Menü

Pflegende Angehörige

Die Pflege eines Angehörigen betrifft viele Menschen irgendwann im Laufe ihres Lebens. Häufig pflegen Kinder ihre Eltern und Schwiegereltern, aber auch der Partner oder die Partnerin, Kinder oder andere Familienmitglieder können pflegebedürftig werden.
Pflegebedürftigkeit tritt in den meisten Fällen unerwartet und plötzlich ein. Neben den körperlichen und seelischen Belastungen treten oft organisatorische Probleme auf, die von den pflegenden nahen Angehörigen gelöst werden müssen.
Als nahe Angehörige gelten:

  • Großeltern, Eltern, Schwiegereltern,
  • Ehegatten, Lebenspartner/-innen, Partner/-innen einer eheähnlichen Gemeinschaft, Geschwister,
  • die Kinder, Adoptiv- oder Pflegekinder des Ehegatten/der Ehegattin oder des Lebenspartners/der Lebenspartnerin, Schwiegerkinder und Enkelkinder

Als besondere Unterstützungsleistung für die Förderung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie werden Fehlzeiten, die sich aus der nachweislichen Wahrnehmung von Verpflichtungen aus der Kindererziehung für Kinder, die das 12. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, oder die sich aus der Betreuung pflegebedürftiger Angehöriger ergeben, mit bis zu einer Stunde je Kind und Pflegebedürftiger/m im Monat auf die Arbeitszeit angerechnet. Der Nachweis ist in geeigneter Form gegenüber der Personalabteilung zu erbringen.

Das Familienbüro berät Sie gerne zu Fragen der Vereinbarkeit von Beruf/ Studium mit Pflegeverantwortung.

Auf den folgenden Seiten haben wir Ihnen Adressen und Links Rund um die Themen Arbeitszeitgestaltung und Pflege zusammengestellt.
Zusätzlich können Sie im Familienbüro eine "Erstinformationsbox" mit Broschüren zum Thema Pflege erhalten.

Weitere Informationen erhalten Sie bei einem Pflegestützpunkt oder der Pflegeberatung Ihrer Pflegekasse, aber auch das Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums für Gesundheit steht Ihnen unter der Telefonnummer +49 30 340 60 66 - 02 zur Verfügung.

Arbeitszeitgestaltung

Mit dem Familienpflegzeitgesetz, das zu Beginn des Jahres 2012 in Kraft getreten ist, haben Berufstätige die Möglichkeit ihre Arbeitszeit zugunsten der Pflege eines nahen Angehörigen zu reduzieren, ohne große finanzielle Einbußen hinnehmen zu müssen.

Ausführliche Informationen über die Familienpflegezeit

Familienpflegezeit_Eine Information für Beschäftigte

 Gesetz über die Familienpflegezeit

Zur längeren Pflege von nahen Angehörigen in häuslicher Umgebung können sich Beschäftigte bis zu sechs Monate ganz oder teilweise von der Arbeit freistellen lassen. Dies ist dem Arbeitgeber spätestens zehn Tage vor Beginn der Pflegezeit anzukündigen. Gleichzeitig ist zu erklären, für welchen Zeitraum und in welchem Umfang eine Freistellung in Anspruch genommen werden soll. Die Pflegebedürftigkeit (mind. Pflegestufe 1) ist durch eine Bescheinigung nachzuweisen. Während der Pflegezeit bekommen die Beschäftigten kein Gehalt, sind aber weiterhin sozialversichert und haben Sonderkündigungsschutz. Die Regelung gilt nur für Betriebe mit mindestens 15 Beschäftigten. Die Pflegezeit entlastet Berufstätige vor allem in Phasen, in denen pflegebedürftige Angehörige in akuten Pflegesituationen (wie nach einem Unfall oder auch in den letzten Wochen oder Monaten des Lebens) in besonderer Weise Unterstützung benötigen.

Gesetz über die Pflegezeit

Werden nahe Angehörige plötzlich pflegebedürftig, muss man schnell reagieren. In diesem Fall haben Beschäftigte das Recht, der Arbeit bis zu zehn Arbeitstage fernzubleiben, um die Versorgung von Pflegebedürftigen sicherzustellen und/oder Hilfe zu organisieren.

Weitere Informationen zur Auszeit im Akutfall

Alternierende Telearbeit versteht sich als ein Element  flexiblerer Arbeitszeitmodelle an der Frankfurt UAS. Sie ermöglicht Beschäftigten neue Spielräume hinsichtlich der Gestaltung ihrer Arbeitszeit und -organisation und trägt somit zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie bei.

Grundsätzlich gilt, dass alternierende Telearbeit immer dann möglich ist, wenn sie mit dienstlichen Interessen vereinbar ist und unten genannte Voraussetzungen gegeben sind. Es besteht kein Rechtsanspruch auf Telearbeit, sondern sie beruht auf freiwilliger Basis. Sie setzt einen Antrag des Beschäftigten voraus.
Geeignet für alternierende Telearbeit sind in der Regel Tätigkeiten, die eigenständig durchzuführen sind und konkrete, messbare Ergebnisse haben. Ein Zugriff vom häuslichen Arbeitsplatz auf die von der Frankfurt UAS betriebenen SAP- und HIS-Systemen ist nicht möglich.

