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Forschungslabor Nachkriegsmoderne

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Aktuelle Forschungsprojekte

DFG-Forschungsprojekt zum Wandel von Großwohnsiedlungen der Nachkriegsmoderne

In einem interdisziplinären Ansatz arbeiten das Forschungslabor Nachkriegsmoderne (Prof. Dr. Maren Harnack), das Gender- und Frauenforschungszentrum der Hessischen Hochschulen (Dr. Hanna Haag) sowie die Heisenberg-Professur Geographische Stadtforschung der Goethe-Universität (Prof. Dr. Sebastian Schipper) im Grundlagen-Forschungsprojekt zum Wandel von Großwohnsiedlungen der Nachkriegsmoderne zusammen. Die Expertisen aus Geographie, Soziologie und Architektur/Stadtplanung werden gebündelt, um die dynamischen Wechselwirkungen zwischen Gesellschaft, Individuum und Raum sichtbar zu machen und Ansätze für eine nachhaltige Weiterentwicklung dieser Siedlungen zu entwickeln. Im Zentrum des Projekts stehen die Lebenswelten der Bewohner*innen von Großwohnsiedlungen. Drei eng verzahnte Teilprojekte aus soziologischer, geographischer und architektonisch-städtebaulicher Perspektive untersuchen die Wechselwirkungen zwischen Mensch und Raum.

DFG-Forschungsprojekt Grete Meyer-Ehlers

Das DFG-Forschungsprojekt widmet sich der Aufarbeitung des Lebens und Werks von Grete Meyer-Ehlers (1904–2003), Bauhaus-Schülerin und Pionierin der Wohnungsforschung. In ihren Studien von 1957–1972 untersuchte sie mit Interviews, Fotografien und Zeichnungen das Zusammenspiel von Wohnraumgestaltung und Alltagspraktiken der Bewohnerinnen. Damit entwickelte sie Methoden, die heutigen praxistheoretischen Ansätzen nahekommen, blieb jedoch lange weitgehend unbeachtet. Ziel des Projekts ist es, ihre Forschung und Methoden historisch einzuordnen, ihre Rolle im interdisziplinären Kontext sichtbar zu machen und so einen Beitrag zur Architektur- und Forschungsgeschichte zu leisten. Grundlage bilden Archivmaterialien, ihr Teilnachlass sowie Zeitzeuginnen-Interviews. >>> Weitere Informationen zum Projekt

Siedlungen resilient gestalten (ReSi)

ReSi ist ein gemeinsamer, interdisziplinärer Forschungsschwerpunkt des Fachbereich 4, Kompetenzzentrum soziale Interventionsforschung, und des Fachbereich 1, Forschungslabor Nachkriegsmoderne, das im Rahmen des Mittelbauprogramms der Frankfurt UAS gefördert wird. ReSi erforscht, wie Siedlungen der Nachkriegsmoderne erhöhte Resilienz gegenüber ökologischen, ökonomischen und sozialen Krisen aufbauen können.

Städte und Agglomerationsräume sind in besonderem Maße von der Klimakrise, sozialer Polarisierung, Migration und dem demographischen Wandel betroffen. In den Großsiedlungen der Nachkriegsmoderne werden diese Entwicklungen noch einmal deutlich verschärft: Sie haben große Migrationswellen aufgenommen und gehören heute zu den wenigen Nischen für finanziell weniger leistungsfähige Bürger:innen. Dennoch sind Siedlungen der Nachkriegsmoderne bisher vor allem hinsichtlich ihres Scheiterns und damit verbundener sozialer Probleme diskutiert worden. Sie gelten heute oft als unattraktive Brennpunkte von Kriminalität und Verwahrlosung. In der Folge neoliberal veränderter Wohnraumpolitik und Stadtplanung sind sie heute ein Feld zahlreicher Interventionen – von sozialer Arbeit bis zu baulicher Nachverdichtung. Deren Folgen für Selbstorganisation, die wohnraum- und wohnumfeldbezogene Lebensqualität, sowie die partizipative und demokratische Prozessgestaltung können nur im interdisziplinären Zusammenspiel von Planungs- und Sozialwissenschaften verstanden werden. Dies ermöglicht einerseits Prävention und Bewältigung krisenhafter Alltagssituationen der Bewohner:innen, andererseits die langfristige Sicherung solcher Strukturen nach Ablauf von Projektförderungen unterschiedlicher Provenienz. Das Ziel unseres Forschungsschwerpunktes ist, auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhende Planungsansätze, soziale Interventionen und Weiterentwicklungsmodelle zu gestalten. Die Rhein-Main Region und die ausgezeichnete Vernetzung unserer Forschungslabore bietet eine optimale Voraussetzung, um hier einen Beitrag zu leisten.

