Aktuelle Forschungsprojekte am Fachbereich 3:
Wirtschaft und Recht

Praxisbezogenes Forschungsprojekt „Pharma Supply Chain Risk Management in der Luftfracht“ gestartet

Prof. Dr. Yvonne Ziegler, Professorin für Luftverkehrsmanagement an der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS), kooperiert mit Unternehmen aus der Pharmaindustrie und anderer hessischen Hochschulen im Rahmen eines Forschungsprojekts zum Pharma Supply Chain Risiko-Management. Ziel ist es, ein IT-Tool zu entwickeln, das Pharmaherstellern helfen soll, die Pharma Supply Chain risikobasiert zu managen. Die Gesamtausgaben werden mit rund einer Million Euro beziffert, die zur Hälfte von den Projektpartnern getragen werden. Das Land Hessen unterstützt das praxisbezogene Forschungsprojekt „Pharma Supply Chain Risk Management in der Luftfracht“ (Projektnummer 555/17-37) im Rahmen der LOEWE 3-Förderrichtlinie mit einem Fördervolumen von knapp 500.000 Euro.

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First Generation Students

Unter den Studierenden der Frankfurt UAS ist ein hoher Anteil sogenannter Erstakademiker/-innen (First Generation Students - FGS).  Für Studierende, die in Familien ohne bisherige akademische Erfahrung aufgewachsen sind, kann sich soziale Ungleichheit dadurch verstärken, dass es für sie in sozioökonomischer, psychosozialer und biographischer Hinsicht vergleichsweise schwieriger sein kann, sich an der Hochschule und in ihrem Studium zu orientieren. Hierzu sollen die Auswirkungen auf die Handlungsfähigkeit von Studierenden als Akteurinnen und Akteure innerhalb der Institution und die Angemessenheit und Entsprechung der Studienbedingungen an der Frankfurt UAS untersucht werden. 

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XSIM - phasenübergreifendes Geschäftsprozessmanagement auf XML-Basis

Weltweit ist eine starke Zunahme von internetbasiertem E-Business, von globalisierten Geschäftsaktivitäten und von einer immer engeren Vernetzung auch im Rahmen von Industrie 4.0 zu beobachten. Als Resultat finden Geschäftsprozesse zunehmend übernehmensübergreifend statt, dies betrifft auch den entsprechendem Dokumenten- und Datenfluss. Als kritischer Erfolgsfaktor bei der Realisierung komplexer Wertschöpfungsketten gilt dabei die erfolgreiche Planung, Steuerung und Kontrolle von Geschäftsprozessen, die üblicherweise IT-gestützt umgesetzt werden. In der Praxis wird sich dabei zumeist auf einzelne Phasen des Prozessmanagements konzentriert oder der Fokus auf die beteiligten Dokumente oder auf die Prozesse selbst gelegt. Noch wenig erforscht und in der Praxis umgesetzt ist die Möglichkeit der durchgängigen, also phasenübergreifenden, Modellierung, Analyse und Ausführung der Geschäftsprozesse inklusive einer Integration des elektronischen Austauschs strukturierter Dokumente und Daten. Daher werden im Rahmen des Projekts XSIM die Möglichkeiten des phasenübergreifenden Geschäftsprozessmanagements (GPM) gerade in Bezug auf den unternehmens­übergreifenden Einsatz z.B. im Zuge von Industrie 4.0 analysiert. Dies geschieht auf Grundlage von XML-basierten höheren Petri-Netzen, da sich XML mittlerweile als durchgesetzter Standard für den Austausch von strukturierten Daten gerade im unternehmensübergreifenden Bereich durchgesetzt hat und sich sowohl für die Strukturierung der auszutauschenden Informationen als auch für den Einsatz bei der Geschäftsprozessmodellierung und -ausführung eignet. Es wird ein durchgängiges GPM entwickelt und umgesetzt, das auch die Integration eines XML-basierten Dokumentenmanagements zulässt. Bei der prototypische Implementierung liegt der Fokus auf der Simulation (basierend auf der Modellierung von Geschäftsprozessen, XML-Dokumenten, XML-Schemata und Filterschemata). Mit diesem Prototypen soll insbesondere die Simulation von zuvor modellierten Geschäftsprozessen zusammen mit einem integrierten XML-Dokumentenmanagement auch im unternehmensübergreifendem Kontext möglich sein.

