Kinderliteratur

Interdisziplinäres Lernziel

Am Beispiel von ausgewählten bekannten Märchen erarbeiten sich Studierende in intensiver Zusammenarbeit mit interdisziplinären Projektgruppen den Zugang zu relevanten Motiven, Symbolen, Fragestellungen, sowie künstlerischen Aspekten. Hierbei wird auch das Bewusstsein für interkulturelle Zusammenhänge geschärft. Die Studierenden können die in der Veranstaltung gewonnenen vielfältigen Erfahrungen und Erkenntnisse nutzen, um für ihre beruflichen und gesellschaftlichen Rollen Konsequenzen abzuleiten - ein berufspraktisches Beispiel hierfür wäre das zunehmend wichtiger werdende Feld der Unternehmensethik.

Modulinhalte

In dieser Veranstaltung werden theoretisch und praktisch Inhalte und Kommunikationsmuster von „Märchen“ aus verschiedenen wissenschaftlichen Perspektiven interdisziplinär und interkulturell untersucht. Dazu werden ausgesuchte Fachdisziplinen aus den Naturwissenschaften und den Kulturwissenschaften herangezogen.

"Die Symbolsprache ist eine Sprache, in der innere Erfahrungen, Gefühle und Gedanken so ausgedrückt werden, als ob es sich um sinnliche Wahrnehmungen, um Ereignisse in der Außenwelt handelte. Es ist eine Sprache, die eine andere Logik hat als unsere Alltagssprache, die wir tagsüber sprechen, eine Logik, in der nicht Zeit und Raum die dominierenden Kategorien sind, sondern Intensität und Assoziation. Es ist die einzige universale Sprache, welche die Menschheit je entwickelt hat und die für alle Kulturen im Verlauf der Geschichte die gleiche ist. Es ist eine Sprache sozusagen mit eigener Grammatik und Syntax, eine Sprache, die man verstehen muss, wenn man die Bedeutung von Mythen, Märchen und Träumen verstehen will." (Erich Fromm)

Deshalb ist das gute Ende des Märchens wichtig und richtig. Als Erwachsene ertragen wir eher Missgeschicke und Niederlagen. Wir finden uns mit dem schlechten Ausgang einer Erzählung ab. Wir wissen, dass wir immer wieder neue Anstrengungen machen müssen. Ich habe vom Märchen gelernt, dass es klug ist, wie ein Kind auf gute Lösungen zu vertrauen und auf Hilfe zu hoffen. Das Märchen ist nicht nur Hoffnungsträger, es macht Mut und gibt Kraft“ (Linde Koch)

Im Zuge der Globalisierung wird unsere Welt immer komplexer und die Spezialisierung einzelner Professionen schreitet voran. Jede wissenschaftliche Disziplin und jeder Studiengang betrachtet die Realität auf ihre Weise und blendet somit eine Fülle anderer Aspekte aus. Trotzdem müssen Studierende in Zukunft in der Lage sein die verschiedensten beruflichen Aufgabenstellungen interdisziplinär zu lösen. In dieser Veranstaltung werden die vielschichtigen Strukturen von Märchen aus der Perspektive verschiedener Fachdisziplinen untersucht. Hier werden zunächst theoretische Modelle aus beispielsweise der Philosophie (Moral, Normen, Werte), der Psychoanalyse (Archetypen, Mythen) und der Linguistik (Symbole, Zeichen) vorgestellt. Aktuelle Beispiele aus der Populärkultur, wie beispielsweise der Automobilwerbung oder Helden des Sports, werden evaluiert und diskutiert. In einem nächsten Schritt werden mittels dieser interdisziplinären Erkenntnisse ausgesuchte Märchen bearbeitet. Hierbei stehen verschiedene Fragestellungen im Vordergrund: Gibt es festgeschriebene Symbole oder wiederkehrende Botschaften? Sind Märchen nur für Kinder wichtig oder treffen wir auch im Beruf immer wieder auf ähnliche Strukturen? Gibt es bestimmte Figuren nur im Märchen oder auch in der realen Welt? Welchen Einfluss haben Märchen auf unser soziales Handeln oder unsere Art zu kommunizieren? Als Unterstützung zur Reflexion und Analyse gelesener Märchen wird das Onlineprogramm Antolin eingesetzt.

