Europäische Zusammenarbeit gibt Hoffnung in aktuellen Krisenzeiten.
Ende Mai 2026 kamen 35 Studierende und Lehrende der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS), der Jagiellonian Universität Krakau (Polen), der Universität Valencia (Spanien) und der Aristoteles Universität Thessaloniki (Griechenland) für die zweite Runde* des Blended Intensive Programme „Demokratie: gestern, heute, morgen – Erinnerungskultur, Diversität, Verantwortung“ in Thessaloniki zusammen.
Die vier Partnerhochschulen aus unterschiedlichen Fachdisziplinen arbeiten in diesem Projekt gemeinsam daran, zentrale Fragen europäischer Demokratien und unserer Gesellschaft zu untersuchen. Im Fokus stehen Themen wie Erinnerungskultur und historische Orte, Minderheitenrechte, Migration und Identität sowie Partizipation und Vernetzung.
Die Frankfurt UAS war mit 6 Studierenden sowie dem Lehrenden-Team Sophia Schmidt, Teaching and Learning Center, sowie Prof. Dr. Panagiotis Kitmeridis und Kemal Tursun, beide Fachbereich Wirtschaft und Recht, vertreten.
Präsenzwoche in Thessaloniki und studentische Mikroprojekte
In diesem Jahr wurde Thessaloniki selbst zum Lernraum und die Teilnehmenden tauchten im wahrsten Sinne des Wortes in die historischen „Schichten“ der Stadt ein. Das gastgebende Team verknüpfte eindrucksvoll bedeutende historische Stätten mit aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen. Auf dem Programm standen unter anderem Orte byzantinischer Geschichte, das ehemalige jüdische Viertel, das Yedi-Kule-Gefängnis sowie eine Exkursion in das archäologische Museum der Königsgräber in der Region Vergina.
Während der Woche arbeiteten die Studierenden in internationalen Kleingruppen an innovativen Mikroprojekten, die sie am Ende präsentierten. Die Ergebnisse waren vielfältig und kreativ: von einer Theaterperformance zu Bewegung und Migration über eine Videoproduktion zur Thanatopolitik (als Teil der Erinnerungskultur und der gesellschaftlichen Steuerung von Leben und Tod) bis hin zu einer ländervergleichenden Analyse der Informationsverbreitung im Kontext von KI und sozialen Medien. Eine weitere Gruppe entwickelte einen digitalen Stadtrundgang zu Orten und Nicht-Orten der Erinnerung in Thessaloniki und ergänzte Beispiele aus den Städten der Partnerhochschulen Frankfurt, Krakau und Valencia.
Spannende Eindrücke vom BIP gibt es auch in den Videos, die unter https://bip.del.auth.gr/demokratie-in-der-krise/bip-in-thessaloniki-2026 veröffentlicht wurden.
Neben der intensiven Projektarbeit sorgte das Organisationsteam aus Thessaloniki für ein abwechslungsreiches kulturelles Rahmenprogramm. Kulinarische Erlebnisse, Live-Musik mit traditioneller Band, Gastvorträge und Exkursionen bereicherten die Woche und stärkten den europäischen Austausch und die interkulturellen Kompetenzen.
Der Austausch zeigte deutlich: In allen beteiligten Ländern sind ähnliche gesellschaftliche Entwicklungen erkennbar, insbesondere ein sinkendes Vertrauen in Institutionen und Demokratie und zunehmende Politikverdrossenheit. Umso wichtiger ist der europäische Dialog und die Zusammenarbeit im Bildungsbereich.
Die Gruppe ist in dieser Woche eng zusammengewachsen und es sind nicht nur unter den Studierenden, sondern auch unter den Lehrenden/Universitäten echte Freundschaften entstanden. Der tränenreiche Abschied unterstrich, wie prägend diese Erfahrung für alle Beteiligten war. Das Projekt hinterlässt nicht nur wertvolle akademische Erkenntnisse, sondern vor allem Zuversicht für die Zukunft und den Zusammenhalt in Europa. Das Team der Frankfurt UAS ist sehr glücklich darüber, dass es drei renommierte europäische Universitäten für die Idee des BIPs gewinnen konnte. Die Ergebnisse sprechen für sich.
Weitere Einblicke auf das BIP finden Sie auf folgender Website „BiP in Thessaloniki, 2026“.
Hintergrundinformationen zum BIP:
*Das BIP wurde von der Frankfurt UAS initiiert, insbesondere von Sophia Schmidt, Prof. Dr. Panagiotis Kimeridis und Kemal Tursun durch die School of Personal Development and Education (ScoPE) und fand zum ersten Mal 2025 in Frankfurt statt. Jedes Jahr im Sommersemester übernimmt eine der Partnerhochschulen die inhaltliche und organisatorische Verantwortung, wie in diesem Jahr die Univerität Thessaloniki. Das BIP setzt sich dabei aus vier Online-Sessions und fünf Tagen in Präsenz zusammen. Für Studierende der Frankfurt UAS ist eine Anrechnung von 5 ECTS über das Interdisziplinäre Studium Generale (!SG) möglich.
Im Sommersemester 2027 findet die dritte Runde in Krakau statt. Termine (tbd)
Interessierte Hochschulmitglieder, die am BIP im Jahr 2027 teilnehmen möchten, können sich gerne an das Frankfurter Team wenden.
Autor*innen und Kontakt:
Sophia Schmidt: Sophia.schmidt(at)fra-uas.de
Referentin für Demokratiebildung und Schlüsselkompetenzen, Bereich Lernunterstützung im Teaching and Learning Center
Prof. Dr. Panagiotis Kitmeridis: kitmeridis(at)fra-uas.de
Professor für Schlüsselkompetenzen & Persönlichkeitsentwicklung, insbesondere Study Skills und Wissenschaftskommunikation am Fachbereich 3: Wirtschaft und Recht
Kemal Tursun: tursun(at)fra-uas.de
Lehrkraft für besondere Aufgaben am Fachbereich 3: Wirtschaft und Recht