Im Rahmen des interdisziplinären Forschungsschwerpunkts „Siedlungen resilient gestalten“ entstehen zwei Dissertationsprojekte:

Lukas Vejnik: WEG gestaltet Raum - Erhaltungspraktiken in Großwohnanlagen als Eigentümer:innengemeinschaften (Erstbetreuung Prof. Dr. Barbara Schönigh, Bauhaus-Universität Weimar, Co-Betreuung Prof. Dr. Maren Harnack, Frankfurt UAS)

Hannah Krugmann: Praktiken des Wohnens in stigmatisierten Großsiedlungen (Erstbetreuung Prof. Dr. Lars Meier, Goethe Universität Frankfurt, Co-Betreuung Prof. Dr. Nicole Göler von Ravensburg, Frankfurt UAS)

Innovative Instrumente für eine integrierte und resiliente Entwicklung von Siedlungen der Nachkriegsmoderne

Studie zur Verbesserung der Bewertung der Wohn- und Lebensqualität in Großwohnsiedlungen

Ist ein Forschungsschwerpunkt des Forschungslabor Nachkriegsmoderne am Fb1, der im Rahmen des Mittelbauprogramms der Frankfurt UAS gefördert wird. Er erforscht innovative Instrumente für eine integrierte und resiliente Entwicklung von Siedlungen der Nachkriegsmoderne und beschäftigt sich mit deren funktionalen, ökonomischen und ökologischen Weiterentwicklung.

Die Großwohnsiedlungen der Nachkriegsmoderne wurden als komplette Wohnumgebungen mit allen im Alltag nötigen Funktionen geplant, obwohl die Funktion des Wohnens oft deutlich überwiegt. Allerdings haben sich die eingeplanten anderen Nutzungen über die Jahre nur selten gehalten. Dies erschwert den Bewohner*innen die Bewältigung ihres Alltags und verstärkt vorhandene Tendenzen

räumlicher und sozialer Segregation. Gleichzeitig ist die kleinteilige Nutzungsmischung heute noch stärker als zur Entstehungszeit der Siedlungen das Leitbild für eine nachhaltige Stadt-und Quartiersentwicklung. Für die künftige strategische und baulich-räumliche Weiterentwicklung von Großwohnsiedlungen zu resilienten, integrierten Quartieren kann eine Diversifizierung der Nutzungen als Katalysator wirken. Dieses hier mit dem Begriff der „Hybridisierung“ konzeptionell gefasste Phänomen geht über die Anreicherung mit bekannten Nutzungstypen hinaus und bleibt damit nicht den hergebrachten Kategorien verhaftet. In diesem Forschungsschwerpunkt soll die Hybridisierung nicht nur im funktionalen, sondern auch im sozialen, ökonomischen und ökologischen Kontext untersucht werden, so dass die vorhandenen Entmischungstendenzen besser verstanden und konkrete Handlungsempfehlungen und Lösungsansätze für den zukünftigen Umgang mit Großwohnsiedlungen formuliert werden können.

Dissertationsprojekt: Moran Lev: Chaos at the Edge. Chances of Urban Hybridity in Postwar Modernist Housing Projects in Frankfurt (Erstbetreuung Prof. Dr. Barbara Engel, KIT Karlsruhe, Co-Betreuung Prof. Dr. Maren Harnack, Frankfurt UAS)

Spekulation im Zentrum

Das Projekt "Spekulation im Zentrum" befasst sich mit der Geschichte des Ladenzentrums und des Roten Hochhauses in der Siedlung Schelmengraben in Wiesbaden. Dem Quartierszentrum einer 60er-Jahre Siedlung, das nach dem Verkauf an einen Immobilienfond mehrmals die Eigentümer*innen wechselte und seither mit Leerstand, Vandalismus und Gebäudeschäden zu kämpfen hat. Es befasst sich mit der Frage: Was bedeutet es für Bewohner*innen einer Großwohnsiedlung, wenn das lebendige Zentrum ihrer Siedlung langsam aber stetig dem Verfall preisgegeben wird?

