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Dr. Reiner Frey
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Zum Studium-Generale-Modul Meditation als kulturelle Praxis

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Bewusst sein und meditieren

Ein Meditations- und Reflexions-Angebot für Studierende

Freie Meditation im Wintersemster 2017/18

Vorstellung und Einführung am Dienstag, 24.10.2017,
16:00 Uhr Gebäude 4, Raum 107

Kurse wöchentlich, dienstagnachmittags
14:15-15:45 Uhr oder 16:00-17:30 Uhr
in 2 Gruppen mit jeweils max. 20 Teilnehmenden in Gebäude 4, Raum 107

Kostenfreie Teilnahme nach E-Mail-Anmeldung mit Namen, Studienfach und Semester.

Projektbeschreibung

Was versprechen wir uns von Meditation? Es ist ein Weg zum Bewusst(er)-Sein, zur eigenen Persönlichkeitsbildung. Durch Versenkung in Ruhe sowie eine ganz neue Achtsamkeit für den eigenen Geist und die äußere Welt werden unsere Studierenden einen veränderten Zugang zu sich selbst, ihrem Studium und zu gesellschaftlichen Zusammenhängen finden – dazu gehören das Fach, das sie studieren und das spätere Berufsspektrum im Rahmen von gesellschaftlicher Verantwortung. Dabei wird ein Bogen gespannt, dessen Zusammenhang aus Persönlichkeit, Reflexion und Gesellschaft besteht.

Angeboten wird damit ein Gesundheits-, Entspannungs- und Stressreduktionsprogramm mit erheblichen positiven Auswirkungen auf die Studier- und Lebensqualität unserer Studierenden.

Gerade unter dem Aspekt „Gesundheitsförderung“ sind die Auswirkungen von regelmäßiger Meditationspraxis auf Körper und Gehirn wissenschaftlich vielfältig untersucht und bestätigt worden, die sich zum Nutzen unserer Studierenden ganz sicher einstellen werden. Dies allein wäre bereits ein mehr als ausreichender Grund, Meditation an unserer Hochschule einführen zu wollen und zu sollen.

Meditation ist eine Innensicht des eigenen Geistes (Bewusstseins) und der Welt, die insbesondere vom Buddhismus entwickelt worden ist. Wir sehen Meditation allerdings ganz unabhängig von ihrem Ursprung im Buddhismus oder in anderen Religionen. Denn jenseits von jedweder Religion handelt es sich um ein säkulares Programm, das heißt für uns: eine Methode, die völlig unabhängig von religiösen Begründungen und Zusammenhängen verfolgt werden kann. Es geht dabei um die Entwicklung eines positiven Selbst – und, umgekehrt betrachtet, um die Selbst-Befreiung von falschen Vorstellungen über die eigene Identität und die Welt.  Es ist der Weg, der, wenn man ihn denn beharrlich geht, automatisch zur Überwindung von unserem Leiden, unserer Unzufriedenheit, unseren „Anhaftungen“  führt.

Persönlichkeit – Reflexion – Gesellschaft

Neben der Veranstaltung im Sommersemester 2017 des Studium Generale wird das Projekt "Persönlichkeit – Reflexion – Gesellschaft" auch neben dem Studium angeboten.

In verschiedenen Theorie Blocks mit Meditationstagen werden verschiedene Themen behandelt.

1. Einführung

Einführung ist das etwas für mich? Warum?  

1.1. - Wer hat bereits Erfahrungen damit ?
1.2. - "Mind Wandering" ./. Ruhiger Geist
1.3. Exkurs: Einfluss der neuen Medien

2. "Wie verändert sich mein Geist, wenn ich meditiere?"

  • wissenschaftliche Untersuchungen: wir können unser Gehirn trainieren und verändern ...  
  • Drei Zielvorstellungen:
    1. Leidensverminderung
    2. Selbsterkenntnis
    3. Erhöhung der geistigen Autonomie 
  • neuer Bildungsinhalt "neue Praxis im Umgang mit unseren Gehirnen"
  • Zusammenhang zwischen Körper und Geist (Körperübungen, Tai Chi, Ki-Song)
  • Einheit von Geist und Materie (komplementärer Ansatz, Walach)

3. Vertiefung: "Wir wollen mehr als Entspannungsübungen"

  • Modelle der Realität  
  • Wissenschaftliches Weltbild (Aufklärung, Säkularisierung) Entgegensetzung von Rationalität und Religion ("Glaube und Wissenschaft")
  • Heute: komplementärer Realitätszugang durch "Erkenntnisprogramm von innen" (=Meditation/Sammlung") und Wissenschaft: zwei Zugänge zur gleichen Realität

