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Think globally, change locally:
Social Enterprises and Cooperatives for more resilient economies and societies

In der Tagung befassen wir uns unter anderem mit den Fragen

  • Welches sind derzeit die größten internen Herausforderungen und externen Bedrohungen in der Vereinbarkeit sozialer, ökologischer und wirtschaftlicher Ziele?
  • Welches sind die spezifischen Werte, Prinzipien und Konzepte, die verschiedene Typen von Sozialunternehmen und Genossenschaften widerstands- und wachstumsfähig machen? Wo überschneiden sie sich, wo weichen sie voneinander ab?
  • Wie gehen diese Organisationen mit verschiedenen und oft konkurrierenden Anforderungen um, die sich aus der gleichzeitigen Verfolgung von wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Zielen ergeben?
  • Was können Sozialunternehmen, mitgliedschaftlich orientierte Organisationen und die Sozialwirtschaft voneinander lernen?
  • Wie wirken rasante Veränderungen der Rahmenbedingungen (Recht, Politik, Förderung) auf die diversen sozialunternehmerischen Modelle?

Wir erwarten 400-500 Wissenschaftler/-innen und ca. 200 Praktiker/-innen

Weitere Informationen erhalten Sie auch auf der Webseite der 9th EMES International Research Conference on Social Enterprise

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Wir laden Praktiker/-innen aus Energie-, Öko-, Sozial- und Gemeinwirtschaft und aus dem Genossenschaftswesen sowie die engagierte Politik ein, sich Zugang zu innovativen Ideen, Erfahrungsaustausch, wissenschaftlich gut ausgebildeten Nachwuchskräften und bedenkenswerten Konzepten zu verschaffen. Hierfür wird am ersten Veranstaltungstag eigens ein Transdisciplinary Forum stattfinden, das Gelegenheit gibt, sich themenbezogen zu vernetzen sowie möglichen Kooperationspartnern zu präsentieren. Um mit Praxis und nicht über Praxis zu diskutieren, werden die Themensetzung und Formate der Foren von Praktiker/-innen bestimmt und gestaltet. Forscherinnen und Politiker/-innen sind Gesprächspartner/-innen auf Augenhöhe. Voraussichtliche Themen der Einzelforen, welche je nach Interesse 90-240 Minuten dauern können, werden voraussichtlich sein: Energie, Finanzierung, die Folgen der COVID Pandemie, Inklusion und Integration in Arbeit, organisationale Kooperation und Sekundärstrukturen, Innovation und Transformationsprozesse, Nachhaltigkeitsberichterstattung sowie Gemeinnützigkeit.
 

Die Wissenschaftler/-innen laden wir ein, Synergien zwischen verschiedenen Teilbereichen innerhalb der Sozialunternehmensforschung zu beleuchten und kritische Debatten zwischen verschiedenen Forschungsgemeinschaften (z.B. in Bezug auf Sozialunternehmen, Gemein-, Sozial- und Solidarwirtschaft, Genossenschaften bzw. freiwilliges Engagement) zum jeweiligen Stand der Praxis, der Ökosysteme und der Forschung anzustoßen.

Unter Berücksichtigung einer globalen und transdisziplinären Perspektive lädt diese Konferenz disziplinär unterschiedlich verortete Forscher/-innengemeinschaften aus der ganzen Welt ein. Gemeinsam wollen wir über die Herausforderungen diskutieren, denen sich Sozialunternehmen, Genossenschaften und Freiwilligenorganisationen in der Umsetzung ihrer Werte und Prinzipien gegenübersehen, und das Potenzial dieser Organisationen betrachten, kritische Ziele der nachhaltigen Entwicklung auch unter fluiden Bedingungen anzugehen. Dabei bereichert uns der Blick in die regional diversen Wirtschaftsverhältnisse, gesellschaftlichen Einbettungen, wohlfahrtlichen Versorgungsstrukturen, energie- und umweltpolitischen Rahmenbedingungen ebenso wie die Vielzahl von theoretischen Zugängen und empirischen Herangehensweisen, welche die Vortragenden wählen. Thematisch wird es u.a. um soziale Innovationen, soziales Unternehmertum, ehrenamtliches und solidarisches Handeln, hybride Organisationsformen, verschiedene institutionelle Logiken, Bewirtschaftung von Gemeingütern, den Übergang zu nachhaltigeren Formen gesellschaftlichen Zusammenlebens und kritisches Management gehen.

