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Übersicht A-Z

Eine Besonderheit der Bestände zur Geschichte der Krankenpflege ist, dass alle verzeichneten Medien neben den üblichen bibliographischen Daten auch mit Schlagworten und kürzeren Inhaltsangaben (Abstracts) erschlossen sind. Da die Bestände nicht freihand für Nutzer zur Verfügung stehen, sollen die Abstracts bei der Auswahl helfen.

Historische Sondersammlung Soziale Arbeit und Pflege
Kleiststr. 31
Gebäude 3, 4. OG, Raum 415 oder 414
60318 Frankfurt am Main
histo(at)bibl.fra-uas.remove-this.de

Tel.: +49 69 1533-2847 oder - 2622
Fax: +49 69 1533-2465

Was Besucher mit Hilfe der historischen Sondersammlung erarbeiten, soll auch späteren Nutzern zur Verfügung stehen. Wir freuen uns daher, wenn unsere Gäste der Bibliothek nach Möglichkeit ein Belegexemplar überlassen.

Aus Gründen des Bestandsschutzes sind die Medien der historischen Sondersammlung nicht im Freihandmagazin aufgestellt und können auch nicht ausgeliehen werden. Sie lagern in geschlossenen Magazinen, zu denen nur Bibliothekspersonal Zutritt hat.

Wenn Sie etwas interessiert, stellen wir Ihnen gerne die gewünschten Titel in unserem Leseraum im 4. OG der Bibliothek bereit. Machen Sie dafür einfach einen Termin aus per Mail (histo(at)bibl.fra-uas.remove-this.de) oder Telefon (+49 69 1533-2847 oder -2622).

Kopien oder Scans können Sie nach Absprache anfertigen.

Für die Nutzung der historischen Sondersammlung gilt zunächst die Benutzungsordnung der Bibliothek

  • Rund 15.000 historische Monographien, Broschüren und Graue Literatur zur Sozialen Arbeit, vorwiegend aus dem letzten Drittel des 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts
  • Über 5.000 moderne und historische Monographien, Broschüren, Diplomarbeiten und Graue Literatur zur Geschichte der Krankenpflege vor allem im deutschsprachigen Raum. Dieser Teil des Bestandes wächst durch Kauf und Geschenke weiter
  • Etwa 1300 Zeitschriftentitel
  • Die Nachlässe von Prof. Dr. Christian Jasper Klumker und Prof. Dr. Hilde Steppe sowie einige Teil- und Splitternachlässe von in der Pflege tätigen Personen. 
  • Einige museale Stücke und Bildmaterial zur Geschichte der Krankenpflege

Der  Bibliothekskatalog der Frankfurt University of Applied Sciences weist den gesamten Medienbestand der Frankfurt UAS Bibliothek nach, auch den der historischen Sondersammlung. Wenn sie nur im Bestand der Historischen Sondersammlung suchen wollen, finden Sie eine Anleitung dazu unter dem Punkt Recherche.

Das Bildmaterial besteht vorwiegend aus pflegehistorischen Postkartenmotiven und Fotos. Es ist bisher noch nicht erschlossen und urheberrechtliche Fragen zur Nutzung sind noch nicht geklärt.

Eine Einführung in die Geschichte und die Arbeit in der historischen Sondersammlung Soziale Arbeit und Pflege geben wir gerne, auch für Gruppen.

Bitte melden Sie sich einfach bei uns:

Tel.: +49 69 1533-2847 oder -2622
histo(at)bibl.fra-uas.remove-this.de  

Ideelle, inhaltliche und finanzielle Förderer der historischen Sondersammlung Soziale Arbeit und Pflege sind Persönlichkeiten und Institutionen vor allem aus der Sozialen Arbeit und Pflege innerhalb und außerhalb der Frankfurt University of Applied Sciences wie beispielsweise der Verein zur Förderung der historischen Pflegeforschung e.V.
Wir freuen uns über jede Förderung und Hilfe, seien es Buchspenden, Nachlässe, Archivmaterial, Bild- und Aktenmaterial, Rat oder Geldspenden z. B. für Projekte wie das Forschungsprojekt zur jüdischen Pflegegeschichte.

