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„Jeder Auftritt ist anders, hat andere Herausforderungen und eine andere Stimmung“

Daniel Klotz hat ab 2003 an der Frankfurt UAS (FH-Frankfurt) Informatik studiert, ist seit 2010 im Dezernat Digitalisierung (vormals Campus IT) tätig und seit 2015 für die Einführung und den Betrieb des Identitätsmanagementsystems (IDM) der Hochschule verantwortlich. Neben dem Beruf ist er als Sänger und Gitarrist Teil der Band Blazing Trails. Über seine Erfahrungen berichtet er in unserer Interviewreihe „Besondere Persönlichkeiten“.

Daniel, du bist neben deiner Tätigkeit an der Hochschule Teil der Band Blazing Trails – wie bist du dazu gekommen?
Da auch meine Eltern Instrumente spielen, mein Vater E-Gitarre und meine Mutter Querflöte, war das wohl irgendwie unvermeidlich. Nachdem ich einige Jahre mit meinem ersten Keyboard herumexperimentiert hatte, war die Versuchung irgendwann zu groß nicht auch mal eine der zahlreichen E-Gitarren meines Vaters von der Wand zu nehmen. Gelernt habe ich das Instrument dann hauptsächlich autodidaktisch mithilfe von Songbüchern, dem Internet und viel Herumprobieren. 2006 suchte ich dann in einem Musikerforum nach Gleichgesinnten, und wir gründeten die Band in ihrer Urform. Nachdem die Sängerin kurz vor unserem ersten Auftritt aus der Band ausgestiegen war, dachte ich mir, ich könnte das mit dem Singen auch mal versuchen. Gitarre zu spielen und gleichzeitig zu singen war schon eine Herausforderung, aber man wächst ja mit seinen Aufgaben. ;-) Nachdem wir in der ersten Zeit überwiegend unsere Lieblingslieder gecovert haben, um uns auszuprobieren, kamen Stück für Stück immer mehr eigene Songs dazu. Heute spielen wir ausschließlich Eigenkompositionen.

Wie würdest du die Musikrichtung der Band beschreiben?
Ich würde das mal im weitesten Sinne als Rock bezeichnen, was wir da machen. Unsere Besetzung, bestehend aus Gesang, zwei Gitarren, Bass und Drums spiegelt das wider. Ansonsten wollen wir uns bei der Richtung nicht wirklich festlegen. Da wir alle Vier teilweise sehr unterschiedliche musikalische Hintergründe haben, sind auch die Songs sehr vielseitig. Schaut aber gerne auf unserer Website rein und macht euch selbst ein Bild:

Gab es einen besonderen Moment oder einen Auftritt, der dir mit Blazing Trails besonders in Erinnerung geblieben ist?
Eigentlich ist jeder Auftritt etwas Besonderes, jeder ist anders, hat andere Herausforderungen und eine andere Stimmung. An die meisten kann ich mich noch sehr gut erinnern. Von winzig kleinen Bühnen, bei denen wir aufpassen mussten, nicht übereinanderzufallen, bis hin zu großen, auf denen man sich fast schon verloren vorkommt.

Im Kontext der Hochschule bleibt mir da natürlich besonders der Auftritt auf dem Museumsuferfest auf der Bühne der Hochschule (damals noch FH-Frankfurt) in Erinnerung. Marc-Oliver Meier, der damals für die Organisation verantwortlich war, fragte uns im Vorfeld: „Wie lange wollt ihr denn spielen? Passen so drei Stunden?“ Wir kamen damals aus dem Grinsen nicht mehr raus, da alle Bands sich darum reißen, auch nur eine halbe Stunde auf dem Museumsuferfest spielen zu dürfen. Wir hatten damals gerade mal Songs für die Hälfte der Zeit, aber Marc-Oliver meinte: „Aaach dann spielt euer Set einfach zweimal, das ist ja eh Laufpublikum“. Das war ein toller Gig! :-)