Soziale Unternehmen können sehr unterschiedlich geprägt sein. Unter ihnen befinden sich öffentliche und privatwirtschaftliche Akteure in einer Vielgestalt von Wirtschafts- und Rechtsformen, mit mehr oder weniger geschlossenen Mitgliederkreisen und unterschiedlicher Governance. Derzeit unterschieden sie sich vor allem darin, ob und wieviel sie marktförmig wirtschaften, öffentliche Aufträge erfüllen oder auch öffentliche Zuschüsse und Fördermittel erhalten. Für manche spielt die Arbeit von Ehrenamtlichen eine große Rolle, andere sind gänzlich auf hauptamtlich Beschäftigte angewiesen. Ihre Handlungsfelder und Branchen sind divers, ihr „sozialer Auftrag“ kann im Bereich der erneuerbaren Energien, des Umweltschutzes, des Erhalts kultureller Infrastruktur, der Regionalentwicklung, neuer Wohnformen, nachhaltiger Lebensmittelerzeugung, Daseinsfürsorge, des Gesundheitswesens, der Wohlfahrtspflege oder der Arbeitsmarktintegration liegen. Andere widmen sich der sozialen Finanzierung, Kreislaufwirtschaft, Plattformenökonomie. Oft sind soziale Unternehmen verbunden mit oder das Ergebnis von sozialen Bewegungen, die in verschiedenen Kontexten mit neuen Denkmodellen den sozialen und ökologischen Herausforderungen unserer Zeit begegnen. Ihnen ist das unternehmerische Handeln gemeinsam. Sie setzen dabei jedoch wirtschaftliche Instrumente, die bereits in traditionellen Unternehmen und Wohltätigkeitsorganisationen Einsatz finden, auf innovative Art und Weise ein. Zudem bewirkt ihr Handeln, sei es marktförmig oder auch nicht, Veränderungen sowohl in den lokalen Gemeinschaften, in die sie eingebettet sind, wie auch auf verschiedenen Ebenen der Institutionen, mit denen sie interagieren.

Für Unternehmensgründerinnen und -gründer und frühe Investorinnen und Investoren ist heutzutage eine positive gesellschaftliche oder ökologische Wirkung sehr wichtig. Allein in Deutschland betonen dies 75% (Deutscher Startup Monitor (DSM) 2021), und fast ein Drittel der Investitionen fließen hierzulande in Aktivitäten im Bereich Klima- und Umweltschutz und in die Regionalentwicklung, tragen also zur nachhaltigen Transformation der deutschen Wirtschaft. In keinem anderen Unternehmenssektor wächst die Beschäftigung so rasch wie im Sozialwesen. Weltweit richten sich die Produkte und Dienstleistungen vieler Start-ups auf die Erreichung der 17 Ziele der Vereinten Nationen für eine nachhaltige Entwicklung („Sustainable Development Goals“, SDG), sei es grüner Strom, Energie- und Ressourceneffizienz, der Ausbau digitaler Infrastruktur, Kreislaufwirtschaft, neue Formen der Arbeitsmarktintegration oder Mobilität, gesunde Landwirtschaft und Ernährung oder Plattform-Genossenschaften. Von Wirtschaftsunternehmen wird immer mehr erwartet, neben dem Eigentümer-Nutzen auch ihre gesellschaftliche Verantwortung zu demonstrieren (Stichwort Nachhaltigkeitsbericht). Der generische Begriff des „Sozialen Unternehmens“ umfasst in der internationalen Diktion sowohl gemeinwirtschaftlich tätige Unternehmen und Freiwilligenorganisationen, die einen Teil ihres Umsatzes unternehmerisch erwirtschaften als auch Genossenschaften. Nach EU-Definition schütten sie ihren Gewinn nicht oder nur teilweise an die Eigentümer aus, sondern reinvestieren ihn, um damit zu wachsen und vergleichsweise mehr gesellschaftlichen Nutzen zu erzeugen. Sie haben über den Mitgliederkreis hinausreichende Gemeinsinn-Ziele. Dies wollen die im Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) und im Bundesministerium für Forschung (BMBF) derzeit in Vorbereitung befindlichen Strategien für soziale Innovationen und für gemeinwohlorientiertes Wirtschaften weiter befördern.

Zentrale WebredaktionID: 11639
letzte Änderung: 16.11.2022