Auszeichnung der IHK Frankfurt für herausragende Studienleistungen an der Frankfurt UAS geht an Roxana Tennert und Arvid Kühl
Ausgezeichnete Forschung mit hoher Praxisrelevanz: Roxana Tennert, Absolventin des Master-Studiengangs Allgemeiner Maschinenbau, und Arvid Kühl, Absolvent des Bachelor-Studiengangs International Finance an der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS), erhalten den Hans-Messer-Preis 2025. Die Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main (IHK) verleiht den Preis seit 1990 als Anerkennung für herausragende Studien- und Prüfungsleistungen an Studierende der Frankfurt UAS. Der Preis ist mit jeweils 3.000 Euro dotiert. Tennert wird für ihre Masterarbeit ausgezeichnet, in der sie neue, additiv gefertigte Metallstrukturen für Elektrolyseure entwickelt hat. Damit konnte sie nachweislich die Effizienz der Wasserstofferzeugung steigern. Kühl erhält den Preis für seine Bachelorarbeit „South Korea's Path towards a Developed Market: Policy Impacts on Foreign Ownership“, in der er untersucht, wie finanzpolitische Reformen in Südkorea internationale Investoren beeinflussen. Beiden bescheinigen ihre Prüfer ein außergewöhnlich hohes wissenschaftliches Niveau und große Bedeutung für Praxis und Forschung. Die feierliche Preisverleihung fand am 21. Mai 2026 bei der 26. Hans-Messer-Lecture der IHK Frankfurt am Main statt.
„Unsere Gesellschaft steht vor großen technologischen und wirtschaftlichen Transformationsprozessen – dafür braucht es exzellente Absolventinnen und Absolventen, die wissenschaftliche Tiefe mit Praxisbezug verbinden“, so Prof. Dr. Kai-Oliver Schocke, Präsident der Frankfurt UAS. „Roxana Tennert und Arvid Kühl zeigen in beeindruckender Weise, wie Forschung und Analyse konkrete Beiträge zur Energiewende und zur Weiterentwicklung internationaler Finanzmärkte leisten können. Ich gratuliere beiden im Namen der Hochschulleitung herzlich zum Hans-Messer-Preis 2025.“
„Gerade in Zeiten tiefgreifender wirtschaftlicher und technologischer Transformation braucht Deutschland mehr denn je wissenschaftliche Exzellenz, Innovationsmut und praxisorientierte Forschung. Die ausgezeichneten Arbeiten zeigen eindrucksvoll, welchen Beitrag Hochschulen und junge Talente für die Wettbewerbsfähigkeit unseres Wirtschaftsstandorts leisten. Als IHK Frankfurt am Main ist es uns ein Anliegen, den Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft zu stärken und uns für verlässliche Rahmenbedingungen einzusetzen, damit Innovationen schneller den Weg in die industrielle Praxis finden und Zukunftstechnologien aus Deutschland heraus international erfolgreich werden“, betont Ulrich Caspar, Präsident der IHK Frankfurt am Main.
Additiv gefertigte Strömungsfelder für effizientere Wasserstoffproduktion
Die Herstellung von grünem Wasserstoff spielt eine zentrale Rolle für das Gelingen der Energiewende. In ihrer Masterarbeit „Development of Additively Manufactured Metallic Flow Fields for Optimized Mass Transport in Alkaline Electrolysis“ entwickelte Roxana Tennert neuartige metallische Strömungsfelder, die mit Hilfe moderner additiver Fertigung (3D-Druck aus Metall) hergestellt werden. Diese Strömungsfelder steuern den Fluss von Wasser, Ionen und entstehenden Gasblasen in Elektrolysezellen. Ziel ist es, den Ablauf der Wasserstofferzeugung effizienter zu gestalten, Energieverluste zu verringern und so den Wirkungsgrad der Elektrolyse zu erhöhen.
Dazu entwarf Tennert mithilfe computergestützter Konstruktion sieben unterschiedliche Strömungsfeld-Varianten, fertigte diese mittels additiver Fertigung in Zusammenarbeit mit dem Fertigungstechnik-Labor der Frankfurt UAS und testete sie praxisnah in Elektrolysezellen. In den Versuchen kombinierte sie elektrische Messungen zur Bewertung der Leistungsfähigkeit mit Hochgeschwindigkeitsaufnahmen, um die Entstehung und den Abtransport der Gasblasen sichtbar zu machen. Mit der besten entwickelten Struktur konnte der Wirkungsgrad gegenüber herkömmlichen Lösungen aus Drahtgeweben um rund 11,4 Prozent gesteigert werden. Die Ergebnisse sind auch wirtschaftlich relevant: Die höheren Herstellungskosten der additiv gefertigten Bauteile rechnen sich bereits nach etwa 17.000 Betriebsstunden.
