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Algorithmen lernen von Studierenden

Im Rahmen der Innovationsprofessur von Prof. Dr. Jens Liebehenschel entsteht ein neues digitales Übungstool

Wer Informatik studiert, der hat unweigerlich mit Algorithmen zu tun. So heißen Verfahren, mit denen man bestimmte mathematische Probleme löst. Sie sind Grundlage der Software-entwicklung. Prof. Dr. Jens Liebehenschel, Professor für Mobile Systems Engineering am Fb 2, nennt ein Beispiel, das er auch in Vorträgen verwendet: „Sie haben einen langen Schrank mit mehreren Türen, die aber zu sind, und Sie suchen eine grüne Tasse. Dann öffnen Sie jede Türe nacheinander und sehen nach: Ist da eine grüne Tasse?“ Ihr Wissen um Such- und andere Algorithmen, sollen Studierende der Frankfurt UAS künftig bald in einem neuen Lerntool für das Fach „Algorithmen und Datenstrukturen“ testen können. Mit theoretischen und praktischen Aufgaben rund um bestimmte Themenfelder und individuellem Feedback.

Seit dem Wintersemester 2024/25 entsteht die Webanwendung ADLT. Das Besondere: „Es ist eine echte Studierendenleistung und darauf bin ich stolz“, so Liebehenschel. Das Projekt findet im Rahmen seiner Innovationsprofessur „Projekte mit noch mehr Praxisorientierung? – Na klar!“ am Fb 2 statt.

Bestehende Software JACK als Ausgangspunkt

Vier Master-Studenten der Informatik, Edward Späth, Ibrahim Hayber, Stefan Kresovic und Tim Finmans, bilden das Kernteam und bauen das Lerntool im Rahmen von Semesterprojekten unter der Leitung von Liebehenschel auf. Grundlage dafür bildet JACK, ein E-Assessment-System, das an der Uni Duisburg-Essen entwickelt wurde und mit dem auch andere Hochschulen bereits Übungs- und Prüfungstools erstellt haben. Das ADLT-Team nutzt diese Software und programmiert darin. Für komplexe Aufgaben in Baumform haben die Studierenden einen eigenen Editor geschrieben.

Entwicklung von Übungsaufgaben als Lehrveranstaltung

Vor allem leiten die Master-Studenten aber Lehrveranstaltungen für Bachelor-Studierende der Informatik, die in Projektteams kleine Arbeitspakete bearbeiten, beispielsweise Aufgaben für bestimmte Algorithmen erstellen. „Ich habe gar nicht lange überlegen müssen, weil das eine einmalige Chance war für ein längerfristiges Projekt und man lernt beide Seiten kennen, weil man auch lehrt“, sagt Stefan Kresovic, Master-Student und eines der Kern-Teammitglieder zu seiner Motivation. Die Studierenden wiederum sammeln Programmierkenntnisse in Python und Wissen zu Didaktik und Algorithmen. Etwa 60 Studierende haben so schon Beiträge zum Lerntool beigesteuert.

Vierstellige Aufgabenzahl als Ziel

Das Einpflegen übernehmen wieder die Master-Studierenden. Auch einen internationalen Touch hat das Projekt. Im letzten Wintersemester war das Kernteam und zehn Studierende der Frankfurt UAS in Belgien, um gemeinsam mit Studierenden der Hochschule Gent in Projektteams an Aufgaben zu arbeiten. Erst in Präsenz dann online. Die Studierenden in Gent haben zudem die bisherigen Aufgaben im Rahmen einer Lehrveranstaltung getestet. “Diese Verbesserungen haben wir schon eingepflegt“, so Kresovic. Stand jetzt gibt es rund 800 Aufgaben „Das Ziel ist vierstellig“, sagt Liebehenschel.

Bis zum Ende des Sommersemesters will das Team den Feinschliff vorgenommen haben und das Tool den Studierenden zugänglich machen, evtl. auch im Prüfungssetting. Und nicht nur an der Frankfurt UAS. Wenn das Tool geprüft wurde, könnte es auch über die JACK-Community an anderen Hochschulen zum Einsatz kommen. Bis dahin haben Studierende im Bachelor-Studiengang „Informatik – mobile Anwendungen“ aber im Sommersemester auch nochmals die Möglichkeit, am „Algorithms and Data Structures Learning Tool“ mitzuarbeiten. Dieses Mal im Projekt „Extending a Highly Sophisticated Learning Tool for Algorithms and Data Structures" im Modul „Mobile Application Exercises“.

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letzte Änderung: 23.11.2023