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Textile Grünfassaden für ein besseres Stadtklima

Forschungsprojekt fabricGREEN der Frankfurt UAS erhält Goldenen European Textile and Craft Award 2026

Im Projekt „fabricGreen“ entwickelt ein Team der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) Grünfassaden aus speziellen Textilien – ein System, das mithilfe moderner Textiltechnik zur Verbesserung des Stadtklimas beiträgt. Für diesen innovativen Ansatz wurden die Forschenden jetzt mit dem Goldenen European Textile & Craft Award (ETA-Award) 2026 in der Kategorie „Textile Architektur - Forschung & Innovation“ ausgezeichnet.

Das Konzept überzeugte die Jury insbesondere „durch den zukunftsweisenden Ansatz, textile Innovation, Nachhaltigkeit und urbane Klimaforschung auf beispielhafte Weise miteinander zu verbinden“. Johanna Beuscher, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Forschungsgruppe, nahm den Preis beim Festakt der European Textile Academy in Bozen (Italien) entgegen.

Bereits zweiter ETA-Award

Die Forschungsgruppe ReSULT (Research Lab for Sustainable, Lightweight Building Technologies) rund um Prof. Dipl.-Ing. Claudia Lüling befasst sich intensiv mit nachhaltigem Bauen und textilem Leichtbau. Lüling erhielt bereits 2024 den Goldenen ETA Award in der Kategorie Forschung für das von ihr entwickelte modulare Sonnenschutzsystem BOW aus dreidimensionalen Textilien. Auch das jetzt prämierte Projekt fabricGREEN basiert auf 3D-Textilien und leistet einen Beitrag zu klimaresilienter Architektur.

Bepflanzte Fassaden senken Hitze der Stadt

Bepflanzte Fassaden können sommerliche Temperaturen erheblich senken, das Umgebungsklima verbessern, Lärm abmildern und Biodiversität fördern. Gleichzeitig binden Pflanzen Staubpartikel und CO2, während sie Sauerstoff erzeugen und damit die Luftqualität verbessern. Die Ansprüche an grüne Fassaden hingegen sind hoch: Für ein gleichbleibendes Erscheinungsbild müssen Grünfassadensysteme aufwendig hergestellt, unterhalten und gepflegt werden. Zudem bedeuten sie zusätzliches Gewicht für das Gebäude und verlangen nach komplexer Haustechnik. Daher ist es entscheidend, robuste, langlebige, und pflegeleichte Grünfassadensysteme zu entwickeln, die wenig wiegen, einfach zu installieren sind, durch einfache Bewässerungstechnik überzeugen und optisch ganzjährig ansprechend sind.

Lösung auf Basis von 3D-Abstandstextilien

Dies leistet fabricGREEN als modulares Grünfassadensystem auf der Basis von 3D-Abstandstextilien (Abstandsgewirke): Das patentierte System ist Substratträger und Wurzelraum, verfügt über eine effiziente Wasserverteilung und bietet die Möglichkeit, leichte und bereits vorkultivierte Module vorzufertigen.

Zusammenarbeit mit externen Partnern

Entwickelt wurde es im Rahmen eines Grundlagenprojekts im Industrieauftrag durch das Unternehmen Sto SE & Co. KGaA aus Stühlingen (Baden-Württemberg) und in Zusammenarbeit mit Partnern aus dem Bereich Textil (Essedea GmbH & Co. KG) sowie der Gebäudebegrünung (Vertiko GmbH, Wuppertal, und CityArc, Freiburg). Nach Abschluss der ersten, erfolgreichen Projektphase wird das Vorhaben derzeit von Johanna Beuscher im Rahmen ihrer Promotion unter Betreuung von Prof. Claudia Lüling und unterstützt durch den Praxispartner Sto weiter untersucht.

Informationen zu fabricGREEN und zur Praxis-Promotion von Johanna Beuscher unter: www.frankfurt-university.de/?id=13643

Informationen zur Innovationsprofessur von Prof. Claudia Lüling: www.frankfurt-university.de/?id=11341

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letzte Änderung: 23.11.2023