Frankfurt UAS übernimmt wissenschaftliche Evaluation im Folgeprojekt zur Umsetzung des Lehrmoduls MODINA
Wie können angehende Pflegefachpersonen besser auf Krisen- und Katastrophensituationen vorbereitet werden?
Mit dem Projekt „MODINA – Modul Disaster Nursing in der Ausbildung – Krisenresilienz durch Pflegekompetenz“ wurde hierfür ein Unterrichtsmodul entwickelt, das zentrale Kompetenzen für professionelles Pflegehandeln in Krisen und Katastrophen vermittelt. Das Projekt wurde federführend von der DRK-Schwesternschaft „Bonn“ e.V. in Zusammenarbeit mit der Württembergischen Schwesternschaft vom Roten Kreuz e.V., der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS), dem Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) und dem Institut für europäische Gesundheits- und Sozialwirtschaft (IEGUS) durchgeführt und vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) beauftragt.
Nach dem erfolgreichen Abschluss des Projekts geht die Arbeit nun einen Schritt weiter: Inzwischen ist das Folgeprojekt „Qualifizierung von Lehrenden für das Unterrichtsmodul MODINA – Pflege in Krisen- und Katastrophensituationen“ gestartet. Die Frankfurt UAS ist erneut beteiligt und verantwortet die Evaluation des Qualifizierungsprogramms.
Ziel ist ein praxisnahes Curriculum zur Qualifizierung
Ziel des Folgeprojekts ist es, ein strukturiertes und praxisnahes Curriculum zur Qualifizierung von Lehrenden an Pflegeschulen und Hochschulen zu entwickeln. Es soll sie sowohl mit den zentralen Inhalten des Disaster Nursing als auch mit der didaktischen Umsetzung des Moduls MODINA vertraut machen. Damit soll die Voraussetzung geschaffen werden, das Unterrichtsmodul nachhaltig und qualitätsgesichert in unterschiedlichen Bildungsformaten einzusetzen.
Die Frankfurt UAS untersucht im Rahmen der Evaluation, wie wirksam und praxistauglich die Qualifizierungsmaßnahmen sind und inwieweit die Teilnehmenden anschließend in der Lage sind, MODINA eigenständig in ihrer Lehrpraxis umzusetzen. Zum Einsatz kommen unter anderem standardisierte Befragungen, Beobachtungs- und Reflexionsinstrumente sowie Feedbackrunden. Die Ergebnisse fließen in die kontinuierliche Weiterentwicklung des Qualifizierungsprogramms ein.
Geeignete Didaktik zur Vermittlung des Handelns unter Druck
„Die Vermittlung von Disaster Nursing stellt besondere Anforderungen an Lehrende. In Krisen- und Katastrophensituationen müssen Pflegefachpersonen auch unter Zeitdruck, Unsicherheit und hoher emotionaler Belastung handlungsfähig bleiben. Lehrende benötigen daher nicht nur fachliches Wissen, sondern auch geeignete didaktische Konzepte, um diese Kompetenzen praxisnah zu vermitteln“, erläutert Prof. Dr. Miriam Peters, Professorin für Klinische Pflege am Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit der Frankfurt UAS.
Das Qualifizierungsprogramm sieht unterschiedliche Formate für Lehrende mit und ohne Vorerfahrung im Katastrophenschutz vor. Geplant sind dreitägige Fortbildungen für Lehrende ohne entsprechende Vorkenntnisse sowie eintägige Online-Schulungen für bereits erfahrene Lehrende mit Schwerpunkt auf der Umsetzung von MODINA. Inhaltlich geht es unter anderem um Grundlagen des Bevölkerungsschutzes, pflegerelevante Notfall- und Krisensituationen, Kommunikation sowie rechtliche und ethische Aspekte. Praktische Simulationen und verschiedene didaktische Methoden wie Fallstudien und Planspiele unterstützen den Praxistransfer.
Krisenresilienz durch Pflegekompetenz
Die Qualifizierung von Lehrenden ist ein wichtiger Schritt für die nachhaltige Verankerung von Disaster Nursing in der Pflegebildung. Im Vorgängerprojekt MODINA zeigte sich, dass die Vermittlung von Kompetenzen für Krisen- und Katastrophensituationen besondere didaktische Anforderungen stellt: Lernende müssen befähigt werden, sich auch in unsicheren und dynamischen Situationen zu orientieren und unter Zeitdruck Entscheidungen zu treffen.
Das Modul „Pflegehandeln in Krisen und Katastrophen“ ist für die generalistische Pflegeausbildung, primärqualifizierende Pflegestudiengänge sowie Fort- und Weiterbildungen konzipiert. Die Qualifizierung soll Lehrende dabei unterstützen, das Modul in diesen unterschiedlichen Bildungsbereichen kompetent umzusetzen. Ergänzend wird ein Netzwerk aus Lehrenden, Fachleuten und Institutionen aufgebaut, das über die Projektlaufzeit hinaus den fachlichen Austausch und die nachhaltige Verbreitung von Wissen im Bereich Disaster Nursing fördern soll.
Hintergrund: Disaster Nursing
Disaster Nursing beschäftigt sich mit den besonderen Anforderungen an professionelles Pflegehandeln in Krisen- und Katastrophensituationen. Das Unterrichtsmodul „Pflegehandeln in Krisen und Katastrophen“ wurde im Rahmen des Projekts MODINA entwickelt, um entsprechende Kompetenzen frühzeitig in der Pflegebildung zu vermitteln. Es soll flexibel in die generalistische Pflegeausbildung, primärqualifizierende Pflegestudiengänge sowie Fort- und Weiterbildungsformate integriert werden können.
Mehr zu MODINA auf der Webseite des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB):
https://www.bibb.de/de/216048.php
Weitere Informationen zum Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit der Frankfurt UAS unter: www.frankfurt-university.de/fb4
Kontakt:
Frankfurt University of Applied Sciences
Fachbereich 4: Soziale Arbeit und Gesundheit
Prof. Dr. Miriam Peters, Telefon: +49 69 1533-4414, E-Mail: miriam.peters(at)fra-uas.de