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Zwischen Like und Hass – Antisemitismus in sozialen Medien

„Zwischen Like und Hass – Antisemitismus in sozialen Medien“: Unter diesem Titel haben rund 100 Expert*innen aus Wissenschaft und pädagogischer Praxis bei einer Fachkonferenz der Frankfurt University of Applied Sciences und der Bildungsstätte Anne Frank am 14. und 15. September über digitalen Antisemitismus diskutiert.

Bedrohung für gesellschaftlichen Zusammenhalt

Eröffnet wurde die Konferenz von Timon Gremmels, Hessischer Minister für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur: „Antisemitismus ist kein Randphänomen. Er ist eine reale Bedrohung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und damit für die Demokratie in unserem Land. [...] Die Konferenz zeigt, wie Antisemitismus digital aussehen kann, und gibt uns Strategien an die Hand, ihn einzudämmen. So treten wir mit evidenzbasierten Argumenten der Wissenschaft denen entgegen, die unsere Demokratie von innen und von außen zerstören wollen.“

Neben Fitness und Kampfsport: Junge Menschen für problematische Inhalte sensibilisieren

Prof. Dr. Meron Mendel, Professor an der Frankfurt UAS und Direktor der Bildungsstätte Anne Frank, und Prof. Dr. Kai-Oliver Schocke, Präsident der Frankfurt UAS, waren sich einig, dass Kinder und Jugendliche für problematische Inhalte im Netz sensibilisiert werden müssen. Nur so könnten sie antisemitische Narrative erkennen und wirksame Strategien gegen Desinformationen entwickeln.

„Junge Menschen werden im Netz mit fragwürdigen politischen Botschaften konfrontiert – selbst dann, wenn sie sich nur zu Lifestyle-Themen wie Fitness oder Kampfsport informieren möchten”, ergänzte Dr. Deborah Schnabel, Direktorin der Bildungsstätte Anne Frank. „Demokrat*innen müssen neben extremistischen Lifestyle- und Polit-Influencer*innen im Netz bestehen, wenn sie junge Menschen für demokratische Inhalte gewinnen möchten.“

Programm: Wissenschaftliche Perspektiven und pädagogische Praxis

Vertreter*innen von Hochschule und Bildungsstätte Anne Frank sowie eingeladene Expert*innen präsentierten und diskutierten am ersten Konferenztag aktuelle Forschungserkenntnisse: antisemitischen Erscheinungsformen in Social Media, Vertrauensverlust in klassische Medien, Wahrnehmung der Nahostberichterstattung, Influencer*innen als neue Welterklärer*innen und Möglichkeiten und Grenzen KI-generierter Hass-Erkennung.

Am zweiten Konferenztag stand die Auseinandersetzung mit digitalem Antisemitismus in der pädagogischen Praxis im Mittelpunkt. Nach Inputs und einem pädagogischen Methoden-Parcours zu KI- und Social Media Literacy und Digital Street Works schloss die Konferenz mit einer Podiumsdiskussion zu „Microlearning auf Social Media“.

Konferenz als Teil von Verbundforschungsprojekt

Die Fachveranstaltung wurde über das gleichnamige Verbundsforschungsprojekt von Bildungsstätte Anne Frank und Frankfurt University of Applied Sciences organisiert. Die Studie läuft bis Ende 2028 und untersucht, wie junge Erwachsene Antisemitismus auf Social Media wahrnehmen, wann sie ihn erkennen und wie sie damit umgehen. Projektleiter ist Prof. Dr. Meron Mendel, Professor für transnationale Soziale Arbeit an der Frankfurt UAS und Direktor der Bildungsstätte Anne Frank. Das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur fördert das Projekt im Rahmen des Programms „Stärkung der Demokratieforschung Hessen“.

Die Bildungsstätte Anne Frank

Als Zentrum für politische Bildung ist die Bildungsstätte Anne Frank e.V. in Frankfurt, Hessen und bundesweit aktiv, um Jugendliche und Erwachsene für Antisemitismus, Rassismus und verschiedene Formen von Diskriminierung zu sensibilisieren – und für die aktive Teilhabe an einer offenen und demokratischen Gesellschaft zu stärken.

Informationen zur Forschung von Prof. Dr. Meron Mendel: www.frankfurt-university.de/meron-mendel

Informationen zur Bildungsstätte Anne Frank: www.bs-anne-frank.de

 

Kontakt:

Frankfurt University of Applied Sciences

Fachbereich 4: Soziale Arbeit und Gesundheit

Prof. Dr. Meron Mendel, E-Mail: meron.mendel(at)fra-uas.de

 

Kontakt Bildungsstätte Anne Frank

Ansprechpartnerin für die Presse

Marie-Sophie Adeoso, Telefon: +49 69 560 00-264, E-Mail: presse(at)bs-anne-frank.de

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letzte Änderung: 23.11.2023