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Geschlechtersensible Elternbildung

Möglichkeiten und Herausforderungen

Das Seminar

Gesellschaftliches Ideal und zugleich auch Wunsch vieler Eltern ist eine gleichberechtigte Elternschaft. Die ‚neuen‘ oder ‚aktiven Väter‘ sind zum Sinnbild dieser Entwicklungen geworden. Insbesondere in der Schwangerschaft wird die väterliche Beteiligung institutionell stark gefördert, indem es z.B. Geburtsvorbereitungskurse für Elternpaare gibt.

Sobald das Baby aber auf der Welt ist, zeigt sich jedoch, dass eine gleichberechtigte Elternschaft nur schwer lebbar ist. Aktuelle Studien der Familienforschung verweisen darauf, dass Eltern die Zuständigkeiten in der Kinderfürsorge ganz anders aufteilen, wie vorab vorgestellt und gewünscht: Meistens ist die Mutter die Hauptverantwortliche, während der Vater nur eine untergeordnete Rolle einnimmt und maximal damit betraut ist, die Mutter zu unterstützen. Hinzukommende gesellschaftliche Rahmenbedingungen der Erwerbsarbeit und des öffentlichen und privaten Lebens, sowie vorherrschende Erwartungen an gute Mutter- oder Vaterschaft sowie elterliche Ängste können der praktischen Umsetzung gemeinsamer Elternschaft im Wege stehen.

Elternbildungs- und Beratungsangebote setzen an dieser Stelle an und fördern den aktiven und konstruktiven Diskurs mit Fragen der Arbeitsteilung in der Elternschaft. In der eintägigen Weiterbildung lernen Professionelle der Geburtsvorbereitung, Geburtshilfe, Säuglingspflege und Elternbildung, versteckte traditionelle Geschlechterbilder zu identifizieren und dabei gleichzeitig Möglichkeiten zu deren aktiver Überwindung aufzuzeigen. Die teilnehmenden Fachkräfte erwerben Kompetenzen, um situativ gleichberechtigte Elternschaftsentwürfe zu unterstützen. Dabei werden sie in die Lage versetzt, Ambivalenzen aushalten zu können und ressourcenorientiert mit Eltern zu arbeiten. Die Reflektion des eigenen Selbstbilds als Professionelle ist ebenfalls Teil des eintägigen Seminars.

Für die Teilnahme an der Veranstaltung erhalten Sie 4,5 Continuing Education Recognition Points (CERPs) des International Board of Lactation Consultant Examiners® (IBLCE).

  • Einstieg in das Fortbildungsthema
  • Sammlung von Meinungsbildern zum Fortbildungsthema
  • Input: Kleine Kulturgeschichte zu den Geschlechterordnungen des Kinderkriegens, der Säuglingsfürsorge und -ernährung bis heute
  • Spurensuche: Versteckte Geschlechterordnungen in Bildung und Beratung ‚rund um die Geburt‘
  • Sammlung von Stolperfallen der Reproduktion ungleicher Elternschaft
  • Reflektion der eigenen Berufspraxis
  • Zukunftsvisionen
  • Feedbackrunde

Die theoretischen Vorträge werden durch die Arbeit in moderierten Kleingruppen unterstützt.

Die berufsübergreifende-integrative Fortbildung richtet sich an Hebammen, Geburtsvorbereiter/-innen und Stillberatende, die (werdenden) Eltern professionell bei der Statuspassage Elternschaft zur Seite stehen

•  Geesche Martin, Hebamme und M.A. „Psychosoziale Beratung und Recht"
•  Birgit Planitz, M.Sc., Lehrkraft für besondere Aufgaben an der FRA-UAS und Still- und Laktationsberaterin (International Board Certified Lactation Consultant), Kinderkrankenschwester
•  Lotte Rose, Dipl. Pädagogin, Dr. phil., Professorin für Pädagogik der Kinder- und Jugendarbeit
•  Rhea Seehaus, Dipl. Pädagogin, Dr. phil., wiss. Mitarbeiterin am Gender- und Frauenforschungszentrum der Hessischen Hochschulen

 

Neuer Termin in Kürze. Veranstaltungsort ist die Frankfurt UAS, Campus Nibelungenplatz, BCN-Hochhaus, Frankfurt am Main.

Das Teilnahmeentgelt beträgt 169 Euro. Im Seminarpreis enthalten sind Seminarunterlagen und Pausenerfrischungen.

Auch als Inhouse-Schulung möglich!

Sprechen Sie uns an!

Oda VogelID: 4684
letzte Änderung: 05.08.2019