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Flüchtlingshilfe zwischen Beteiligung und Polarisierung

Frankfurt UAS und Hessischer Flüchtlingsrat untersuchen Potenziale und Herausforderungen zivilgesellschaftlicher Partizipation

Die Zusammenarbeit von Staat und Zivilgesellschaft gilt als wichtiger Baustein demokratischer Gesellschaften. Gerade in Krisen- und Konfliktsituationen übernehmen zivilgesellschaftliche Organisationen häufig Aufgaben, die staatliches Handeln ergänzen und gesellschaftliche Teilhabe stärken. Gleichzeitig geraten solche Formen der Zusammenarbeit zunehmend in den Fokus politischer Kontroversen und rechtspopulistischer Kritik. Das Bundesaufnahmeprogramm Afghanistan (BAP) sollte seit 2022 besonders schutzbedürftigen Afghaninnen und Afghanen eine sichere Einreise nach Deutschland ermöglichen. Die Einbeziehung der Zivilgesellschaft in dem Aufnahmeprozess wirft demokratietheoretische Fragen auf: Welche Auswirkungen hat diese Zusammenarbeit auf die demokratische Legitimation politischer Entscheidungen? Wie können Staat und Gesellschaft gemeinsam gesellschaftliche Herausforderungen bewältigen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich das Forschungsprojekt „Zivilgesellschaftliche Partizipation in der humanitären Flüchtlingshilfe: Mehrwert für die Demokratie oder Blaupause für rechtspopulistische Mobilisierung?“, das im Rahmen des Programms „Stärkung der Demokratieforschung in Hessen“ vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur (HMWK) gefördert wird. Das Vorhaben startete im Mai 2026 und wird von der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) gemeinsam mit dem Hessischen Flüchtlingsrat durchgeführt.

„Demokratie lebt von Beteiligung. Gleichzeitig erleben wir, dass zivilgesellschaftliches Engagement zunehmend unter Rechtfertigungsdruck gerät und von rechtspopulistischen Akteuren gezielt delegitimiert wird. Deshalb wollen wir untersuchen, wie die Zusammenarbeit von Staat und Zivilgesellschaft demokratische Entscheidungsprozesse beeinflusst und welche Bedingungen dazu beitragen, Vertrauen in demokratische Institutionen zu stärken“, erklärt Projektleiterin Prof. Dr. Marei Pelzer, Professorin für Recht der Sozialen Arbeit an der Frankfurt UAS.

Das Vorhaben baut auf einem Wissensnetzwerk zwischen der Frankfurt UAS und dem Hessischen Flüchtlingsrat auf. Durch die Verbindung von Forschung und Praxis sollen die demokratischen Potenziale, Herausforderungen und Konfliktlinien zivilgesellschaftlicher Beteiligung umfassend analysiert werden.

Kontakt:
Frankfurt University of Applied Sciences
Fachbereich 4: Soziale Arbeit und Gesundheit
Prof. Dr. Marei Pelzer
Telefon: +49 69 1533-4419
E-Mail: marei.pelzer(at)fra-uas.remove-this.de

Weitere Informationen zum Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit der Frankfurt UAS unter www.frankfurt-university.de/fb4.

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letzte Änderung: 23.11.2023