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Monterrey, Luisa V.

Wie sucht man am besten das Land aus, indem man sein Auslandssemester verbringen möchte? Für mich hat sich nie die Frage gestellt ob, sondern wohin ich gehen möchte. Nach der Präsentation der Partnerhochschulen wurde die Auswahl zwar eingeschränkt, jedoch viel die Entscheidung nicht direkt. Naheliegend war es, ein Land zu wählen, indem Spanisch gesprochen wird, um dies für das Studium zu verbessern. Somit blieben nur noch drei Partnerhochschulen übrig, darunter die U-ERRE in Monterrey, Mexiko. Besonders gut gefallen hatte mir, dass es dort eine Gastfamilie gibt, welche Studenten aufnimmt. Doch ist Mexiko als Reiseziel geeignet? Die Internetrecherche über die Sicherheit der Stadt ergab leider sehr unterschiedliche Ergebnisse. Darum entschied ich mich dafür, mir selbst ein Bild zu machen – die beste Entscheidung die ich treffen konnte.

Bereits vor der Ankunft in Monterrey ist es nicht schwer Kontakte zu knüpfen. Kathy aus dem International Office der U-ERRE ist selbst Deutsche und kennt damit alle (typisch deutschen) Fragen. Von ihr wurde jedem internationalen Studenten ein mexikanischer Buddy zugeteilt. Mit ihnen konnten wir nicht nur im Vorfeld Kontakt aufnehmen und Fragen klären, sondern sie haben uns das ganze Semester als gute Freunde begleitet, die sich immer sehr viel Mühe gegeben haben, ein zweites zu Hause zu bieten. Zudem wurden viele Ausflüge und Feiern von ihnen organisiert.

Über Kathy habe ich auch meine Gastfamilie gefunden. Sie bestand aus zwei älteren Damen – Mari und Hortencia. Für 7.000 Pesos pro Monat (ca. 350 €) ist dreimal täglich Essen, Wäsche waschen und putzen inbegriffen. Das Zimmer teilt man sich mit einer der Mitbewohnerinnen, was vielleicht am Anfang ungewöhnlich klingt, jedoch auch zu guten Freundschaften führen kann. Das wichtigste für mich an der Gastfamilie war allerdings die große Herzlichkeit der Mexikaner und vor allem dieser beiden zu erfahren. Sie sind immer darauf bedacht, den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen und „ihren Kindern“ viel von Mexiko mitzugeben. Das Leben in der Gastfamilie bringt keine großen Einschränkungen mit sich. Mit dem eigenen Haustürschlüssel erhält man die gleiche Freiheit wie gewohnt.

Egal ob mit großen, kleinen oder gar keinen Spanischkenntnissen, die Gastfamilie ist in jedem Fall einer der besten Wege, Spanisch zu lernen. Es gibt einige Kurse in der U-ERRE auf Englisch. Dass die Anzahl dieser allerdings relativ gering ist, hatte sich in unserem Fall jedoch erst vor Ort herausgestellt. Dass man das Semester aber auch mit wenigen Spanischvorkenntnissen bestehen kann, habe ich selbst erlebt. Steckt man etwas zusätzliche Arbeit in das Lernen der Sprache und der benötigten Fachvokabeln, sind Klausuren, Projekte und Hausaufgaben machbar. Von all diesen gibt es im Vergleich jedoch viel mehr, auch die Benotung ist unterschiedlich zum deutschen System. Während des dreimonatigen Tetras werden pro Fach drei Klausuren geschrieben. Hinzu kommen die wöchentlichen Hausaufgaben, die online fristgerecht eingereicht werden müssen und im Anschluss bewertet werden. Zu erwähnen ist hier, dass man 70 Prozent erreicht haben muss, um zu bestehen. Verpflichtend für alle Internationals ist die Teilnahme an einem Spanischkurs. Es gab hierbei drei unterschiedliche Kurse je nach Sprachniveau.

Außerhalb der Uni ist es jedoch notwendig, es zumindest auf Spanisch zu versuchen, da die wenigsten Menschen in Monterrey Englisch sprechen. Besonders gut üben kann man dies bei den vielen Reisen, die sich innerhalb Mexikos anbieten und unbedingt wahrgenommen werden sollten. Durch die Größe der Stadt gibt es gute und günstige Flug- und Busverbindungen. Trotz vieler Abgaben und Anwesenheitspflicht während des Semesters ist es möglich am Wochenende zu reisen. Manchmal gestaltet es sich schwierig, Busverbindungen im Voraus zu recherchieren oder zu buchen, allerdings fahren diese in fast allen Fällen zuverlässig von Stadt zu Stadt und sogar pünktlich (!). Es lohnt sich auch sehr, nicht immer nur in die großen Touristenorte zu fahren, sondern auch das Landesinnere zu besuchen. Oft ist dies noch viel traditioneller und die Einwohner freuen sich über die Besucher.

Trotz der Wahrscheinlichkeit eines Kulturschocks konnte ich mich in Mexiko sehr gut einleben. Dadurch wusste ich auch schnell, dass ich mich für das richtige Land entschieden habe. Besonders auf Grund des großen Unterschiedes zu Deutschland habe ich sehr viele Erfahrungen und Eindrücke in allen Bereichen mitnehmen können und würde mich sofort wieder für Monterrey entscheiden!

Text und Bilder: Luisa Vierheller

Webteam Fachbereich 3ID: 6215
letzte Änderung: 15.02.2019