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Neue (internationale) Pflegefachpersonen: Integrationsprozesse wechselseitig gestalten

IQ-Weiterbildung zum/zur Trainer/-in für Teamentwicklung und Integration in Gesundheitsberufen: nächste Runde startet am 9. September 2021

Das Projekt TransCareKult des Hessischen Instituts für Pflegeforschung (HessIP) setzt sich seit nunmehr sieben Jahren im Rahmen des IQ Netzwerks Hessen für wechselseitige Integrationsprozesse und eine gelingende Willkommens- und Anerkennungskultur in Pflegeteams ein. Das Institut mit Sitz an der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) bietet – aus dem Projekt heraus entwickelt – eine Weiterbildung zum/zur Trainer/-in für Teamentwicklung und Integration in Gesundheitsberufen an. Der zweite Kurs im Förderprogramm „Integration durch Qualifizierung“ (IQ) startet am 9. September 2021.

„Zur Abmilderung des Mangels an qualifizierten Pflegefachpersonen setzen Krankenhäuser und stationäre Pflegeeinrichtungen neben Investitionen in Aus-, Fort- und Weiterbildung vermehrt auf die Anwerbung und Rekrutierung internationaler Pflegefachpersonen. Die Integration dieser in den Arbeitsmarkt, in die Unternehmen sowie in die Pflegeteams birgt vielfältige Chancen, stellt die Einrichtungen aber auch vor große Herausforderungen“, erklärt Projektleiterin Prof. Dr. Ulrike Schulze, Professorin für Pflegewissenschaft/Klinische Pflege an der Frankfurt UAS und Geschäftsführerin des HessIP, die Beweggründe für das Projekt TransCareKult. Um das – orientiert an den Bedarfen und Bedürfnissen von Pflegefachpersonen mit und ohne Einwanderungsgeschichte – über Jahre forschungsbasiert entwickelte und umgesetzte Qualifizierungs- und Sensibilisierungsangebot nachhaltig in den Einrichtungen zu verankern, wurde die Weiterbildung zum/zur Trainer/-in für Teamentwicklung und Integration in Gesundheitsberufen entwickelt. Pflegefachpersonen, Praxisanleitende, Integrationsbeauftragte, Dozentinnen und Dozenten der beruflichen und akademischen Pflegeausbildung (z.B. Pflegepädagogik) etc. in stationären Einrichtungen werden durch die Weiterbildung zur eigenständigen Durchführung von Qualifizierungsmaßnahmen zur Sensibilisierung von Pflegefachpersonen, Praxisanleitenden, Führungsfachpersonen etc. befähigt. Die zukünftigen Trainer/-innen können so in ihrer Einrichtung Workshops umsetzen, in denen sie u.a. Förderfaktoren und Barrieren im Rahmen einer Willkommens- und Anerkennungskultur thematisieren und mit den Teilnehmenden Lösungsvorschläge erarbeiten. Der erste Weiterbildungskurs hat bereits stattgefunden und wird (verzögert aufgrund der aktuellen Corona-Situation) im Juli 2021 abgeschlossen. Im Rahmen der IQ-Projektförderung werden hessenweit noch zwei weitere Kurse umgesetzt. Der zweite Weiterbildungskurs startet am 9. September 2021; Anmeldungen sind per E-Mail möglich. Ein dritter Kurs wird voraussichtlich im Februar 2022 angeboten. Nach Projektende (ab 2023) soll die Weiterbildung dann bundesweit angeboten werden.

Langfristiges Ziel der Weiterbildung ist es, den Einrichtungen die eigenständige Entwicklung und Etablierung einer transkulturellen Willkommens- und Anerkennungskultur sowie die Gestaltung von wechselseitigen, dialogorientierten Integrationsprozessen zu ermöglichen. Darüber hinaus dienen die vermittelten Inhalte und Instrumente der Förderung der Teambildung, der interaktiven Gestaltung von Einarbeitungsprozessen sowie der diskursiven Auseinandersetzung der Pflegeteams mit aktuell und zukünftig relevanten Frage- und Problemstellungen im Kontext der betrieblichen Integration von Pflegefachpersonen. „Der Prozess der Personalgewinnung und -bindung in den Einrichtungen kann so langfristig gestärkt werden“, betont Schulze.

In einem Weiterbildungskurs durchlaufen die Teilnehmenden sechs Schulungstage und jeweils einen Tandem-Workshop in ihrer Einrichtung. Um das Zertifikat der Frankfurt University of Applied Sciences zu erhalten, ist die Teilnahme an allen Einheiten verpflichtend. Zudem besteht die Abschlussprüfung in der Präsentation einer Workshop-Konzeption und der praktischen Durchführung einer Workshop-Sequenz. Die Durchführung eines Workshops in der eigenen Einrichtung im Tandem mit einer Trainerin des Hessischen Instituts für Pflegeforschung ist ebenfalls Bestandteil des erfolgreichen Abschlusses. Voraussetzung zur Teilnahme an der Weiterbildung ist der Nachweis über die Anstellung in einer Gesundheits- und Pflegeeinrichtung bzw. entsprechendem Träger und/oder einer Pflegeschule bzw. Bildungseinrichtung im Gesundheitswesen. Berufliche Erfahrung in der Pflege ist von Vorteil. Die Weiterbildung ist bei der Registrierung beruflich Pflegender mit 25 Fortbildungspunkten ausgewiesen und kann von Praxisanleitenden auf die Stunden zur jährlichen berufspädagogischen Fortbildung (§4 Abs. 3 PflAPrV) angerechnet werden.

