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Teams der Frankfurt UAS landen beim Data Mining Cup im Ranking weit vorne

Schier endlose Zahlenkolonnen, durchwachte Nächte und Server, die wochenlang unter Volllast laufen: Der Data Mining Cup (DMC) ist ein Wettbewerb der besonderen Art. Studierendenteams aus aller Welt treten gegeneinander an und analysieren authentische Daten, um konkrete unternehmerische Fragen zu beantworten. Beim DMC 2020 hat kürzlich eine Gruppe von Studierenden der Frankfurt UAS und der Universität Köln einen hervorragenden 16. Platz belegt – 162 Teams von 126 Hochschulen aus 35 Ländern nahmen am Wettbewerb teil. Weitere fünf Teams, an denen Studierende unserer Hochschule beteiligt waren, landeten auf den Plätzen 19 bis 26 und damit ebenfalls weit vorne im Ranking.

„Übernächtigt haben wir am Ende nicht unser bestes Ergebnis abgegeben“, erzählt Josef Fink, Professor für E-Business am Fachbereich Informatik und Ingenieurwissenschaften und Betreuer der Studierendenteams. Trotzdem ist er sehr zufrieden mit dem Ergebnis: „Ich bin stolz auf unsere Studierenden, denn sie haben mit ihrer Leistung selbst die meisten Teams namhafter Technischer Universitäten in den Schatten gestellt. Dabei gehen Fehler in Ordnung, solange wir nach dem Wettbewerb weniger davon machen als vorher.“

Der digitale „Startschuss“ für den DMC 2020 war mit der Veröffentlichung der Aufgabenstellung am 14. April gefallen; bis zum 30. Juni konnten die Teams ihre Lösungsvorschläge einreichen. Weil bei dem Wettbewerb pro Hochschule nur zwei Gruppen zugelassen werden, sind hochschulübergreifende Teams üblich. Insgesamt neun Studierende des Master-Studiengangs Wirtschaftsinformatik sowie drei Absolventen traten unter der Flagge der Frankfurt UAS zum Cup an. Ihre Aufgabenstellung stammte, wie jedes Jahr, aus der Industrie: Die Gruppen untersuchten die Verkaufsdaten – insgesamt 2,5 Millionen Datensätze – eines Online-Händlers, der seine Vertriebs- und Marketingaktivitäten sowie seine Lagerbestände optimieren möchte. Zu diesem Zweck musste ein Modell erstellt werden, mit dem sich voraussagen lässt, wann welches Produkt wie gefragt ist. Um die beste Platzierung für die eigene Hochschule zu erreichen, arbeiteten die Frankfurter/-innen über Teamgrenzen hinweg eng zusammen.

Die Studierenden nehmen im Rahmen eines Projektmoduls am Data Mining Cup teil und reflektieren abschließend in einer schriftlichen Ausarbeitung den eigenen Lösungsweg, auch im Vergleich mit den Lösungen anderer Teams. Für einige ist der DMC sogar Teil ihrer Masterarbeit. Aus Sicht von Prof. Fink lernen die jungen Menschen so intensiver als in traditionellen Lernformaten: „Die Wettbewerbsatmosphäre wirkt ungeheuer motivierend auf die Studierenden. In kürzester Zeit eignen sie sich methodisches Fachwissen und praktische Fähigkeiten gepaart mit Umsetzungskompetenz an. Zugleich zeigt ihnen der Umgang mit authentischen Fragestellungen, wie es im ‚Maschinenraum‘ der Wirtschaftsinformatik zugeht. Nicht umsonst sehen Arbeitgeber die Teilnahme am Cup in der Vita von Bewerbern als großen Pluspunkt.“ Auch für Alumni seien es die frischen fachlichen Impulse, die eine Teilnahme am DMC attraktiv machten.

Der Data Mining Cup wird seit dem Jahr 2000 von der Chemnitzer prudsys AG, ursprünglich als Spin-off aus der Technischen Universität Chemnitz gegründet, organisiert. 2021 möchte Prof. Fink beim Data Mining Cup wieder mit einigen Teams an den Start gehen – dann zum bereits 16. Mal und hoffentlich ohne pandemiebedingte Beschränkungen. Denn: „Wenn man gemeinsam an einem Tisch sitzt statt in einer virtuellen Konferenz mit 12 Gesichtskacheln“, sagt Fink, „ist es viel einfacher, kreative Ideen zu erarbeiten.“

Zentrale WebredaktionID: 8427
letzte Änderung: 12.06.2020