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Lösungsansätze für Drogengebrauch in Haft

Prof. Dr. Heino Stöver, Sozialwissenschaftler der Frankfurt UAS, mit Johannes-Feest-Preis 2019 ausgezeichnet.

Prof. Dr. Heino Stöver, Professor für Sozialwissenschaftliche Suchtforschung am Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS), wurde Ende März auf der 10. „Europäischen Konferenz zur Gesundheitsförderung in Haft“ mit dem Johannes-Feest-Preis 2019 ausgezeichnet. Der Preis zeichnet Personen, Initiativen und Institutionen aus, die sich ganz wesentlich um eine Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung von Personen in Haft verdient gemacht haben – Stöver hat sich in seiner Arbeit intensiv um die gesundheitliche Versorgung von Drogengebraucherinnen und -gebrauchern und deren Gesundheitsförderung in Haft bemüht.

In seiner Forschung entwickelt Stöver Lösungsansätze für die offensichtlichen Probleme und Herausforderungen im Bereich Drogen und Strafvollzug. Sowohl national als auch international betreibt er hierzu Netzarbeit mit Gebraucherinnen und Gebrauchern von Drogen sowie mit Personen an politischen Spitzen. Durch seinen Einsatz wurden Grundsteine gelegt, die es ermöglichen, die Bereiche Drogenkonsum und Haft in Einklang zu bringen. Auch hat Stöver stets Diskussionen und Auseinandersetzungen mit Tabuthemen im Bereich Drogenpolitik angestoßen und diese salonfähig gemacht.

Stöver leitet seit über zehn Jahren das Institut für Suchtforschung Frankfurt am Main (ISFF). Seine Forschungsschwerpunkte sind von großer gesellschaftlicher Bedeutung, da die Zielgruppen seiner Forschung gesundheitlich und teils sozial stark belastet sind und oft zu spät behandelt werden; die späte Behandlung verursacht hohe Kosten und kann zum Tod führen. In den letzten fünf Jahren hat Stöver mehr als 20 Forschungsprojekte für nationale und internationale Auftraggeber durchgeführt und dafür Dritt- und Forschungsfördermittel in Höhe von mehr als 2,5 Mio. Euro eingeworben. Zurzeit leitet er u.a. das Teilprojekt „Evaluation von Maßnahmen zur Schadensminimierung im Hinblick auf offene Drogenszenen“ im Rahmen des BMBF-Verbundvorhabens DRUSEC. Darüber hinaus ist er an mehreren EU-Verbundprojekten beteiligt. Stöver hat beispielsweise am Projekt „Central Asia Drug Action Programme“ mitgewirkt, bei dem eine Beratungs- und Behandlungsstruktur für Drogenkonsumierende in Zentralasien entwickelt wurde und das von der EU Kommission mit insgesamt 900.000 Euro gefördert wurde.

Kontakt:
Prof. Dr. Heino Stöver
Tel.: +49 69 1533-2823
E-Mail: hstoever@fb4.fra-uas.de

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last updated on: 08.30.2019