Bei den drei im Rahmen des Projektes durchgeführten Kursen, welche wissenschaftlich evaluiert werden, handelt es sich um ein gefördertes Angebot. Die Weiterbildung ist für die Einrichtungen somit kostenfrei und lediglich mit der Freistellung der Mitarbeitenden für die Weiterbildungs- und Evaluationsmaßnahmen verbunden. Die drei Kurse sind ein Angebot des IQ Netzwerks Hessen, gefördert durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales.

Eine vom HessIP 2015 durchgeführte Studie zeigt, dass die Unternehmen mit unterschiedlichen Strategien und Maßnahmen – welche vorwiegend die Anwerbung, Einstellung, Sprachentwicklung und die Anerkennung der Berufsqualifikation ausländischer Pflegefachkräfte fokussieren – auf die Herausforderungen bei der Integration ausländischer Pflegefachkräfte reagieren. Für die Verankerung einer Willkommens- und Anerkennungskultur sowie der nachhaltigen Gestaltung eines wechselseitigen Integrationsprozesses werden von den Unternehmen nur selten adäquate Qualifizierungsmaßnahmen angeboten. Doch diese braucht es, um sowohl die Bedürfnisse und Bedarfe der zugewanderten als auch der langjährig Mitarbeitenden zu berücksichtigen und zu bedienen. „Auf diese Angebotslücke reagieren wir mit einem Qualifizierungskonzept, welches die kulturelle Diversität im Setting der stationären Pflege fokussiert“, betont Schulze. Neben der Anerkennung der Berufsqualifikation, dem Abbau der Sprachbarrieren und der Einarbeitung, gelte es vor allem auch, Teambuildingprozesse anzustoßen und die Pflegefachkräfte dazu anzuregen, Perspektivwechsel vorzunehmen. So könnten diese zum Beispiel für die Bedeutung des Fremdseins sensibilisiert werden. Die soziale Integration der internationalen Pflegefachpersonen in das Team stelle eine Herausforderung sowohl für die zugewanderten als auch die langjährig Mitarbeitenden in den Bereichen dar. Zumal sie oft über unterschiedliche Pflege- und Arbeitsverständnisse verfügen. Wichtig sei, jedes Teammitglied in all seinen Facetten als Bereicherung für das Team zu begreifen und gegenseitige Wertschätzung zu schaffen.

Das Projekt „TransCareKult“ (2015-2022) ist Teil des IQ Netzwerks Hessen und wird im Rahmen des Förderprogrammes „Integration durch Qualifizierung (IQ)“ durchgeführt. Das Förderprogramm „Integration durch Qualifizierung (IQ)“ zielt auf die nachhaltige Verbesserung der Arbeitsmarktintegration von Erwachsenen mit Migrationshintergrund ab. Das Programm wird durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) gefördert. Partner in der Umsetzung sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die Bundesagentur für Arbeit (BA). Nach der Entwicklung, Erprobung und ersten Umsetzung des Qualifizierungskonzeptes in der ersten Förderphase (2015-2016) folgte die hessenweite Umsetzung der Qualifizierungsmaßnahmen in kooperierenden stationären Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen im Folgeprojekt „TransCareKult – Anerkennung neu denken“ (2017-2018). Das Folgeprojekt „TransCareKult – Anerkennungskultur verankern, Bindung stärken“ (2019-2021) beinhaltet zum einen die Weiterentwicklung und hessenweite Umsetzung des Qualifizierungskonzeptes in den Unternehmen. Zum anderen widmet sich das Projekt der Konzipierung und Durchführung der Weiterbildung zum/zur Trainer/-in für Teamentwicklung und Integration in Gesundheitsberufen.

Kontakt

Frankfurt University of Applied Sciences
Fachbereich 4: Soziale Arbeit und Gesundheit
Hessisches Institut für Pflegeforschung

Projekt sowie Weiterbildung:
wiss. Mitarbeiterinnen Christina Gold und Viola Kaets
Tel.: +49 69 1533-2675
transcarekult(at)hessip.remove-this.de

Zum Institut:
Geschäftsführung Prof. Dr. Ulrike Schulze
Tel.: +49 69 1533-2845
uschulze(at)fb4.fra-uas.remove-this.de

Weitere Informationen zum Projekt unter: www.hessip.de/projekte/aktuelle-projekte/transcarekult/; mehr zur Weiterbildung: https://www.hessip.de/projekte/aktuelle-projekte/transcarekult-weiterbildung/ sowie auf der Seite des Netzwerks: www.hessen.netzwerk-iq.de/angebote-transcarekult.

HessIP
Das Hessische Institut für Pflegeforschung (HessIP) wurde 2001 von drei hessischen Hochschulen mit Pflegestudiengängen, der Evangelischen Hochschule Darmstadt, der Fachhochschule Frankfurt am Main –heute Frankfurt University of Applied Sciences – und der Hochschule Fulda mit Geschäftsstelle in Frankfurt gegründet. Neben der Erforschung pflegewissenschaftlicher Fragestellungen und deren Umsetzung in die Praxis, ist die Vernetzung von Forschung und Lehre ein weiteres Hauptaufgabengebiet des Instituts. Studierende der drei Hochschulen und darüber hinaus aus der gesamten Bundesrepublik sowie aus dem europäischen Ausland nutzen die Möglichkeit des Praktikums im HessIP. Das HessIP ist mit einer Vielzahl an innovativen, pflegewissenschaftlichen Projekten eine der wichtigsten Anlaufstellen für Pflegeforschung in Hessen.
Weitere Informationen zum HessIP unter: www.hessip.de

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