Im Rahmen der Vorstellung des 7. Hessischen Kreativwirtschaftsberichts „Connecting Worlds“ tauschte sich Prof. Dr. Lutz Anderie mit dem hessischen Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori über die Zukunft von Künstlicher Intelligenz, Digitalisierung und Innovationen im Gesundheitswesen aus. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die Chancen einer verantwortungsvollen KI-Nutzung sowie die Frage, wie neue Technologien verständlich vermittelt und gewinnbringend für Wirtschaft und Gesellschaft eingesetzt werden können.
Ein zentrales Fazit des Austauschs lautet: Künstliche Intelligenz muss als unterstützende Technologie verstanden werden, die Menschen befähigt, Prozesse verbessert und Innovationen ermöglicht – nicht als Ersatz menschlicher Expertise. Voraussetzung dafür sind Transparenz, Vertrauen sowie eine praxisnahe Anwendung.
Besonders erfreulich ist, dass die Frankfurt University of Applied Sciences gemeinsam mit GovMediX und HA&P im aktuellen 7. Hessischen Kreativwirtschaftsbericht „Connecting Worlds“ (S. 50–51) als Beispiel erfolgreicher Cross Innovation vorgestellt wird. Der Beitrag „Serious Games und KI-gestützte Gamification im Klinikmanagement“ wurde von Prof. Dr. Lutz Anderie und Prof. Dr. Christiane Saure verfasst und zeigt, wie Know-how aus der Games-Branche erfolgreich in das Gesundheitswesen übertragen werden kann.
Im Mittelpunkt steht der Einsatz von Serious Games, KI-gestützter Gamification sowie modernen Technologien wie Virtual Reality (VR), Augmented Reality (AR) und intelligenten Simulationssystemen. Durch adaptive Lernkonzepte, Echtzeit-Feedback und KI-basierte Personalisierung entstehen realitätsnahe Trainingsumgebungen für Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte sowie weitere Berufsgruppen. Dadurch lassen sich komplexe klinische Abläufe sicher trainieren, Entscheidungen verbessern und Mitarbeitende gezielt auf anspruchsvolle Versorgungssituationen vorbereiten.
Darüber hinaus beschreibt der Bericht, wie Künstliche Intelligenz entlang der gesamten Wertschöpfungskette von Krankenhäusern eingesetzt werden kann – von der Patientenaufnahme über Diagnostik und Therapie bis hin zu Entlassungsmanagement sowie Personal-, Einkaufs- und Logistikprozessen. KI unterstützt dabei unter anderem die Ressourcenplanung, prognostiziert Patientenaufnahmen, individualisiert Lerninhalte und entlastet Mitarbeitende durch intelligente Assistenzsysteme. Serious Games verbinden diese datenbasierten Erkenntnisse mit interaktiven Simulationen und schaffen so eine praxisnahe Lern- und Innovationsplattform für das Klinikmanagement.
Als wesentlichen Erfolgsfaktor hebt der Bericht die interdisziplinäre Zusammenarbeit an der Frankfurt UAS hervor. Der Fachbereich Wirtschaft und Recht bringt seine Expertise in Digitalisierung, Wirtschaftsinformatik und Künstlicher Intelligenz ein, während der Fachbereich Soziale Arbeit & Gesundheit seine Kompetenzen im Gesundheitswesen und Klinikmanagement beisteuert. Gemeinsam mit mehr als 60 Kliniken und Krankenhäusern sowie starken Praxispartnern wie GovMediX und HA&P entstehen anwendungsorientierte Lösungen, die wissenschaftliche Erkenntnisse unmittelbar in die Praxis überführen.
Ebenso betonen die Autoren, dass technologische Innovation stets mit ethischer Verantwortung einhergehen muss. Transparenz, Fairness, Datenschutz sowie die Einhaltung regulatorischer Vorgaben – insbesondere der DSGVO, der Medical Device Regulation (MDR) und des EU AI Act – bilden die Grundlage für einen verantwortungsvollen Einsatz Künstlicher Intelligenz im Gesundheitswesen.
Der 7. Hessische Kreativwirtschaftsbericht unterstreicht damit eindrucksvoll, welches Potenzial in der Verbindung von Games-Technologien, Künstlicher Intelligenz und Gesundheitswirtschaft liegt. Gleichzeitig zeigt er die Frankfurt University of Applied Sciences als Impulsgeberin für praxisorientierte Forschung und erfolgreiche Cross Innovation, die digitale Innovationen nachhaltig in die Gesundheitsversorgung überführt.
Verlinkung:
Zum 7. Hessischen Kreativwirtschaftsbericht:
https://redaktion.hessen-agentur.de/publication/2026/4602_Siebter_KWB_Hessen.pdf