Ansprechperson: Prof. Dr. J. Winter
Informationen zum Projekt: XSIM

Vorstudie „Lesbische Frauen in der Arbeitswelt – The L-Word in Business“

Ziel des Projektes ist es, den aktuellen Stand der Forschung über den kaum erforschten Bereich von lesbischen Frauen in der Arbeitswelt, insbesondere in Führungspositionen, in Deutschland aufgearbeitet werden. Vor allem soll eruiert werden, ob existierende Studien Faktoren wie die Leistung, Arbeitszufriedenheit und Karriere von lesbischen Frauen adressiert haben. Darüber hinaus sollen Erkenntnisse gewonnen werden, wie sich die Wahrnehmung der Frauen am Arbeitsplatz und in ihrer Umgebung gestaltet und inwieweit das „Outing“ für die Karriere förderlich ist oder sie auch hemmt. Ferner sollen Erkenntnisse gewonnen werden, inwiefern Frauen ihr Potenzial in den Unternehmen voll ausschöpfen können. Karrierefördernde und karrierehemmende Faktoren werden identifiziert. Dabei sollen nicht nur die Arbeitsbedingungen im Unternehmen, sondern auch die Rolle des persönlichen Umfelds betrachtet werden.

Projektteam: Prof. Dr. Regine Graml, Prof. Dr. Yvonne Ziegler, Caprice Weissenrieder
Laufzeit: Juli 2017 - Dezember 2017
Förderer: Bundesstiftung Magnus Hirschfeld

Genderspezifische Verhandlungskompetenz und ihre Auswirkungen auf Vergütungs- und Aufstiegsverhandlungen

Folgestudie zu der 2006/2007 durchgeführten Befragung von Führungskräften zu Gehalts- und Aufstiegsverhandlungen.

Frauen in Führungspositionen sind in Deutschland nach wie vor unterrepräsentiert und haben im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen einen deutlichen Einkommensnachteil zu verzeichnen. Bei Führungskräften kann in der Regel die Vergütungsfindung nicht auf eine Arbeitsplatzbewertung zurückgeführt werden. Die unterschiedliche Bewertung gleichwertiger Tätigkeiten schlägt sich daher entscheidend auf die Höhe der Vergütung nieder. Verhandlungsdispositionen, Verhandlungskompetenzen und Verhandlungsstrategien von Frauen und Männern haben einen erheblichen Einfluss auf die Höhe der Bezahlung und damit auf die Lohnlücke. Mit unserem zwischen 2006 und 2009 durchgeführten Forschungsprojekt „Genderspezifische Verhandlungskompetenzen und ihre Auswirkungen auf Gehalts- und Aufstiegsverhandlun-gen" (finanziell gefördert durch das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst) hatten wir untersucht, welche Rolle die geschlechtstypische Verhandlungskompetenz von Frauen für ihren Aufstieg und das erzielte Gehalt spielt (Ruppert, A./M. Voigt (2009), Gehalt und Aufstieg, Mythen – Fakten – Modelle erfolgreichen Verhandelns, Aachen). Damit konnten wir belegen, dass der Einfluss der Verhandlung auf die unterschiedliche Karriereentwicklung von weiblichen und männlichen Führungskräften erheblich war. Wir konnten nachweisen, dass geschlechtstypische Unterschiede in den Verhandlungskompetenzen sich negativ auf den Erfolg weiblicher Führungskräfte bei Gehalts- und Aufstiegsverhandlungen auswirkten. Diese geschlechtstypischen Unterschiede bezogen sich sowohl auf die grundsätzliche Disposition gegenüber Gehalts- und Aufstiegsverhandlungen als auch auf geschlechtstypische Unterschiede im Hinblick auf die kommunikativen Skills.