Die Arbeit, die von Prof. Dr.-Ing. Enno Wagner und Prof. Dr.-Ing. Damian Großkreutz betreut wurde, sticht insbesondere durch ihren Innovationsgrad und die anschauliche Darstellung der komplexen Zusammenhänge heraus. Teile der Ergebnisse wurden bereits auf einer internationalen Fachkonferenz vorgestellt, zur Veröffentlichung in einem wissenschaftlichen Journal eingereicht und durch eine eigene Patentanmeldung rechtlich geschützt. Damit leistet die Arbeit einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung effizienter Elektrolyse-Technologien und zur nachhaltigen Produktion von grünem Wasserstoff. Ergänzend zu ihrer Masterarbeit wirkte Tennert an einem Forschungsprojekt zur Analyse der Gasblasenbildung in Elektrolysezellen mit. Ein von ihr angestoßener neuartiger Ansatz zur mathematischen Beschreibung dieser Prozesse wurde inzwischen wissenschaftlich veröffentlicht und ist für den UMSICHT-Wissenschaftspreis nominiert.
Während ihres Studiums nahm Tennert als Mentee im Förderprogramm ProCareer.MINT teil. Bei der Förderlinie von Mentoring Hessen werden Studentinnen der Natur- oder Ingenieurwissenschaften in ihrer beruflichen und persönlichen Entwicklung unterstützt und ihnen ein praxisnaher Einblick in das Berufsleben ermöglicht.
Finanzmarktpolitik und internationale Investoren im Fokus
In seiner Bachelorarbeit „South Korea's Path towards a Developed Market: Policy Impacts on Foreign Ownership“ analysierte Arvid Kühl, wie finanzmarktpolitische Reformen in Südkorea das Engagement ausländischer Investoren beeinflussen. Hintergrund ist die anhaltende Einstufung Südkoreas als „Emerging Market“, obwohl das Land wirtschaftlich an der Schwelle zu den entwickelten Volkswirtschaften steht.
Kühl führte eine umfangreiche empirische Eventstudienanalyse durch und wertete tägliche Daten von über 3.000 börsennotierten Unternehmen über einen Zeitraum von 20 Jahren aus. Mithilfe selbst entwickelter statistischer Verfahren untersuchte er, wie einzelne Reformmaßnahmen – etwa die Anpassung an internationale Kapitalmarktstandards oder Restriktionen wie ein kurzfristiges Leerverkaufsverbot – die Anteile ausländischer Investoren beeinflussen. Die Ergebnisse zeigen deutlich, wie sensibel internationale Kapitalströme auf regulatorische Veränderungen reagieren.
Die Arbeit wurde von Prof. Dr. Jens Müller-Merbach betreut und überzeugt durch ihre außergewöhnliche Tiefe, die sorgfältige Aufarbeitung institutioneller Rahmenbedingungen sowie die gelungene Einordnung der statistischen Ergebnisse in den wirtschaftspolitischen Kontext. Aufgrund der hohen Qualität wird die Bachelorarbeit derzeit gemeinsam mit dem betreuenden Professor zu einer wissenschaftlichen Journalpublikation weiterentwickelt.
Hans-Messer-Preis
Der Hans-Messer-Preis wird jährlich zu Ehren des langjährigen IHK-Präsidenten und Ehrenpräsidenten Dr. Hans Messer vergeben, um den Know-how-Transfer zwischen Unternehmen und Hochschulen weiter zu intensivieren. Die Verleihung des Hans-Messer-Preises erfolgt stets für das Jahr zuvor.
Kontakt:
Frankfurt University of Applied Sciences
Fachbereich 2: Informatik und Ingenieurwissenschaften
Prof. Dr.-Ing. Enno Wagner
Telefon: +49 69 1533-2737
E-Mail: enno.wagner(at)fra-uas.de
Prof. Dr.-Ing. Damian Großkreutz
Telefon: +49 69 1533-2235
E-Mail: grda(at)fra-uas.de
Fachbereich 3: Wirtschaft und Recht
Prof. Dr. Jens Müller-Merbach
Telefon: +49 69 1533-3838
E-Mail: jens.mueller-merbach(at)fra-uas.de
Informationen zum Master-Studiengang Allgemeiner Maschinenbau unter www.frankfurt-university.de/maschine-maallg; mehr zum Bachelor-Studiengang International Finance unter www.frankfurt-university.de/ba-if.
