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Forschungskolloquium „Gender to Go“ am Gender- und Frauenforschungszentrum der Hessischen Hochschulen

Genderbezogene Themen werden an hessischen Hochschulen für Angewandte Wissenschaften vielfältig beforscht. Darunter gibt es Forschungsrichtungen, die eine langjährige Tradition aufweisen und sehr forschungsstark vertreten sind, und andere, die erst in den letzten Jahren hinzugekommen sind. Ebenso findet Gender- und Frauenforschung in den jeweiligen Fachbereichen unserer Hochschulen ganz unterschiedlich statt: Während etwa in der Sozialen Arbeit sehr viele Forschungsprojekte mit einem expliziten Genderbezug durchgeführt werden, nehmen andere Fächer etwa aus dem MINT-Bereich noch eine randständige Position ein. Alle vereint jedoch die Suche nach Antworten auf Fragen der Wirkmächtigkeit von Geschlechterkategorien und der Ungleichbehandlung, Benachteiligung und Diskriminierung aufgrund von Geschlecht ebenso wie die Herausforderung, vielfältige Fragen mit guter Forschung zu beantworten und somit wichtige Erkenntnisse für Theorie und Praxis zu gewinnen.

Um vor allem dem Austausch untereinander Raum zu geben startet das gFFZ im Sommersemester 2022 mit einem digitalen Forschungskolloquium „Gender to go“. Das Kolloquium versteht sich als Werkstatt und bietet die Möglichkeit, Forschungsprojekte und Vorhaben – auch in ihrer Entstehung – sowie methodische Ansätze vorzustellen und über die Grenzen der eigenen Disziplin und Hochschule mit Kolleg*innen zu diskutieren. Ebenso können auch Konflikte und Herausforderungen bei der Umsetzung von Forschungsprojekten und deren Weiterentwicklung besprochen werden.

Anmeldung

Bitte melden Sie sich verbindlich zu den jeweiligen Terminen bis spätestens drei Tage vor der jeweiligen Veranstaltung an. Die Zugangsdaten für den virtuellen Konferenzraum schicken wir den angemeldeten Personen kurz vor der Veranstaltung zu.

Die Veranstaltung "SeXistenz, Sexualität und Intimität als Lebensqualität. Zur Professionalisierung der Sexualassistenz" vom 06.07. entfällt und wird im Wintersemester 2022/23 nachgeholt!

Zum Programm

Die Veranstaltung findet im Sommersemester von 16.00 bis 18.00 Uhr via Zoom an folgenden Terminen statt.

Ramona Schneider

Kurzbeschreibung:

Für das Promotionsprojektwurden erlebnispädagogische Angebote mit den Medien Bouldern und Klettern im Kontext der ambulanten und stationären Kinder- und Jugendhilfe untersucht. Im Fokus steht dabei die Frage, wie aus einer konstruktivistisch-praxeologischen Perspektive Gender im Sinne des Doing Gender interaktiv sozial konstruiert oder als Undoing Gender dekonstruiert bzw. dethematisiert wird. Da sich Gender zudem in Verwobenheit mit weiteren sozialen Differenzkategorien im Feld zeigt, werden die Prozesse des (Un-)Doing Gender im Rahmen des Doing Differences verortet analysiert. Die Untersuchung erfolgte in einem ethnographischen Forschungsvorgehen. Es wurden insgesamt 36 teilnehmende Beobachtungen von erlebnispädagogischen Angeboten in sechs unterschiedlichen Gruppen durchgeführt. Ergänzt wurden die Beobachtungen mit ethnographischen Feldgesprächen und Interviews mit 5 Fachkräften sowie 7 Kindern bzw. Jugendlichen.

