Angehende Ingenieure entwickeln Tischmodul für ICEs
Enormer Zeitdruck, ein interdisziplinäres Studi-Team und eine Challenge aus dem Bereich Mobilität oder Medizin – das sind die Hauptzutaten des Studierendenwettbewerbs Mobility/Medical goes Additive, den der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) jährlich ausrichtet. Zum vierten Mal hat ein Team unserer Hochschule an dem Event teilgenommen und reiste dafür nach Friedrichshafen am Bodensee. Die Frankfurter belegten den fünften von 16 Plätzen.
Interdisziplinäres Team: Acht Köpfe, vier Studiengänge
In diesem Jahr lautete die Aufgabe, innerhalb von 48 Stunden ein innovatives und nachhaltiges Konzept für eine Erweiterung von Passagiersitzen zu entwickeln. Für die Ausarbeitung ihres Pitches brachte die achtköpfige Gruppe, Team „Aynox Systems“, Know-how aus verschiedenen Studiengängen mit: Produktentwicklung und Technisches Design, kurz PED (Malik Aledjo, Besnik Krivonjeva, Nils Kuhn und Toni Silbermann), Service Engineering (Luis Kinzler), Maschinenbau (Emil Battefeld) und Wirtschaft (Giovanni Mongelli von der Frankfurt School of Finance). Teamleiter Marc Irzykiewicz studiert gleichzeitig Maschinenbau und PED. Ausgehend von ihrer Beobachtung, dass viele Menschen im Zug am Laptop arbeiten und dabei eine für den Rücken ungünstige Sitzhaltung einnehmen, entwarf das Team ein in Höhe und Neigung verstellbares Tischmodul für ICE-Klapptische.
Keine „Schildkrötenposition“ beim Arbeiten im Zug
„Wer im Zug an einem Laptop arbeitet, sitzt meist in einer Art Schildkrötenposition, weil sich der Bildschirm auf dem flachen Zugtischchen zu weit unten befindet“, erklärt Irzykiewicz. „Dank unseres Tischmoduls kann jeder den Bildschirm so positionieren, wie es für eine aufrechte Sitzhaltung am sinnvollsten ist.“ Der ‚ErgoDesk‘ – so tauften die Frankfurter ihr Produkt – verfügt über ein sogenanntes Scherenscharnier und ist als versenkbares Teil des üblichen ICE-Klapptisches konstruiert. Bei ohnehin notwendigen Wartungen sollen die neuen Tische nach und nach eingebaut werden, um Montagekosten zu sparen. „Außerdem nutzen wir in unserem Modell fast ausschließlich Materialien wie Aluminium und High Pressure-Laminat, die in ICEs bereits eingesetzt werden und die bestimmte Sicherheitsstandards für den Zugverkehr erfüllen“, sagt der Teamleiter. So würden aufwändige Tests und Zertifizierungen vermieden.
Kompromisse als Teil des Wegs zur Lösung
Ihre Lösung mussten die acht Studenten am Sonntagnachmittag vor einer Jury aus Vertreter*innen etwa von der DB, Airbus und Rolls-Royce präsentieren. „Wenn wir unseren Vortrag noch besser vorbereitet hätten, dann wären wir vielleicht sogar auf dem Treppchen gelandet“, vermutetet Irzykiewicz. „Aber mit unserem fünften Platz sind wir trotzdem voll zufrieden.“ Es sei spannend gewesen, ein Projekt von der Idee bis zum fertigen Prototypen umzusetzen. Gleichzeitig habe die Gruppe viel gelernt: „Mit acht Personen im Team mussten wir immer wieder Kompromisse schließen – und haben festgestellt, dass sie Teil des Wegs hin zu einer sehr guten Lösung sein können.“
„Wertvolle Erfahrung für unsere Studierenden“
Prof. Dr.-Ing. Stefan Dominico, der vor drei Jahren den Impuls zur Teilnahme am Wettbewerb „Mobility goes Additive“ gab und die Teams der Frankfurt UAS betreut, freut sich über das gute Ergebnis. „Für alle diesjährigen Teilnehmer war der Wettbewerb Neuland. Die Gruppe kann stolz darauf sein, dass sie die Herausforderung gemeinsam gemeistert und in kürzester Zeit ein so gut durchdachtes Produkt entwickelt hat.“ Er hofft, dass auch 2027 wieder ein Team der Frankfurt UAS an den Start gehen wird: „Wir stellen immer wieder fest, was für eine wertvolle Erfahrung es für unsere Studierenden ist, ihr Wissen und ihre Fähigkeiten in einem solchen Rahmen testen zu können.“
Mehr Informationen: Infoseite zu den Teams der Frankfurt UAS bei "Mobility goes Additive"


