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Fachtagung Gender- und diversitätsbewusste Pädagogik in KiTa,
Kinder- und Jugendarbeit

Entwicklungen und aktuelle Herausforderungen

Die Tagung richtet sich an pädagogische Fachkräfte in KiTas, in der Kinder- und Jugendarbeit sowie an Lehrende an Fach-, Hochschulen und Universitäten sowie in der beruflichen Fort- und Weiterbildung.

„Die Tagung muss aufgrund des Corona-Virus leider abgesagt werden. Wir holen die Tagung zu einem späteren Zeitpunkt nach!  Die Teilnahmegebühren werden rückerstattet“.

Zeit: 20. März 2020, 09.00 Uhr bis 17.00 Uhr
Ort: Frankfurt UAS, Gebäude 4, Raum 111 / 112

Lageplan und Anfahrt

In Kooperation mit:
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ist die Beendigung der hauptberuflichen Tätigkeit von Prof. Dr. Margitta Kunert-Zier am Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit zum Ende des WiSe 19/20.

Ansätze geschlechtsbewusster Pädagogik gehören seit mehr als 40 Jahren zu ihren Schwerpunkten in der eigenen sozialpädagogischen Berufspraxis sowie in Forschung und Lehre, in der Fort- und Weiterbildung. Sie entwickelte ein Modell zum Erwerb von Genderkompetenz in sozialpädagogischen Feldern. Die von ihr verfolgte Idee, Ansätze geschlechtsbezogener Mädchen- und Jungenarbeit in einem gemeinsamen pädagogischen Konzept einer geschlechterbewussten Pädagogik zusammenzuführen, hat sich mehr und mehr durchgesetzt und wird heute unter den Begriffen Geschlechter- oder Genderpädagogik praktiziert und weiterentwickelt.

Die gender- und diversitätsbewusste Pädagogik spielt in Kindertageseinrichtungen sowie der Kinder- und Jugendarbeit eine immer bedeutendere Rolle. Rechtspopulistische Anfeindungen der Genderforschung, Proteste gegen die Thematisierung sexueller und geschlechtlicher Vielfalt stellen die pädagogischen Fachkräfte vor immer neue Legitimierungszwänge.

Die Polarisierung der Gesellschaft in weltoffene und rückwärts gewandte soziale Schichten schlägt sich auch in den pädagogischen Einrichtungen nieder. Neue Rollenanforderungen konkurrieren mit erstarkten traditionellen Werten und Haltungen.

Gleichzeitig sind die Lebenslagen von Kindern und Jugendlichen komplexer und komplizierter geworden. Berechtigte Zukunftsängste  stehen neben Wünschen nach mehr Akzeptanz und Wertschätzung vielfältiger Lebensentwürfe. Die pädagogischen Fachkräfte sind gefragt, ihre Haltungen zu überprüfen und sich zu positionieren. Die Fachtagung soll dafür Impulse geben.

Am Vormittag werden aktuelle empirische Befunde zu den Lebenslagen von Mädchen* und Jungen* sowie erziehungswissenschaftliche Perspektiven einleiten.

Vortrag Thomas Gensicke

 Lebenslagen und Lebensgefühl von Mädchen und Jungen

Im Vortrag werden, möglichst im Trend, Befunde zu Lebenslagen und zum Lebensgefühl von Mädchen und Jungen anhand der fünf Shell-Jugend-Studien von 2002 bis 2019 und der 4. World-Vision-Kinderstudie 2018 vorgestellt (nur begleitend werden noch andere Studien herangezogen). Es soll eine umfassende Analyse von Unterschieden und Gemeinsamkeiten vorgenommen werden, hinsichtlich von Werten, Lebensgefühl und Lebenslagen sowie von Auffassungen zu Gesellschaft, Engagement, Politik, Bildung, Arbeit, Digitalisierung und Religion. An einigen zentralen Punkten wird auch eine Kombination von Geschlecht und Migrationshintergrund vorgenommen. Vor allem in der Trendbetrachtung geht es darum, ob sich Unterschiede zwischen den Geschlechtern mit der Zeit abschwächen, sich nicht verändern oder auch verstärken sowie um Erklärungen für die jeweiligen aktuellen Befunde und Trends.   

Vortrag Annedore Prengel  

Ethik der Wertschätzung - Ein Beitrag zur diversitäts- und gendersensiblen Pädagogik  

Der Vortrag fragt danach, wie sich eine sowohl an den universellen Menschenrechten als auch an der Freiheit vielfältiger Lebensformen orientierte Pädagogik gestalten lässt und welche Bedeutung dabei einer Ethik der Wertschätzung zukommt. Gendersensible Pädagogik nimmt eine Perspektive ein, in der Geschlechtszugehörigkeiten und sexuelle Orientierungen in den Blick kommen. Diversitätsbewusste Pädagogik lässt in einem unabschließbaren Prozess vielfältige Gruppeninteressen bewusst werden. Angesichts nach wie vor wachsenden Pluralität pädagogischer Konzeptionen stellt sich die Frage, wie eine gemeinsame Ethik entworfen werden kann. Im Vortrag wird eine an den universellen Menschenrechten orientierte Ethik der Wertschätzung danach befragt, welche Bedeutung ihr für die Pädagogik zukommt. Theoretische Grundlagen, empirische Befunde und alltägliche Erfahrungen bieten wertvolle Einsichten dazu.