Eine andere besondere Zeit für uns als Band war während der Pandemie, als wir nicht gemeinsam proben, geschweige denn auftreten konnten. Wir haben dann nach einem Weg gesucht, wenigstens online proben zu können. Zoom hatte allerdings eine viel zu hohe Latenz, um gemeinsam spielen zu können (bei über 40ms funktioniert das schon nicht mehr). Aber wir fanden schließlich eine Software, mit der das so gut klappte, dass wir tatsächlich einige Online-Gigs live auf Youtube veranstalteten (die technischen Details würden hier den Rahmen sprengen). Die Mitschnitte sind sogar noch auf unserem Youtube-Kanal verfügbar. Es hat viel Spaß gemacht, war aber auch super merkwürdig. Jeder spielte allein zu Hause in seine Webcam, in ein schwarzes Loch. Wir hörten nur einander und der Kontakt mit dem Publikum, welches gemütlich zu Hause auf der Couch oder vor dem PC saß, war nur über Chat möglich. So lustig es war, sind wir doch froh, unser Publikum wieder sehen und hören zu können.

Welche Ziele hast du dir mit der Band für 2026 gesetzt?
Da unser Bassist aufgrund eines persönlichen Schicksalsschlages letztes Jahr leider nicht mehr weiter machen kann, hängen wir momentan etwas durch. Auftreten ist ohne Bassisten zwar theoretisch machbar, bereitet uns und wahrscheinlich auch dem Publikum nur den halben Spaß. Bis wir wieder jemanden für die dicken Saiten haben, arbeiten wir in der Zwischenzeit an Song-Ideen und nehmen neues Material für das nächste Album auf.

Was hast du durch deine Tätigkeit (für dich persönlich) gelernt oder mitgenommen?
Vieles, wofür ich unendlich dankbar bin, und zu viel, um hier alles aufzuzählen. Ich mag vor allem die soziale Komponente. In einer Band zu spielen ist ein bisschen wie eine Ehe, aber gleich mit vier Leuten. Man darf sich und sein Können nicht zu wichtig nehmen, die Musik steht im Mittelpunkt und ihr muss man sich unterordnen. Ein überhöhtes Ego wäre da fehl am Platz. Klar haben wir beim Ausarbeiten der Songs auch mal unterschiedliche Meinungen wie etwas gespielt werden sollte. Anstatt zu diskutieren, probieren wir dann einfach alle Varianten aus und meistens kristallisiert sich so schon die beste Lösung heraus. Für den seltenen Fall, dass wir uns gar nicht einigen können, haben wir die Regel: Wer den Song geschrieben hat, der hat das letzte Wort. Und daran halten wir uns dann auch.

Welche Reaktionen bekommst du aus deinem Umfeld – z. B. von Kolleg*innen oder Freund*innen?
Die Reaktionen sind durchweg positiv, selbst bei Leuten, die nicht so auf Rock stehen. Beim letzten Auftritt war neben unserem Freundes- und Bekanntenkreis auch das halbe Dezernat Digitalisierung da und hat Party gemacht. Ich glaube das spricht für sich.

Was mich persönlich sehr freut, ist, dass jeder aus meinem Umfeld einen anderen Lieblingssong von unseren Alben hat. Einer hat sogar die Reihenfolge der Songs auf der letzten CD gelobt, er fand den Spannungsbogen sehr gelungen. Da die Alben selbst aufgenommen und produziert sind, freut uns so etwas natürlich unendlich.

Welche Tipps würdest du anderen mitgeben, die selbst Interesse haben, eine Band zu gründen oder sich einer anzuschließen?

Fragt einfach mal in eurem direkten Umfeld, wer ein Instrument spielt. Ihr wärt überrascht. Außerdem gibt es Musiker-Portale wie Backstage Pro, wo immer Bands und Musiker auf der Suche sind.

Und wenn ihr zufällig Bassist oder Bassistin auf fortgeschrittenem Level seid und euch die Musik gefällt, schreibt uns gerne an info(at)blazing-trails.remove-this.de.

Vielen Dank für das Interview!

Zentrales WebteamID: 13137
letzte Änderung: 23.11.2023