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Engagement zwischen Musik, Marketing und Ehrenamt

Sarah Segura arbeitet als Referentin für Marketing, Veranstaltungsmanagement und Öffentlichkeitsarbeit am Fachbereich 4. Zudem ist sie seit vielen Jahren zweite Vorsitzende und Geschäftsführerin eines Frankfurter Chors, in dem sie auch selbst sing. Im Interview berichtet sie, was sie an ihrer Arbeit besonders begeistert und wie wichtig das Ehrenamt für Kulturangebote ist.

Möchten Sie sich kurz vorstellen?
Sehr gerne. Ich bin Sarah Segura und arbeite als Referentin für Marketing, Veranstaltungsmanagement und Öffentlichkeitsarbeit am Fachbereich 4.

Was genau machen Sie außerhalb Ihres Hochschulalltags – und wie sind Sie dazu gekommen?

Ich bin seit vielen Jahren zweite Vorsitzende und Geschäftsführerin eines Frankfurter Chors, in dem ich auch selbst singe. Dort organisiere ich im Grunde alles, was anfällt: die Vereinsstruktur, Konzertplanung, Konzertreisen, das Mitglieder‑Management und vieles mehr. Der Chor zählt rund 100 Mitglieder und hat zusätzlich ein Kinderensemble.

Zum Singen bin ich über den Schulchor gekommen und habe dann nach dem Abitur in Frankfurt einen Chor gesucht und mich sofort dort wohlgefühlt. Ich bin mit 19 eingetreten und „hängen geblieben“. Einige Jahre später wurde ich gefragt, ob ich mir ein Vorstandsamt vorstellen könnte. Da mein beruflicher Hintergrund – BWL mit Schwerpunkt Marketing und Veranstaltungsmanagement – perfekt passte, habe ich zugesagt. Das war 2016, und seitdem mache ich das mit viel Freude.

Was fasziniert oder begeistert Sie an dieser Tätigkeit am meisten?

Mich begeistert vor allem, wie bunt und vielfältig der Chor ist. Wir haben Mitglieder von acht bis über 90 Jahren, und alle verstehen sich unglaublich gut. Man kann wahnsinnig viel mitgestalten, erlebt sehr unterschiedliche Menschen und wächst als Gemeinschaft zusammen. Außerdem ist es spannend, in Frankfurt Teil eines großen musikalischen Netzwerks zu sein – man lernt viele Leute und andere Chöre kennen und darf bei tollen Events dabei sein.

Wie lässt sich Ihre Tätigkeit mit Ihrem Berufsalltag an der Frankfurt UAS verbinden?

Inhaltlich überschneiden sich viele Themen: Was ich beruflich mache – Marketing, Organisation, Veranstaltungsmanagement – brauche ich im Verein genauso. Probleme gibt es deshalb nicht, aber es gibt Phasen, in denen viel zusammenkommt. Dann sitze ich auch abends noch am PC und mache „den anderen kleinen Job“. Es bleibt Ehrenamt – aber eines, das durchaus zeitintensiv sein kann.

Gab es einen besonderen Moment oder ein Erlebnis, das Ihnen besonders im Gedächtnis geblieben ist?

Ein besonderes Highlight war eine zweiwöchige Konzertreise nach Argentinien. Ein Mitglied stammt von dort und hat alles organisiert. Wir haben mit Tango-Chören gesungen, sind in sozialen Einrichtungen aufgetreten, sind durchs Land gereist – das war eine beeindruckende Erfahrung.

Eine sehr prägende Zeit war die Corona‑Pandemie. Chorarbeit zu organisieren, als niemand singen durfte, war extrem herausfordernd. Wir haben digitale Proben versucht – was mit einigen älteren Mitgliedern gar nicht geklappt hat – und später draußen auf Schulhöfen gesungen oder mit großem Abstand an unserem Probenort im „Haus der Chöre“. Viele Chöre sind in dieser Zeit zerbrochen, wir sind stabil bei rund 100 Mitgliedern geblieben. Dennoch war es viel mehr Arbeit als in normalen Zeiten.

Was haben Sie durch Ihre Tätigkeit persönlich mitgenommen?

Vor allem, wie wichtig das Ehrenamt für die Frankfurter Kulturlandschaft ist. Viele kulturelle Angebote existieren nur, weil Menschen sich engagieren – und es braucht Leute, die das alles organisieren. Außerdem habe ich gelernt, wie wertvoll generationenübergreifende Gemeinschaften sind: Menschen mit völlig unterschiedlichen Hintergründen und Altersstufen arbeiten zusammen an einem gemeinsamen Hobby. Das funktioniert nur, wenn man sich anstrengt, aber es ist unglaublich bereichernd.

Welche Reaktionen bekommen Sie aus Ihrem Umfeld?

Viele denken zunächst, wir seien ein klassischer Kirchenchor – und damit automatisch etwas „uncool“. Wenn ich erkläre, dass wir geistliche und weltliche Musik singen und ein echter Verein sind, finden es die meisten spannend. Einige konnte ich bereits überzeugen, zu unseren Konzerten zu kommen. Insgesamt sind die Reaktionen durchweg positiv.

Welche Tipps würden Sie anderen mitgeben, die etwas Ähnliches starten oder sich engagieren möchten?

Einfach hingehen und es ausprobieren. Viele haben Angst davor, wie viel Arbeit so ein Ehrenamt ist, und unterschätzen, wie viel man zurückbekommt. Man muss es ja nicht für immer machen – das ist das Schöne. Aber man nimmt unglaublich viel mit. Ich finde: Jeder sollte ein kleines Ehrenamt haben.

Vielen Dank für das Gespräch!

Sarah Segura ist zweite Vorsitzende, Geschäftsführerin und Chorsängerin des Neeber-Schuler-Chor Frankfurter Liederkranz 1828 e.V.

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letzte Änderung: 23.11.2023