Seit der Datenerhebung in dieser Studie sind nunmehr 10 Jahre vergangen und es stellt sich daher die Frage, ob diese Ergebnisse nach wie vor aktuell sind oder ob und wenn ja, welche Veränderungen sich in den vergangenen 10 Jahren ergeben haben. Die sich aus der geplanten Folgestudie ergebenden Erkenntnisse sind notwendig, um Lösungskonzepte, Interventionen und Handlungsempfehlungen zu entwickeln, um der bestehenden sozialen Ungleichheit aufgrund des Geschlechts entgegenzuwirken und indirekte Diskriminierung abzubauen.

Projektteam: Prof. Dr. Andrea Ruppert, Prof. Dr. Martina Voigt
Laufzeit: Dezember 2016 - Juni 2018
Kooperationspartner: BPW Germany (Business and Professional Women - Germany e.V.) und ULA - Deutscher Führungskräfte Verband Gefördert durch das Bundesministerium für Familie Senioren, Frauen und Jugend
Fördersumme: 34.980 EUR

PhD-Project: Career Success of women – the importance of influence tactics

It is said that women have improved remarkably in progressing within the organisational hierarchy during the last decades. However, they still lack access to power and decision-making positions compared to men (European Commission, 2015b). When assessing the distribution of women and men at different management levels in the private sector across various company sizes and sectors, available data present a slightly better picture. However, women hold only 26% of the positions in top management and 38% of second management level positions (Kohaut and Möller, 2013). Even though, women become more often (co-)breadwinners as well (Baran et al., 2014; European Commission, 2015b; Zellmer, 2015).  

The issue of women’s career development is still of high interest due to several reasons (Burke and Ng, 2006; Cooper and Burke, 2002; Festing et al., 2013; McKinsey, 2011). In addition, research has repeatedly attempted to identify reasons and explain barriers women face with respect to career success (Eagly and Carli, 2007; Heilman, 2012; Morrison et al., 1987; Oakley, 2000). Moreover, different factors influencing the progression of women have already been analysed (Kirchmeyer, 2002; Melamed, 1995; Powell and Mainiero, 1992; Schneer and Reitman, 1995). However, studies often focus on barriers rather than factors that help women to go ahead. Therefore, this study aims to determine factors that have a positive influence on career advancements of female executives in Germany. Moreover, the analysis investigates the relationship between political skill, perceived organisational support, and career self-efficacy on career success of women in decision-making positions.

Contact person: Caprice Oona Weissenrieder
Promoting cooperation: Edinburgh Napier University

2. Frankfurter Karrierestudie: Karriereperspektiven berufstätiger Mütter

Die „2. Frankfurter Karrierestudie - Karriereperspektiven berufstätiger Mütter“ führt im Rahmen einer Online-Befragung von über 1000 berufstätigen Müttern eine aktuelle Bestandsaufnahme durch und erfasst, welche politischen und unternehmerischen Maßnahmen der vergangenen 5 Jahre tatsächlich Wirkung zeigen und was sich berufstätige Mütter von ihrem Umfeld in der Gesellschaft, am Arbeitsplatz und von der Politik für die Zukunft wünschen. Wie hat sich die Unternehmenskultur ggf. verändert? Sind berufstätige Mütter in Deutschland in ihrer Karriereentwicklung weiterhin beeinträchtigt und Diskriminierung ausgesetzt? Welche besonderen Chancen und Hindernisse erleben Mütter und auf welche Verhaltensweisen bei Vorgesetzten/Kolleginnen und Kollegen treffen sie in deutschen Unternehmen? Wie gelingt der Wiedereinstieg nach Schwangerschaft und Elternzeit?

