Prof. Dr. Jannis Kreß
Kooperative Professur für Fahrzeugmechatronik und virtuelles Testen
Lehre & Forschung
- Fahrzeugmechatronik
- Virtueller Fahrversuch
- Simulation und Modellierung
- Zweiradantriebe
- Sensorik und Aktorik
- Mechatronische/Eingebettete Systeme
- Automotive Mechatronics (BA - Mechatronik)
- Sensoren und Aktoren (BA - Mechatronik)
- Industrial Sensors and Actuators (BA - EIT)
- J. Kreß, J. Rau, I. Behr, B. Mohn, H. Hebert, and A. Morgado-Estévez, “Exhaust gas improvement of modern scooters by velocity control,” Control Engineering Practice, vol. 153, 2024. DOI: https://doi.org/10.1016/j.conengprac.2024.106111.
- J. Kreß, J. Rau, H. Hebert, F. Perez-Peña, K. Schmidt, and A. Morgado-Estévez, “Lowcost throttle-by-wire-system architecture for two-wheeler vehicles,” SAE International Journal of Engines, vol. 17, 2024. DOI: https://doi.org/10.4271/03-17-05-0035.
- J. Kreß, J. Rau, H. Hebert, F. Perez-Peña, K. Schmidt, and A. Morgado-Estévez, “Fuel saving effect and performance of velocity control for modern combustion-powered scooters,” Control Engineering Practice, vol. 145, 2024. DOI: https://doi.org/10.1016/j.conengprac.2024.105849.
- J. Kreß, A. Morgado-Estévez, F. Perez-Peña, K. Schmidt, and H. Hebert, “Development of single-axis wheel speed sensor hil test bench for vehicle velocity control,” in Proc. 3rd International Congress on Human-Computer Interaction, Optimization and Robotic Applications (HORA), pp. 1–5, 2021. DOI: https://doi.org/10.1109/HORA52670.2021.9461305.
Im Gespräch mit Prof. Dr. Jannis Kreß
Jannis, was genau machst du in deiner Kooperativen Professur?
Ich arbeite zum einen bei IPG Automotive, einem Spin-off vom Karlsruher Institut für Technologie und Weltmarktführer im Bereich Automobilsimulation. Dort bin ich im Produktmanagement tätig und trage die Verantwortung für zwei Produkte. IPG Automotive ist sehr forschungsnah – sowohl die Strukturen als auch die Denkweise passen hervorragend zum universitären Kontext. Denn zum anderen lehre und forsche ich an der Frankfurt University of Applied Sciences.
Wie eng sind die unternehmerischen Inhalte mit denen an der Hochschule verknüpft?
Die Kooperative Professur ist eine Symbiose zwischen Unternehmen und Hochschule. In der Lehre kann ich konkrete Inhalte aus der industriellen Praxis einbringen. Bei IPG Automotive führen wir beispielsweise virtuelle Fahrversuche durch und entwickeln dafür wir Software- und Hardwarelösungen. Diese Werkzeuge kann ich den Studierenden eins zu eins in den Lehrveranstaltungen näherbringen.
Gleichzeitig funktioniert der Wissenstransfer auch in die andere Richtung: Methoden, die ich an der Hochschule vermittle, finden später Anwendung in Wirtschaft und Industrie. Davon profitieren alle Beteiligten.
Warum hast du dich für dieses Karriereformat entschieden?
Der Weg dorthin war sowohl eine himmlische Fügung als auch das Ergebnis eines längeren Entwicklungsprozesses. Vor meiner Tätigkeit bei IPG Automotive habe ich für die Continental AG gearbeitet. Dort wurde mir klar, dass ein rein technischer Programmierjob ohne soziale Interaktion für mich nicht erfüllend ist. Durch mein ehrenamtliches Engagement und meine Promotion habe ich erkannt, wie viel Freude es mir bereitet, Potenziale in Menschen zu entdecken und ihre Entwicklung zu begleiten. Es motiviert mich, wenn Menschen Neues lernen, Perspektiven gewinnen und fundierte fachliche Entscheidungen treffen.
Der Zeitpunkt für meine berufliche Entwicklung war günstig: 2023 suchte die Hochschule im Rahmen des Programms PROFfm qualifizierte Kandidatinnen und Kandidaten für Kooperative Professuren. Die derzeitige Vizepräsidentin hat mich bei meiner Entscheidung für dieses Format unterstützt.
Was unterscheidet die Kooperative Professur von einer herkömmlichen Professur?