Kurzvita:

Ramona Schneider ist Doktorandin am hochschulübergreifenden Promotionszentrum für Soziale Arbeit in Hessen. Dort promoviert sie zum Thema „„(Un-)Doing Gender in den Hilfen zur Erziehung am Beispiel des erlebnispädagogischen Boulderns und Kletterns“. Seit Oktober 2021 ist sie als wissenschaftliche Referentin am Deutschen Jugendinstitut e.V. in München tätig und arbeitet nebenbei als Trainerin in einer Boulderhalle.

Termin:

19.05.2022 von 16 bis 18Uhr

Kira Barut

Kurzbeschreibung:

Eine qualitative Studie zu diskursiven Verhandlungen kommunaler Diversitätskonzepte in der Verwaltung und im Arbeitsfeld der offenen Jugendarbeit am Beispiel Frankfurt am Main. Das Forschungsprojekt ist am hochschulübergreifenden Promotionszentrum Soziale Arbeit der hessischen Hochschulen für angewandte Wissenschaften Hochschule Darmstadt, Hochschule Fulda, Frankfurt University of Applied Sciences und Hochschule RheinMain mit Betreuung an der Frankfurt University of Appield Sciences durch Frau Prof. Dr. Rose angesiedelt. Mittels Dokumentenanalysen, Expert*inneninterviews und Gruppendiskussionen wird untersucht, wie Diversität auf den Ebenen der kommunalen Verwaltung und der sozialarbeiterischen Praxis verhandelt wird. Als exemplarisches Praxisfeld wird die offene Jugendarbeit herangezogen. Die Ergebnisse zeigen u.a., dass Diversität als Worthülse benutzt wird und die offene Jugendarbeit zwar diversitätsoffen, aber nicht diversitätsfördernd ist.

Kurzvita:

Barut, Kira Margarete, Doktorandin am hochschulübergreifenden Promotionszentrum Soziale Arbeit der hessischen Hochschulen für angewandte Wissenschaften Hochschule Darmstadt, Hochschule Fulda, Frankfurt University of Applied Sciences und Hochschule RheinMain mit Betreuung an der Frankfurt University of Appield Sciences. Preisträgerin des Budrich-Posterpreises 2022. Arbeits- und Forschungsschwerpunkte: Diversität in der Sozialen Arbeit, offene Kinder- und Jugendarbeit, Diversitätspolitik, Diversity Management, Diversity Mainstreaming

Termin:

15.06.2022 von 16 bis 18Uhr

Prof. Dr. Ute Schaich (Frankfurt University of Applied Science)

Kurzbeschreibung:

Beobachtungsstudien, die in den letzten Jahren zu Prozessen des „doing gender“ oder zur Herstellung von Differenz in KiTas durchgeführt wurden, nehmen das Arbeitsfeld „Kinder in den ersten drei Lebensjahren“ nicht systematisch in den Blick. Die ethnographische Studie „Geschlechterdifferenzierung in Krippen“ (gefördert vom HMWK; Projektlaufzeit 10/2020-7/2022) greift diese Leerstelle auf. Denn gerade im institutionellen Arbeitsbereich mit Kleinkindern und ihren Familien treten Themen zu Tage, die spannende Diskussionsfelder für die Geschlechterforschung darstellen. Dabei wird untersucht, wie Geschlecht in den Interaktionen zwischen Kindern in den ersten drei Lebensjahren, ihren Eltern und Pädagog*innen in der Institution Kinderkrippe bedeutsam gemacht wird, welche Verknüpfungen zu weiteren Praktiken interdependenter Unterscheidungen sich finden lassen und welche Rolle materielle Artefakte bei den Interaktionen spielen, bezogen auf Geschlecht. Dazu wurden teilnehmende Beobachtungen im Alltag von drei Kinderkrippen sowie ethnographische Interviews mit Fachkräften und Eltern durchgeführt und ausgewertet. Im Forschungskolloquium werden das Forschungsdesign und ausgewählte Forschungsergebnisse auf der Grundlage der mikrostrukturellen Analyse vorgestellt.