Zielsetzung der Studie ist es, anhand der Ergebnisse Anreizsysteme für Unternehmen/Politik/ Gesellschaft zu empfehlen, um den Anteil der Frauen, die Mütter sind oder werden wollen, im Unternehmen zu halten, besser zu nutzen und zu erhöhen. Zudem soll die Studie die Öffentlichkeit für die aktuellen Wünsche und Probleme von berufstätigen Müttern in Deutschland sensibilisieren. 

Projektteam: Prof. Dr. Yvonne Ziegler, Prof. Dr. Regine Graml, Astrid Kramer (Wiss. MA)
Laufzeit: Juni 2016-Mai 2018

Das Compliance-Index-Modell: Begrenzung von Compliance-Risiken durch den Einsatz kausalanalytischer Modelle zur Messung der wahrgenommenen Wirksamkeit von Compliance-Programmen

Vor dem Hintergrund der wachsenden Bedeutung eines angemessenen und wirksamen Compliance-Risiko-Managements in Banken und bei Finanzdienstleistern konzentriert sich Sebastian Ricks aktuelle Forschung auf die Begrenzung von Compliance-Risiken durch den Einsatz kausalanalytischer Modelle zur Messung der wahrgenommenen Wirksamkeit von Compliance-Programmen. Das von ihm in diesem Zusammenhang entwickelte „Compliance-Index-Modell“, ist aktuell das einzige empirisch fundierte ökonometrische Modell, das dazu in der Lage ist. Es misst objektiv, reliabel und valide, ob ein Compliance-Programm bei den Mitarbeitern einer Bank oder eines Finanzdienstleisters ankommt und somit letztlich zur Begrenzung von Compliance-Risiken beiträgt. Das Modell ermöglicht dem Anwender, neben der Messung der wahrgenommen Effektivität eines Compliance-Programms, den modellgestützten Aufbau strategischer sowie operativer Handlungsportfolios. Diese konkreten Handlungsportfolios helfen dabei zu priorisieren, was strategisch und operativ verändert werden muss, um Compliance-Risiken zu begrenzen.

Sebastian Ricks Forschung wird vom Frankfurter Institut für Risikomanagement und Regulierung (FIRM) gefördert.

Kontaktperson: Sebastian Rick

Monitoring and its effects on interest income

The study empirically investigates how advantages in information production affect loan rates and, consequently, the interest income of banks. To examine whether cost reductions from superior monitoring are passed on to the borrowers, a new ex-ante measure of monitoring efforts of a bank is applied. This measure directly investigates the efforts of a bank at assessing credit risk in the lending business through the use of a survey conducted among all German savings banks. Using a unique dataset, I find a robust and significant negative impact of superior monitoring efforts on the interest income of the bank.
The results indicate that interest rates are sufficiently high to provide banks with economic rents but sufficiently low to limit excessive risk-taking by firms.  

Contact Person: Prof. Dr. Dilek Bülbül

SPIRIX - Suche in Verteilten System

Im Rahmen des Forschungsprojekt SPIRIX wurde eine Suchmaschine für Peer-to-Peer Information Retrieval in XML-Dokumenten entwickelt, die beständig ausgebaut wird. Anhand dieser Suchmaschine wird erstmalig untersucht, inwiefern bei der verteilten Suche auf Peer-to-Peer Basis Strukturinformationen von XML-Dokumenten genutzt werden können, um die Suche sowohl effektiv als auch effizient bezüglich des Ressourcenverbrauchs zu gestalten. Neben technischen Experimenten, die Performance- und Suchqualitätsoptimierungen erzielen sollen, werden im Rahmen des Projekts auch soziale Aspekte wie die Privatsphäre des suchenden Benutzers und Sicherheitsaspekte untersucht. Mehr ...

Ansprechperson: Prof. Dr. J. Winter 
Informationen zum Projekt: SPIRIX 
Publikationen zum Projekt: Publikationen zu SPIRIX 

 

 

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