Fotokopien sind aus Gründen des Bestandsschutzes meist nicht möglich. Scans können gerne gemacht werden. Zwei Scanner stehen im EG zur Verfügung. Bringen Sie dazu einen USB-Stick mit oder leihen sich einen aus.
Für in Auftrag gegebene fotografische und/oder Scan-Kopierarbeiten sind Genehmigungen erforderlich und es werden Gebühren fällig.

  • 1978-1995: Aufstellung der privaten Sammlung Hilde Steppes zur Geschichte der Krankenpflege unter den Namen „Archiv zur Geschichte der Pflege“ im Berufsfortbildungswerk des DGB (BfW) in Frankfurt am Main.
  • Oktober 1993: Einrichtung des Studiengangs Pflege an der Fachhochschule Frankfurt am Main.
  • 1. Mai 1995: Übergabe der Sammlung durch Hilde Steppe an die Bibliothek der Fachhochschule Frankfurt am Main. Die Vereinbarung sieht Pflege, Auf- und Ausbau der Sammlung vor. Als Name der Sammlung wurde „Dokumentationsstelle Pflege“ gewählt.
  • 6. Oktober 1999: Anlässlich eines Hilde Steppe gewidmeten Akademischen Gedenktages wird die Sammlung umbenannt in Dokumentationsstelle Pflege / Hilde-Steppe-Archiv. Der Sohn Hilde Steppes überführt deren wissenschaftlichen Nachlass an die Dokumentationsstelle Pflege, der jedoch noch nicht öffentlich freigegeben ist.
  • 1995-2000: Aufbaujahre der Sammlung. Sie galten kontinuierlich der Nutzerbetreuung sowie zeitlich abgestuft der Findung von Ressourcen (Räume, Geld, Personal), Organisation, Erwerb und Erschließung sowie der Öffentlichkeitsarbeit.
  • Frühjahr 2004: Mitarbeiter der Fachhochschule erhalten Hinweise auf den in der Universität Frankfurt am Main lagernden historischen Bestand des ehemaligen Seminars für Fürsorgewesen. Darüber hinaus sucht der Deutsche Verein für öffentliche und private Fürsorge e. V. aufgrund seiner Verlegung von Frankfurt am Main nach Berlin ein neues Heim für seine historischen Buch- und Zeitschriftenbestände.
  • Mai 2007: 15.000 historische Bücher und 2.000 Zeitschriftenbände zur Sozialen Arbeit ziehen in die Bibliothek der Fachhochschule Frankfurt am Main um.
  • Seit Mai 2007: kontinuierliche formale Erschließung der Bestände zur Sozialen Arbeit im Katalog der Bibliothek.
  • Ab Januar 2010: Ein neuer Name umfasst nun die gesamten historischen Bestände zur Sozialen Arbeit und zur Pflege: historische Sondersammlung Soziale Arbeit und Pflege.

Die historische Sondersammlung Soziale Arbeit und Pflege verfügt über einen kleinen Bestand musealer Exponate zur Geschichte der Krankenpflege (z. B. Schwesternbroschen o. ä.).

Die historische Sondersammlung Soziale Arbeit und Pflege umfasst auch die Nachlässe von Prof. Dr. Christian Jasper Klumker und Prof. Dr. Hilde Steppe sowie einige Teil- und Splitternachlässe von in der Pflege tätigen Personen. Die Nachlässe von Prof. Steppe und Prof. Klumker sind über Findbücher erschlossen. Der Nachlass von Prof. Klumker kann in Teilen nach vorheriger Absprache und mit individuellem Vertrag genutzt werden. Alle anderen Nachlässe sind jedoch noch nicht für die Benutzung freigegeben.

Die historische Sondersammlung hat keine festen Öffnungszeiten. Interessierte melden sich bitte für einen Termin unter (069)1533-2847 oder -2622 oder per E-Mail an histo(at)bibl.fra-uas.remove-this.de

Neben der täglichen Arbeit werden auch immer mal wieder Projekte rund um die historische Sondersammlung angestoßen. Zur Zeit gibt es einen spannendenInternetauftritt zu einem Forschungsprojekt über die jüdische Krankenpflege in Frankfurt am Main zu entdecken.