3.1. Persönlichkeit:

  • Wer bin "ICH"
  • was macht mich aus?
  • Beschäftigung mit Gedanken : Was  ist Denken?
  • was ist hinter den Gedanken?
  • "Was ist der Geist?"
  • Materialistischer Ansatz : ist der Geist im Gehirn? (Neurowissenschaften; Metzinger)
  • idealistischer Ansatz (Platon: Ideenlehre)
  • dualistische Ansätze (Geist vs. Materie)
  • komplementäre Ansätze: Geist und Körper sind komplementäre Theorien/ Erzählungen von ein und derselben Wirklichkeit  (Walach)
  • unitäre/monistische (nicht-duale) Ansätze:  der EINE Geist, der auch Materie IST und nicht IST (Form ist Leere, Leere Form") (Buddhismus)

3.2. Reflexion:

  • Was ist Reflexion?
  • "Rückbezüglichkeit" 
  • Innensicht des Geistes üben, mit Gedanken arbeiten
  • "Wie verändert sich mein Bild von mir"
  • Beobachtung des Beobachters

3.3. Gesellschaft:

  • Schneller, komplexer, entfremdeter; wie komme ich zu mir selbst?
  • Individuum und Organisation
  • Soziale Systeme
  • Internet und soziale Medien
  • Was nützt hier Meditation? -> Selbst- statt Fremdbestimmung
  • evolutionäre Veränderung der Gesellschaft (sofern "kritische Masse" von Menschen erreicht)

4. Praktisches Üben

Konzentration - Ruhe - Offenheit

  • Konzentration, Achtsamkeit: besser lernen können, klarer werden, wacher sein
  • Ruhe : Entspannung, Wohlbefinden steigern; gesünder sein
  • Offenheit: besser auf andere zugehen können, offener sein

5. Verschiedene Methoden

5.1. Konzentration:

Atem - unterschiedliche Orte im Körper (warum Atem? Immer da!)

5.2. Achtsamkeit:

  • Körper - "bodyscan"
  • Gefühle - Gedanken: "Geist" - was taucht in ihm auf? Wie gehe ich damit um? Ansehen + loslassen -> zur Ruhe zurückkehren - Konzentration  und Achtsamkeit als "zwei Seiten einer Medaille"

5.3. Ablenkungen, Störungen :

"im Gedankensumpf versinken" : merken! ->  Achtsamkeit! -> wieder zur Konzentration zurückkehren.

5.4. Weite :

Geist weiten!

6. Die drei Bestandteile einer meditativen Praxis

Vertiefung

  • Meditation (rechte Übung, -Achtsamkeit - Stille)
  • Weisheit (rechte Sicht)
  • Ethik (rechtes Denken, Reden und Handeln- Soziale Dimension: das Leben)

7. Meditation und Gesundheit

Vertiefung

  • Auswirkungen auf Gehirnströme, Verbesserung der eigenen Gesundheit 
  • "Einheit von Körper und Geist" -> Einflussmöglichkeiten

8. Evolution

Vertiefung

Was ist Evolution?

  •  Materialistische Ansätze: Evolution der Natur: Darwin
  • Idealistische Ansätze: göttliche oder pantheistische Lenkung
  • Evolution von Natur, Gesellschaft und Selbst als selbstorganisierende Prozesse (morphische/morphogenetische Felder, Sheldrake)
  • Komplementäre Entwicklung von Wissenschaft und Spiritualität als Projekt zur Lösung von Weltproblemen (Walach)
  • Lehre des Buddha= stärkstes Selbstverwirklichungsprojekt- „Buddha werden“ (Erleuchtung/ das Göttliche)

9. Was hat Meditation mit Religion zu tun?

Vertiefung

9.1. die "religiösen" Ansätze

  • Christentum
  • Buddhismus

9.2. der "säkulare" Ansatz ("Diesseits/ Jenseits von Religion")

  • reduktionistische Ansätze (Wellness/ bessere "Funktionieren")
  • Buddhismus als Philosophie, nicht als Religion
  • Methode zur Selbstentwicklung , unterschiedlich in verschiedenen Buddhistischen Traditionen (Theravada, Mahayana)
  • "Wir sind Buddha" -> Evolutionsperspektive ("jenseits der Religion") ! Wir alle können es erreichen ("eigene Göttlichkeit") -> Egalitärer Ansatz! Alle sind gleich

10. Ethik

Vertiefung

  • Religion und Ethik
  • Ethik ohne Religion
  • Bewußtseinsethik (Metzinger) Säkularer/ konsensueller/ pragmatischer Ansatz -> Ethik von "innen" heraus entwickeln
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