Kurzvita:

Prof. Dr. Ute Schaich ist Diplom-Pädagogin und Gruppenanalytikerin. Sie ist Professorin für den Schwerpunkt „Pädagogik der frühen Kindheit“ an der Frankfurt University of Applied Sciences. Ihre Forschungs- und Arbeitsschwerpunkte sind u.a.: Gender und Diversität in der frühen Kindheit; Professionalisierung in der Frühpädagogik; Gruppenprozesse.

Termin:

15.06. von 16 bis 18Uhr - im Anschluss an den Vortrag "Dissertationsprojekt: Diversität in der Sozialen Arbeit."

Prof. Dr. Sabine Flick (University of Applied Sciences Fulda)

Kurzbeschreibung:

Das Projekt widmet sich der Frage nach sexueller Selbstbestimmung und der Ermöglichung dieser durch Andere. Ziel des Projektes ist, die aktuelle Bedarfs- und Angebotslage nach passiver und aktiver sexueller Assistenz und Sexualbegleitung auszuloten und damit verbunden das Selbstverständnis derjenigen zu erfassen, die diese Begleitung anbieten. Leitend für das Projekt ist die Annahme, dass die Soziale Arbeit angesichts eines aktivistischen (Gegen)Diskurses, der zunehmend sexuelle Selbstbestimmung fordert, unter Zugzwang gesetzt wird, sich diesen Forderungen gegenüber zu verhalten. Wenn Soziale Arbeit darum bemüht ist, die Lebensqualität ihrer Adressat*innen zu verbessern, wie ist es dann um die Lebensqualität im Hinblick auf Sexualität bestellt? Sind die Fachkräfte der Sozialen Arbeit mit dem nötigen Wissen ausgestattet und auf welche normativen Vorstellungen von Sexualität rekurrieren Sie dabei? Wie ist es mit den Fachkräften, die aktive und passive Sexualassistenz anbieten? Ziel dieses Projektes ist dabei die Wissensordnungen der Fachkräfte in der Sozialen Arbeit im Hinblick auf Sexualität zu analysieren und auf Grundlage dieser Forschung einen Beitrag zu leisten, den vielfältigen Bedarfen der Adressat*innen langfristig gerecht zu werden. Das Projekt wird seit 9/2021 durch das Gender- und Frauenforschungszentrum der hessischen Hochschulen (gffz) gefördert. Im Forschungskolloqium am 06.07.2022 sollen erste Ideen für einen Antrag beim HMWK (Forschungsschwerpunkt "Frauen- und Geschlechterforschung") skizziert und diskutiert werden.

Kurzvita:

Sabine Flick ist Professorin für Geschlecht und Sexualität an der Hochschule Fulda. Während und nach ihrer Promotion 2012 und Habilitation 2020 an der Goethe-Universität Frankfurt hat sie an verschiedenen Instituten in Deutschland, Israel, Österreich und in den USA gelehrt und geforscht, u.a. an der University of California, Berkeley, der Tel Aviv University und der Universität Graz. Flick leitet das von der DFG geförderte Projekt »Psychotherapeutische Behandlung arbeitsbezogenen Leidens in Deutschland (PsyWork)«, das Projekt „Shaping Sexualities. Zur professionellen Bearbeitung von Sexualität“ (gefördert durch die Koordinationsstelle für Geschlechterstudien und Gleichstellung der Universität Graz) und das Kleinprrojekt „Sexualität und Intimität als Lebensqualität. Zur Professionalisierung der Sexualassistenz [SeXistenz, gefördert durch das gffz]. Sie ist Mitglied des Instituts für Sozialforschung (IfS) in Frankfurt am Main und bei medico international. Am IfS ist sie eine der Sprecher*innen des Arbeitskreises »Gender, Kinship, Sexuality«. 

Termin:

06.06.2022 von 16 bis 18Uhr

Zentrale WebredaktionID: 10987
letzte Änderung: 20.06.2022