Die historischen Bücher und Broschüren zur Wohlfahrtspflege stammen aus verschiedenen Vorgängereinrichtungen wie zum Beispiel dem Deutschen Verein für öffentliche und private Fürsorge. Den Einrichtungen wurden die Titel wiederum zum Teil von Persönlichkeiten überlassen. Um diese Herkunft zu dokumentieren, verzeichnen wir die Provenienz.

Wenn Sie gezielt nur im Bestand der Historischen Sondersammlung recherchieren wollen, wählen Sie bitte in der erweiterten Suche auf der rechten Seite im Bereich "Einschränken auf" unter dem Punkt "Bibliothek" den Filter "Hist. Sondersammlung (946/1)" durch anhaken der Checkbox aus. Nun können Sie Ihre Suchbegriffe in die verschiedenen Felder der erweiterten Suche eingeben und erhalten nur Treffer aus der Historischen Sondersammlung.

Hilde Steppe: Leben und Werk

Ein Nachruf von Prof. Dr. Eva-Maria Ulmer

Am 23. April 1999 ist Hilde Steppe nach schwerer Krankheit gestorben. Sie war für die Pflege in der Bundesrepublik Deutschland eine zentrale Persönlichkeit. Sie hat durch ihr Handeln und ihre wissenschaftlichen Publikationen gleichermaßen zukunftsweisende Veränderungen angestoßen, initiiert und begleitet.

Geboren am 6.10.1947 begann sie 1965 ihre Ausbildung zur Krankenschwester, die sie 1968 abschloss. Es folgten Weiterbildungen zur Fachkrankenschwester für Intensivpflege und Anästhesie sowie zur Pflegedienstleitung. Über zehn Jahre war sie in ihrem Beruf in verschiedenen Positionen tätig u.a. als Stationsleitung der intensivmedizinischen Abteilung des Instituts für Anästhesiologie an der Universitätsklinik Tübingen. Aus diesen, in ihren Erzählungen immer noch lebendigen Berufsjahren, bezog sie bis zu ihrem Lebensende wesentliche Denkanstöße.

Archiv zur Geschichte der Pflege

Mit dem Jahr 1978 begann eine neue Periode: Hilde Steppe wurde Lehrerin am Fortbildungszentrum für Berufe im Gesundheitswesen des Berufsfortbildungswerks des DGB in Frankfurt, kurze Zeit später Leiterin des BfW.

In diese Zeit fällt der Beginn des Aufbaus des "Archivs zur Geschichte der Pflege". Sie sammelte Primärquellen, Nachlässe, Fotos, teils antiquarische, teils aktuelle Bücher, die sich mit der Geschichte der Pflege, der Geschichte der Frauenbewegung und insbesondere mit der Aufarbeitung des Nationalsozialismus befassten. Zusätzlich interviewte sie Krankenschwestern im Sinne der oral history; diese Interviews sind auf Kassetten und/oder transkribiert und auf CDs aufbewahrt. Mit dieser Arbeit knüpfte sie wieder an die verschütteten, vergessenen und verdrängten Anteile in der Pflege an, holte Verfolgte, Vertriebene und Ermordete wieder in unsere Erinnerung zurück. Mit dieser Sammlung und ihrer Arbeit schuf Hilde Steppe eine wesentliche Basis für die historisch-kritische Pflegeforschung.

Im Jahr 1995 übergab Hilde Steppe diese ganz spezielle Sammlung der Fachhochschule Frankfurt am Main, sie wurde dort als "Dokumentationsstelle Pflege" aufgenommen und heute mit anderen Beständen unter dem Namen Historische Sondersammlung Soziale Arbeit und Pflege weitergeführt.                                                                        

Pflege im Nationalsozialismus

Aus Hilde Steppes Auseinandersetzung mit der Geschichte der Pflege in Deutschland, aber auch im Ausland, stammen viele internationale Kontakte. Die Kontakte mit emigrierten Krankenschwestern und die kritische Aufarbeitung der Rolle der Pflege im Nationalsozialismus bildeten die Basis für eine Akzeptanz bzw. Wiederakzeptanz der deutschen Pflege. Die Konfrontation mit der eigenen Geschichte schlug sich in der Herausgabe des Buches "Pflege im Nationalsozialismus" nieder, das 2001 in der 9. Auflage beim Mabuse-Verlag, Frankfurt am Main erschienen ist.

