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„Hochschulen werden zu ‚Ladestationen‘ des Wissens“

Weiterbildung und „Lebenslanges Lernen“ sind wichtige Bestandteile des Ende 2018 unterzeichneten hessischen Koalitionsvertrags zwischen der CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. Anreize für die Nutzung von Fort- und Weiterbildungsangeboten sollen vor dem Hintergrund einer sich immer schneller wandelnden Gesellschaft gestärkt und der Zugang zu Weiterbildungsangeboten in frei zugänglichen Online-Kursen gefördert werden. Durch diese Zielsetzung sowie die Nationale Weiterbildungsstrategie der Bundesregierung, deren Auftakt im November 2018 gestartet ist, tragen auch wissenschaftliche Einrichtungen die Verantwortung, mit zukunftsweisenden Weiterbildungsangeboten an die Gesellschaft heranzutreten. Prof. Dr. Frank E.P. Dievernich, Präsident der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) und Vorsitzender der hessischen Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW Hessen), nimmt Stellung zu der Frage, welche Aufgaben Hochschulen im Zuge dieser Entwicklung im Weiterbildungssektor erfüllen müssen.

„Die Beschlüsse der hessischen Koalitionsverhandlungen sowie die nationalen Weiterbildungsstrategie sind dringend notwendig und ich begrüße sie daher sehr. Wir brauchen nachhaltige Strategien zur Weiterbildung, um eine breite gesellschaftliche Akzeptanz herbeizuführen und einen Veränderungsprozess anzustoßen, der die Bedeutung von Weiterbildung in Hinblick auf individuelle Bildungspfade und Karrieren sowie Fachkräftesicherung und Wettbewerbsfähigkeit herausstellt. Dazu gehört auch, möglichst gute Konzepte und Ideen zu entwickeln, wie wir Menschen, die sich weiterbilden wollen, unterstützend begleiten können. Das kann sich beispielsweise in der Etablierung von Förderstrukturen zur Finanzierung von Weiterbildung darstellen oder in innovativen Lehr- und Lernformaten, die es Menschen ermöglicht, flexibel und an ihre Bedarfe angepasst zu lernen“, erklärt Dievernich. „In Zeiten massiver gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Veränderungen – denken wir alleine an die Digitalisierung aller gesellschaftlichen Lebensbereiche – erhalten wir als Hochschulen die Möglichkeit, Menschen schnell und zuverlässig mit Wissen zu versorgen und wissenschaftliche Weiterbildung zu gewährleisten. Hochschulen werden in Zukunft zu ‚Ladestationen‘ des Wissens, an denen wir im Leben immer wieder Halt machen, um neue Kompetenzen zu erwerben.“ Die Hochschulen und Ihre Angebote werden in Zukunft völlig anders strukturiert sein müssen: Sie sind Anlaufstelle für unterschiedliche Alters- und Zielgruppen und bieten vermehrt Angebote von kürzeren Zertifikatsangeboten.

„Wir müssen die Gesellschaft auf die Zukunft in einer digitalisierten Welt vorbereiten und tragen die gemeinsame Verantwortung, dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken“, ergänzt Dievernich. Er geht davon aus, dass viele heutige Berufe im Zuge der Digitalisierung in wenigen Jahren nicht mehr existieren oder sich stark verändern werden. „Eine mögliche Antwort auf diese Entwicklung ist das Konzept des ‚Lebenslangen Lernens‘. Hochschulen sind hier zuverlässige Partnerinnen, um Menschen ihr Leben lang dabei zu begleiten, ihr Wissen und ihre Kompetenzen ‚up to date‘ zu halten. Sie können außerdem Orte sein, um Erreichtes zu reflektieren und berufliche Herausforderungen bewusst zu gestalten. An der Frankfurt UAS weisen wir die Studierenden explizit auf das Weiterbildungsangebot an unserem KompetenzCampus hin, um auch nach ihrem Studienabschluss Ansprechpartnerin für Lebenslanges Lernen zu sein“, erklärt Dievernich.

Mit Weiterbildung und Lebenslangem Lernen baut die Frankfurt UAS neben Lehre und Forschung eine dritte Säule auf. „Mit der Eröffnung des ‚KompetenzCampus‘ im Sommer 2017 haben wir bereits einen wichtigen Schritt getätigt, um die hochschulische, wissenschaftliche Weiterbildung maßgeblich voranzutreiben. Bei den Angeboten der Hochschule steht die Vermittlung von beruflichen Kompetenzen im Vordergrund. Zudem werden zukunftsorientierte Weiterbildungsformate entwickelt“, betont Dievernich. Der KompetenzCampus bietet heute schon Weiterbildungen in den Bereichen Führung und Kommunikation, Gesundheit und Soziale Arbeit, IT und Technik, Ingenieurwesen sowie Wirtschaft und Management an. Zudem gibt es an der Frankfurt UAS fünf berufsbegleitende Master-Studiengänge. „Durch dieses Angebot werden wir zu einem Ort des Austauschs, an dem Menschen Wissen reflektieren und erarbeiten können. Aus dieser Begegnung entsteht Kreativität, die wir für die Zukunft einer funktionierenden Arbeitswelt brauchen.“

Zur Person Dievernich
Prof. Dr. Frank E.P. Dievernich ist seit 2014 Präsident der Frankfurt University of Applied Sciences und Professor für Organisationsberatung und Coaching. Seit 2018 hat er den Vorsitz der hessischen Hochschulen für Angewandte Wissenschaften inne. Zuvor war er als Professor und Studiengangsleiter in der Schweiz (Bern und Luzern) tätig. Managementexpertise hat er unter anderem bei der Deutschen Bahn AG sowie der Kienbaum Management Consulting GmbH gesammelt. Er ist zudem systemischer Business-Coach und Lehrtrainer. Zahlreiche Veröffentlichungen tätigte er zu den Themen Management und Organisation. Seit 2016 ist er Kolumnist des Wirtschaftsmagazins Bilanz.

Der KompetenzCampus – Weiterbildung und Lebenslanges Lernen
Die Frankfurt UAS spezialisiert sich zunehmend als Ort des Lebenslangen Lernens. Um ihre Rolle als Ansprechpartnerin für begleitete Lernprozesse und Initiativen weiter auszubauen, wurde im Sommer 2017 der „KompetenzCampus – Weiterbildung und Lebenslanges Lernen“ gegründet. Der KompetenzCampus bietet wissenschaftlich fundierte und praxisorientierte Weiterbildungen für Unternehmen und die interessierte Öffentlichkeit sowie für Alumni an. Zielgruppe sind Menschen mit einem ersten akademischen Abschluss, Personen mit einem Berufsabschluss und Praxiserfahrung sowie Unternehmen und Institutionen, die ihre Mitarbeitenden weiterbilden möchten. Mehr zum KompetenzCampus unter www.frankfurt-university.de/weiterbildung.

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Zentrale WebredaktionID: 3669
letzte Änderung: 10.04.2018