Am Nachmittag finden anhand folgender  Leitfragen arbeitsfeldspezifische Workshops statt:

  1. Worin liegen aktuell die besonderen Herausforderungen in der gender- und diversitätsbewussten Pädagogik?
  2. Welche Ansätze haben sich bewährt?
  3. Welche Visionen haben wir für die Zukunft einer gender- und diversitätsbewussten Pädagogik?

Die Ergebnisse werden in einer abschließenden Podiumsdiskussion zusammengetragen.

Die Tagung richtet sich an pädagogische Fachkräfte in KiTas, in der Kinder- und Jugendarbeit sowie an Lehrende an Fach-, Hochschulen und Universitäten sowie in der beruflichen Fort- und Weiterbildung.

Programm

09:00 UhrAnkommen, Anmeldung
09:30 UhrBegrüßung und Grußworte
10:00 UhrEinführung in die Tagung und Moderation:
Prof. Dr. Margitta Kunert-Zier
Frankfurt University of Applied Sciences
10:30 UhrVortrag Dr. rer. pol. Thomas Gensicke:
Lebenslagen und Lebensgefühl von Mädchen und Jungen im Kindes- und Jugendalter. 
11:45 UhrPause
12:00 UhrVortrag Prof. Dr.  i. R. Annedore Prengel:
 "Ethik der Wertschätzung – Ein Beitrag zur diversitäts- und gendersensiblen Pädagogik"
13:15 UhrMittagspause
14:00 UhrWorkshops:
1. Geschlechterbewusste Pädagogik in KiTas – Prof. Dr. Ute Schaich/ Prof. Dr. Tim Rohrmann
2. „We wanna raise our voices“- Feministische Mädchen*arbeit
Linda Kagerbauer
3. Jungen*arbeit, Quo Vadis? Handlungsspielräume in der geschlechterreflektierten pädagogischen Arbeit mit Jungen*–
Marc Melcher
4. „All genders welcome – reflektierende Arbeit mit allen Geschlechtern“
Dr.in Claudia Wallner/ Michael Drogand-Strud
15:00 UhrKaffeepause
15:15 UhrFortsetzung der Workshops
16:00 UhrAbschlusspodium
17:00 UhrEnde der Tagung

Dr. rer. pol. Thomas Gensicke: Selbständiger Sozialforscher und Berater, u. a. Autor der Shell-Studie von 2015. Schwerpunkte
u. a.: Werte- und Kulturforschung; Jugendforschung.

Prof. Dr. i. R. Annedore Prengel: Universität Potsdam, Senior Prof. Goethe-Universität Frankfurt/M. Erziehungswissenschaftlerin, Schwerpunkte u.a.: Pädagogik der Vielfalt, Inklusion, Kinderrechte in pädagogischen Beziehungen, Mitinitiatorin der „Reckahner Reflexionen zur Ethik pädagogischer Beziehungen“.  (www.paedagogische-beziehungen.eu)

Prof. Dr. Ute Schaich: Professorin für Pädagogik der frühen Kindheit an der Frankfurt UAS; Forschungs- und Arbeitsschwerpunkte: Diversität und psychosoziale Risiken in der frühen Kindheit; seit 20 Jahren in der Weiterbildung und Supervision in pädagogischen Arbeitsfeldern tätig.

Prof. Dr. Tim Rohrmann, Professor für Kindheitspädagogik HAWK Hildesheim, arbeitet seit 25 Jahren zu geschlechtsbezogener Entwicklung und Pädagogik im Elementar- und Primarbereich sowie zu Männern und Frauen in Kitas.

Linda Kagerbauer: Dipl. Sozialpädagogin, Referentin für Mädchenpolitik und Kultur, Frauenreferat Frankfurt/M., Feministin, politische Bildnerin, Aktivistin, Referentin und Autorin. Promotionsstudentin im Bereich der feministischen Mädchen*arbeit und Mädchen*politik.

Marc Melcher: Bildungsreferent, Diplompädagoge, zertifizierter Genderpädagoge, Jungen*arbeiter; Leiter Fokus Jungs – die Fachstelle für Jungenarbeit in Hessen beim Paritätischen Bildungswerk Frankfurt/ M. Lehrbeauftrager an der FRA-UAS, Vorstand BAG Jungen*arbeit.

Michael Drogand-Strud: Sozialwissenschaftler, Gestaltberater, zertifizierter  Mediator, arbeitet für das Gender-Onlinemagazin www.meinTestgelände.de in Trägerschaft der BAG Jungen*arbeit und BAG Mädchen*politik (BMFSFJ-gefördert). Jungen*arbeit und Geschlechterpädagogik sind seit 30 Jahren"sein" Thema.

Dr.in Claudia Wallner, Dipl.Päd.* und Dr.in der Philosophie; arbeitet für das Gender-Onlinemagazin www.meinTestgelände.de. Mitgründerin und redaktionelle Betreuung der Fachzeitschrift „Betrifft Mädchen“ Mitgründerin der BAG Mädchen*politik (1999). Seit 30 Jahren tätig als Referentin und Autorin  für Genderfragen.

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letzte Änderung: 24.03.2020