Forschung und Lehre

Ihr Studium der Erziehungswissenschaften mit den Nebenfächern Geschichte, Psychologie und Sozialwissenschaften beendete sie 1994 mit dem Diplom. Es schloss sich die Promotion an der Universität Frankfurt am Main zur Geschichte der jüdischen Krankenpflege in Deutschland an, die im Herbst 1997 als Dissertation unter dem Titel "...den Kranken zum Troste und dem Judenthum zur Ehre..." veröffentlicht wurde. Im Januar 1998 wurde sie als Professorin der Pflegewissenschaft an den FB Pflege und Gesundheit der Fachhochschule Frankfurt berufen.

Es war immer ihr Wunsch, nach ihrer Berufung als Professorin mit den Quellen der Dokumentationsstelle Pflege wissenschaftlich arbeiten zu können.

Pflegemodelle in der Praxis

Die beiden Bereiche, also ihre eigene begeisterte Berufstätigkeit und Lehre der Pflege einerseits und die intensive Auseinandersetzung mit der Geschichte der Pflege als Frauenberuf andererseits, führten, konsequent weiterentwickelt, zur Erkenntnis, dass Pflege nicht mehr nur eng als Krankenpflege und damit medizinischer Assistenzberuf gesehen werden sollte, sondern, dass eine Entwicklung zur Pflegewissenschaft, die Fragestellungen und Probleme aus der Perspektive der Pflege definiert und bearbeitet, den einzig konsequenten Weg darstellt. Diese Einstellung schlug sich in der zum Standardrepertoire gehörenden Artikelserie über "Pflegemodelle in der Praxis" (erschienen ab 1990) nieder.

Professionalisierung der Pflege

Diese Professionalisierung der Pflege, die sie bereits mit Engagement aus ihrer Position am BfW betrieben hatte, verstärkte sie von ihrer neuen Stelle aus - Anfang 1992 wurde sie Referatsleiterin "Pflege im Gesundheitswesen" im Hessischen Ministerium für Umwelt, Energie, Jugend, Familie und Gesundheit in Wiesbaden. Aus dieser neuen Position, verbunden mit ihren langjährigen Kontakten, betrieb sie mit großer Energie die Etablierung der Pflege an den Hochschulen. Sie war der festen Überzeugung, dass nicht nur Pflegepädagogik und -management an den Hochschulen studiert werden muss, sondern dass Pflegewissenschaft - also der Inhalt dessen, was andere managen und unterrichten sollen - an der Hochschule in Kooperation mit dem Praxisfeld entwickelt und erforscht werden muss, um endlich dem Dilemma zu entgehen, dass andere Professionen den Inhalt von Pflege definieren. Bereits zum Wintersemester 1993/94 wurden die ersten Studierenden im grundständigen Studiengang Pflege in die hessischen Fachhochschulen aufgenommen. Der hessische Weg, mit der Einrichtung von drei grundständigen Studiengängen, war und ist in der Pflege nicht unumstritten.

Hilde Steppe suchte nie nach angepassten Lösungen. Im Gegenteil: Offene Fragen wurden systematisch, selbstkritisch und humorvoll diskutiert, und erst nach einer genauen Analyse vor dem Hintergrund ihres immensen Wissens- und Erfahrungsschatzes folgten die oft unkonventionellen Schlussfolgerungen.

Nachruf auf Hilde Steppe: 
Prof. Dr. Eva-Maria Ulmer, Fachbereich Soziale Arbeit & Gesundheit – Health and Social Work
(c) Ulmer 1999

BibliothekID: 5826
letzte Änderung: 20.07.2020