Hochschule zeichnet drei zukunftsweisende Projekte aus, die zeigen, wie KI die Hochschullehre sinnvoll ergänzen kann.
Mit dem Innovationspreis „KI in der Lehre“ würdigt die Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) in diesem Jahr erstmals Lehrkonzepte, die Künstliche Intelligenz didaktisch reflektiert, curricular verankert und verantwortungsvoll in Studium und Lehre integrieren. Ziel der Ausschreibung war es, Lehrenden Freiräume für innovative KI-gestützte Formate zu eröffnen und zugleich Best-Practice-Beispiele zu fördern, die Studierenden einen nachweislichen Mehrwert bieten.
Aus insgesamt neun eingereichten Projekten wurden drei Vorhaben ausgewählt, die ab April 2026 mit jeweils 7.500 Euro gefördert werden. Die Jury, u. a. bestehend aus der Vizepräsidentin für Studium und Lehre, dem Vizepräsidenten für Digitalisierung und den Studiendekan*innen, bewertete die Einreichungen nach verschiedenen Kriterien wie der pädagogischen Wirksamkeit, dem Innovationsgrad, der curricularen Verankerung, der Realisierbarkeit und der ethischen Verantwortung. Alle drei prämierten Projekte verknüpfen KI-Technologien mit konkreten Lehr-Lernzielen und tragen zur Weiterentwicklung der Lehrpraxis an der Frankfurt University of Applied Sciences bei.
Die ausgezeichneten Projekte
Vom Labeling zur Evaluation – KI als Workflow in der Lehre (Fachbereich Architektur, Bauingenieurwesen, Geomatik)
Dieses Projekt um Prof. Dr. Jens Brauneck und Prof. Dr. Jan Schulze Althoff bildet den vollständigen KI-Workflow ab – von der Datenannotation über Modelltraining bis zur Evaluation. Studierende arbeiten mit realen UAV- und multispektralen Bilddaten aus der Trockenwaldregion Caatinga. Sie lernen, KI-Modelle mit fachspezifischen Inhalten zu trainieren, KI für die Analyse neuer Daten anzuwenden und die Ergebnisse sowie KI-Einsatz zu bewerten. Der Ansatz verbindet internationale Zusammenarbeit, Forschungspraxis und projektbasiertes Lernen.
KI-gestützte Entwicklung lernwirksamer STACK-Aufgaben für die Ingenieurmathematik (Fachbereich Architektur, Bauingenieurwesen, Geomatik, Fachbereich Informatik und Ingenieurwissenschaften und Teaching and Learning Center)
Generative KI unterstützt hier die Erstellung variantenreicher, automatisch bewerteter, mathematischer STACK-Aufgaben inklusive Feedback. Das Projekt von Prof. Dr. Marcel Mohr, Raina Jockers, Dr. Ralf Lehnert und Dr. Laura Ostsieker zielt darauf ab, Übungsphasen zu individualisieren, typische Fehlermuster abzubilden und Entwicklungszeiten erheblich zu reduzieren. Die Aufgaben werden direkt in Pflichtmodule der Ingenieurmathematik integriert.
Prof_as_Avatar 2.0 (Fachbereich Wirtschaft und Recht)
Auf Basis vorhandener Vorlesungsinhalte wird in der Veranstaltung von Prof. Dr. Swen Schneider und Prof. Dr. Lutz Anderie ein interaktiver Avatar entwickelt, der Studierende in Vorlesungen, zur Prüfungsvorbereitung und in simulierten mündlichen Prüfungen begleitet. Durch RAG (Retrieval-Augmented Generation) kann der Avatar auf Kursmaterialien zugreifen, Fragen beantworten und beim individuellen Lernprozess unterstützen.
Die drei prämierten Vorhaben zeigen, wie KI die Hochschullehre sinnvoll ergänzen kann – nicht als Ersatz, sondern als Erweiterung didaktischer Möglichkeiten. Die Ergebnisse werden ab 2027 als Praxisbeispiele im Rahmen des DigiTaL-Veranstaltungsprogramms vorgestellt.
Der Innovationspreis wird aus dem Projekt QuiS_kiwi finanziert. Das Projekt verfolgt das Ziel, den verantwortungsvollen und fachbezogenen Einsatz von KI in der Lehre zu fördern. Im Rahmen des Projekts werden zum einen Expert*innen eingeladen, die im Rahmen des Digital-Workshop-Programms die Angebote zur Förderung von KI-Kompetenzen in der Lehre durchführen. Zudem wurden in den Fachbereichen Referentinnen benannt, die bei der Integration der KI in die Lehre unmittelbar im Fachbereich unterstützen.