Abgesehen vom Lehrumfang gibt es kaum Unterschiede. Ich lehre und forsche mit einem halben Stellenumfang, das entspricht neun Semesterwochenstunden. Die Erwartungen an Lehre, Forschung und Engagement sind jedoch vergleichbar mit denen einer Vollzeitprofessur. Das Format erfordert daher ein hohes Maß an Organisation und Belastbarkeit.
Ein wichtiger Unterschied ist sicher, dass du mitten im praktischen Berufsleben stehst, oder?
Ja, und genau darin liegt ein großer Vorteil. Ich kann garantieren, dass mein Wissen und meine Methodik zeitgemäß sind und den Bedürfnissen der Industrie entsprechen.
Wie sieht dein Alltag mit zwei Arbeitgebern aus?
Mein Alltag bewegt sich zwischen klarer Struktur und hoher Dynamik. Wöchentlich habe ich jeweils zwei feste Tage für Hochschule und Unternehmen. Die Lehre ist zeitlich wenig flexibel, während im Unternehmen regelmäßige Regelrunden stattfinden, an denen ich teilnehmen möchte. Zusätzlich gibt es einen weiteren Tag für konzeptionelle und organisatorische Aufgaben. Man muss auf jeden Fall die Säge schärfen, wie man so schön sagt. Um beiden Rollen gerecht zu werden, sind Priorisierung und ein gutes Gespür für Wesentliches entscheidend.
Und man braucht auch Verständnis vom Arbeitgeber. Wie sieht das bei dir aus?
Ich hatte den Vorteil, dass meine Stelle bei IPG Automotive gezielt für die Kooperative Professur geschaffen wurde. Ich kannte das Unternehmen bereits und wusste, dass man gerne mit mir zusammenarbeiten würde. Daher habe ich dieses Format aktiv vorgeschlagen.
Wie ist das Feedback von den Vollzeitprofessor*innen hier an der Hochschule?
Ich verspüre einen sehr starken Rückhalt aus meinem Fachbereich. Auch das Dekanat steht voll und ganz hinter der Kooperativen Professur. Das gilt auch vor dem Hintergrund, dass das Berufungsverfahren ebenso anspruchsvoll ist wie bei einer Vollprofessur.
Welchen Vorteil haben deine Studierenden von der Kooperativen Professur?
Zum einen profitieren sie auf einer übergeordneten Ebene: Sie erhalten Einblicke in industrielle Strukturen, Anforderungen und Bewerbungsprozesse.
Zum anderen fließen meine praktischen Erfahrungen in der Entwicklung direkt in die Lehre ein – ein zentraler Aspekt insbesondere für angehende Ingenieurinnen und Ingenieure.
Darüber hinaus stelle ich kostenintensive Software zur Verfügung, die Studierende sowohl auf privaten Rechnern als auch im Rahmen von Abschlussarbeiten in Unternehmen nutzen können.
Nicht zuletzt habe ich im Rahmen meiner Kooperativen Professur Labore aufgebaut, in denen Studierende praxisnahes Handwerkszeug erlernen und funktionierende Lösungen entwickeln.
Profitiert auch das Unternehmen von diesem Modell?
Ja. Bei IPG Automotive arbeiten Werkstudierende der Frankfurt UAS, wir vergeben Abschlussarbeiten und haben bereits Absolvent*innen übernommen. Zudem organisieren wir regelmäßig Workshops und Seminarreihen an der Hochschule, in denen sich das Unternehmen präsentiert. Gastvorträge ergänzen diesen Austausch.
Was wünschst du dir für die Zukunft der Kooperativen Professur?
Erstens wünsche ich mir einen etablierten, transparenten Prozess, der die Berufung Kooperativer Professor*innen erleichtert.
Zweitens sollte das Modell weiter ausgebaut werden, da es für die Hochschule zahlreiche Vorteile bietet.
Drittens ist eine verlässliche und kontinuierliche Finanzierung entscheidend, um die Kooperative Professur unabhängig von der aktuellen wirtschaftlichen Lage anbieten zu können.
Vielen Dank für das Gespräch!
Praxispartner
„Die kooperative Professur mit der Frankfurt University of Applied Sciences ist für unser Unternehmen ein zentraler Baustein, um Theorie und industrielle Praxis eng zu verzahnen. Im gemeinsamen virtuellen Fahrversuchslabor mit unserer Software CarMaker qualifizieren wir die Ingenieurinnen und Ingenieure von morgen praxisnah und arbeiten frühzeitig mit Bachelor- und Masterstudierenden an innovativen Fragestellungen. Gastvorträge, Workshops und der kontinuierliche fachliche Austausch stärken zusätzlich den Wissenstransfer und fördern nachhaltige Innovationen auf beiden Seiten.“
Dr. Pascal Piecha, Global Academic Strategy Manager bei IPG Automotive