Lehrende

  • Prof. Dr. Doina Logofatu (Fb2)
  • Prof. Dr. Damian Großkreutz (Fb2)
  • Dipl.-Ing. Architektin Angelika Plümmer (Fb1)
  • Prof. Dr. Barbara Lämmlein (Fb3)

Modulprüfung

Semesterbegleitende Projektarbeit in Gruppen und Abschlusspräsentation (mindestens 15, höchstens 30 Minuten)

Termin der Veranstaltung

jeweils Mittwoch Nachmittags, 14:15 – 17:30 Uhr (4. und 5. Block)

Einführungsveranstaltung und Einteilung der Projektgruppen: 18.10.2017, 14:15 Uhr, Raum wird hier bekannt gegeben

Lernergebnis / Kompetenzen

Die Studierenden erweitern die fachspezifischen Denkweisen (Theorien und Methoden) durch Einblicke in Fachwissen, Methodenkenntnisse und Denkweisen anderer Disziplinen.

Die Studierenden sind in der Lage:

  • interdisziplinär zu denken und unterschiedliche Aspekte eines Querschnittsthemas zu erkennen, diese gegeneinander abzuwägen und ganzheitlich zu reflektieren;
  • Zusammenhänge ihres künftigen Berufsfelds im Raum unterschiedlicher Disziplinen sowie gesellschaftlicher Interessen verständlich zu machen und diese Zusammenhänge fachlich versiert darzustellen und argumentativ zu vertreten;
  • die Wirkungen und Folgen ihrer beruflichen und gesellschaftlichen Tätigkeit zu reflektieren  und daraus Konsequenzen für ihr eigenes Handeln abzuleiten;
  • anhand konkreter interdisziplinärer Aufgabenstellungen Verständnis für die fachfremden Denkweisen zu entwickeln und kooperativ im Umgang mit verschiedenen Kulturen und Wertesystemen zu handeln;
  • die vielfältigen Perspektiven und Ebenen eines Textes mittels verschiedener Methoden, wie beispielsweise der empirischen Sozialforschung, zu analysieren. Sie erproben die Fähigkeit auch Inhalte und Probleme, die nicht zu den Kernthemen ihres Studienfaches zählen argumentativ darzustellen, zusammenzufassen, zu diskutieren und zu präsentieren.

E-Learning/Blended Learning

über die Moodle-Plattform der FRA-UAS.

Das Passwort wird von den Lehrenden in der Einführungssitzung mitgeteilt bzw. kann anschließend bei Prof. Dr. Doina Logofatu erfragt werden (Kontakt: logofatu@fb2.fra-uas.de).

Literatur

www.antolin.de  -- Web-basiertes Programm zur Leseförderung in Schulen

Susanne Stocklin-Meier: „Von der Weisheit der Märchen: Kinder entdecken Werte im Märchen und Geschichten“, Kösel-Verlag, 3. Auflage, 2008

Linde Koch: „Praxisbuch Märchen: Verstehen-Deuten-Umsetzen“, Gütersloher Verlagshaus, 5. Auflage, 2001

Max Lüthi, „Märchen“, Metzler Verlag, 2004

Max Lüthi, „Das europäische Volksmärchen. Form und Wesen“, UTB Verlag, 2005

Erik Jelde, „Märchen der Welt: mit 80 Illustrationen von Martin und Ruth-Koser –Michaels“, Knaur HC, 2006

John Bauer: „Trolle, Wichtel, Königskinder: John Bauers nordische Märchenwelt“, Urachhaus Verlag, 5. Auflage, 2013

Wilhelm Hauff, „Hauffs Märchen“, Droemer Knaur Verlag, 2002

Hans Christian Andersen, „Andersens Märchen“, Anaconda Verlag, 2010 Jacob Grimm, Wilhelm Grimm, „Grimms Märchen: Gesamtausgabe“, Dörfler Verlag, 2000

Tatjana Hauptmann, „Das große Märchenbuch: Die hundert schönsten Märchen aus ganz Europa“, Diogenes Verlag, 1987

Technische Voraussetzungen

Jeder Teilnehmer bekommt in den ersten Wochen ein Antolin-Benutzerkonto für Rechner, Tablett, oder Smartphone.

Die Teilnehmer benötigen ein Stadtbibliothek-Benutzerkonto für Recherchen.

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