowie aus Praxiseinsätzen in den Krankenhäusern zusammen. Die Studierenden schließen gleichzeitig Arbeitsverträge mit Kooperationskrankenhäusern ab.

Mit dem Zentrum für Hebammenwissenschaften soll eine hohe Qualität der Hebammenausbildung sichergestellt werden. Am Zentrum werden mehrere Personen als Praxisbegleitungen die Lehre und Praxiseinsätze koordinieren. Aus dem Zentrum heraus werden die dort verorteten Studiengänge, zunächst der Bachelor-Studiengang und später auch ein Master-Studiengang Hebammenwissenschaften, koordiniert und organisiert, aber auch die Zusammenarbeit mit den Praxispartnern geleitet. Ein Praxisrat wird wesentliche Impulse für die Hebammenausbildung einbringen. Auf professoraler wie wissenschaftlicher Ebene wird es in beiden Hochschulen Aufstockungen geben.

An drei Standorten in Hessen – Frankfurt, Fulda und Gießen – übernehmen die hessischen Hochschulen mit insgesamt 140 Studienplätzen pro Jahr die Hebammenausbildung. Diese Vereinbarung stellten Wissenschaftsministerin Angela Dorn und die beteiligten Hochschulen, Universitäten und Universitätsklinika am 24.03.2021 vor. „Ich freue mich sehr, dass es uns gelingt, die Ausbildung nicht nur mit der Akademisierung auf eine neue Ebene zu heben, sondern auch die Kapazität deutlich zu steigern – denn diese zusätzlichen Fachkräfte werden gebraucht“, erklärte die Wissenschaftsministerin bei der Pressekonferenz. „Die akademische Ausbildung der Hebammen wird sowohl theoretisch und praktisch fundiert als auch interdisziplinär und interprofessionell angelegt sein. Mit ihr ist das Ziel verbunden, die Hebammenwissenschaften als eigenständiges Forschungsgebiet weiterzuentwickeln und wissenschaftlichen Nachwuchs auszubilden.“

Zentrale WebredaktionID: 3670
letzte Änderung: 13.04.2018