 

Abgeschlossene Forschungsprojekte

Vision 31 - Kulturcampus gemeinsam gestalten

Förderung in der Initiative "New European Bauhaus" durch die Europäische Kommission

Laufzeit: Januar - Dezember 2024

- Nachhaltige, schrittweise Entwicklung des Areals des Campus Bockenheim
- Co-Kreative, experimentelle und partizipative Bespielung des Campus und der ehemaligen Kunstbibliothek
- Reallabor und Zwischennutzung im Stadtraum Frankfurt
- Studierendenarbeiten zum Projekt Vision 31 an der Frankfurt UAS

www.vision31.info

GFB-Zukunftspreis für Mikro-Genossenschaften in der Stadtentwicklung

Zu viele sanierungsbedürftige Ein- und Zweifamilienhäuser, zu wenig bezahlbare kleine Wohnungen: Das Dilemma der Gemeinde Erzhausen bei Darmstadt ist exemplarisch, wenn es um Wohnraummangel geht. Forschende und Studierende der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) wollen daher mit den Hochschulen in Mainz und Darmstadt und Partner*innen vor Ort ein Modell für kleinteilige und intelligente Nachverdichtung diskutieren.

In einem eintägigen transdisziplinären Workshop Ende Juni werden Forschende und Studierende der beteiligten Hochschulen gemeinsam mit der Lokalpolitik und den Bürger*innen die Praxistauglichkeit des Modells Mikro-Genossenschaft erörtern. Neben Vertreter*innen der Architektur und Stadtplanung sind unter anderem Expert*innen aus den Bereichen Immobilienwirtschaft und Klimawandelanpassung eingebunden. Anhand eines konkreten Gebäudes sollen so im Sinne der Mikro-Genossenschaft unterschiedliche Wohnformen geplant und diskutiert werden. Diese sollen im besten Fall den Bedürfnissen in den unterschiedlichen Lebensphasen besser entsprechen als viele der bestehenden Häuser.

 

Gewerbegebiet der Zukunft

Das Forschungsprojekt „Gewerbegebiet der Zukunft“ wird als Kooperationsprojekt zwischen der Frankfurt University of Applied Sciences und der Stadt Neu-Isenburg durchgeführt. Untersucht wird exemplarisch am Beispiel des Gewerbegebietes Süd in Neu-Isenburg, wie ein Gewerbegebiet der Zukunft aus dem Bestand entwickelt werden kann, welche Anforderungen es an den Städtebau hat und wie eine planungsrechtliche Umsetzung aussehen kann.

Mehr Informationen

Lebensqualität in Großwohnsiedlungen

Studie zur Verbesserung der Bewertung der Wohn- und Lebensqualität in Großwohnsiedlungen

Maren Harnack / Natalie Heger / Ruth Schlögl

Lebensqualität ist ein vielschichtiges Thema, mit dem sich unterschiedliche Disziplinen befassen. Im Kontext der Quartiersentwicklung von Großwohnsiedlungen wurden Lebensqualitätskonzepte bisher jedoch selten herangezogen. Hier setzt das Forschungsprojekt "Lebensqualität in Großwohnsiedlungen" an und geht der Frage nach, was Lebensqualität in Großwohnsiedlungen ausmacht, wie sie anhand von Indikatoren gemessen werden kann und inwiefern die Bewertung die strategische sowie operative Weiterentwicklung von Wohnquartieren unterstützt.

PDF des Berichts / PDF des Bewertungskatalogs

WASTELAND

 

WASTELAND ist ein vom Forschungslabor Nachkriegsmoderne, in Kooperation mit der Nassauischen Heimstätte und uLab konzipiertes Lehr- und Forschungsprojekt, bei dem mit den Bewohner*innen der Nordweststadt neue Objekte aus achtlos weggeworfenem Sperrmüll gebaut werden.

Das Projekt unterstützt die Circular Society auf vielen Ebenen. Es lädt ein, das eigene Wohnumfeld neu kennenzulernen und selbst zu gestalten, es fördert die Kommunikation unterschiedlicher Akteur*innen und stellt unser lineares Konsumverhalten auf den Prüfstand. Es informiert über die Themen Materialressourcen, Recycling und Müllentsorgung auf einer niedrigschwelligen Ebenen, es bringt Studierende, Bewohner*innen und Eigentümer*innen zusammen und schafft nachhaltige Traditionen für die Freiräume im Quartier. Das Projekt wird im SS 2022 in Kooperation von Fachbereich 1 und Fachbereich 4 umgesetzt.

 

Aktivitäten und Projekte

2018 - 2021

Forschungslabor Baukultur und Siedlungsbau der Nachkriegsmoderne
Broschur, 70 Seiten, Deutsch
>>> Zum PDF Download
 

Ruth SchloeglID: 15035
letzte Änderung: 13.03.2026