Als Teilnahmevoraussetzung gilt, dass Beschäftigte mit mindestens der Hälfte der wöchentlichen Arbeitszeit beschäftigt sind und mindestens sechs Monate der Landesverwaltung angehören müssen.

Die wöchentliche Arbeitszeit alternierender Telearbeit verteilt sich in der Regel zu je 50 % auf die häusliche Arbeitsstätte und auf die behördliche Arbeitsstätte. Die häusliche Arbeitsstätte muss sich in einem Raum befinden, der für einen dauernden Aufenthalt zugelassen und vorgesehen ist. Außerdem muss er unter Berücksichtigung der allgemeinen Arbeitsplatzanforderungen für die Aufgabenerledigung geeignet sein. Die allgemeinen Arbeitsplatzvoraussetzungen der häuslichen Arbeitsstätte werden durch einen Beauftragten der Frankfurt UAS geprüft.

Mehr hierzu finden Sie unter:

Dienstvereinbarung zur Umsetzung alternierender Telearbeit an der Frankfurt UAS
Staatsanzeiger für das Land Hessen

Informationen rund um das Thema Pflege

Als pflegebedürftig gelten Menschen, die aufgrund einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung die Verrichtung des täglichen Lebens voraussichtlich für mindestens sechs Monate nicht ohne Hilfe durchführen können. Unter Verrichtung des täglichen Lebens sind die Bereiche Körperpflege, Ernährung, Mobilität und die hauswirtschaftliche Versorgung zu verstehen.

Der Antrag auf Pflegeleistungen  muss bei der Pflegekasse gestellt werden.

Pflegebedürftige können auch die Zahlung eines Pflegegeldes  beantragen. In diesem Fall müssen sie in geeigneter Weise selbst die erforderliche Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung sicherstellen. Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn die Pflege durch Familienangehörige oder im Rahmen der Nachbarschaftshilfe erfolgt.

Gesetz über die Pflegezeit

Nach Antragstellung bei der Pflegekasse, beauftragt diese den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) mit der Begutachtung zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit. Der Gutachter des MDK – in der Regel ein Arzt oder Pfleger - ermittelt den Hilfebedarf des Angehörigen für die persönliche Grundpflege (Körperpflege, Ernährung und Mobilität) sowie die hauswirtschaftliche Versorgung. Entsprechend dem Umfang des Hilfebedarfs werden die Pflegebedürftigen einer von drei Pflegestufen zugeordnet.

Informationen zur Pflegebegutachtung

Die Leistungen der Pflegekasse hängen sowohl von der Pflegestufe, als auch davon ab, ob eine Pflege zu Hause (ambulant) oder stationär erfolgt, und können sowohl in Form von Pflegesachleistungen wie auch Pflegegeld erbracht werden. Eine Kombination beider Varianten ist ebenfalls möglich.

Pflegesachleistungen sind häusliche Pflegehilfen der Pflegekassen, welche von ambulanten Pflegeeinrichtungen erbracht werden. Sachleistung bedeutet, dass die Pflegekasse die Leistung nicht in Form einer Geldzahlung erbringt, damit der Versicherte davon selbst die Pflege bezahlt, sondern dass die Pflegekasse eine Pflegeeinrichtung durch einen Versorgungsvertrag damit beauftragt, die Pflegehilfe zu erbringen.
Pflegesachleistungen der Pflegeversicherung sind Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung (§ 36 SGB XI).

Pflegebedürftige können auch/ zusätzlich die Zahlung eines Pflegegeldes beantragen. In diesem Fall müssen sie in geeigneter Weise selbst die erforderliche Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung sicherstellen. Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn die Pflege durch Familienangehörige oder im Rahmen der Nachbarschaftshilfe erfolgt.

Das bedeutet, Pflegegeld und Pflegesachleistungen können miteinander kombiniert werden. Wird die Pflegeperson z. B. von einer/m Angehörigen gepflegt und werden gleichzeitig durch einen ambulanten Dienst bestimmte Pflegsachleistungen erbracht, haben Sie Anspruch auf den Rest des Pflegegeldes, das durch die Pflegesachleistungen nicht aufgebraucht wurde.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie z.B. unter:

https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/gesundheit-pflege/pflege-zu-hause/pflegesachleistung-oder-pflegegeld-welche-leistungsart-passt-zu-ihnen-13425

In der Kurzzeitpflege wird ein pflegebedürftiger Mensch vollstationär für einen begrenzten Zeitraum in einem Pflege- oder Seniorenheim aufgenommen. Der Anspruch kann in Krisensituationen oder zur Übergangszeit im Anschluss an eine stationäre Behandlung geltend gemacht werden und ist auf 4 Wochen (28 Tage) pro Kalenderjahr begrenzt. Der versicherte Pflegebedürftige muss mindestens die Pflegestufe I besitzen.

Die Inanspruchnahme einer Verhinderungspflege erfordert eine sogenannte Vorauspflege. Das heißt, der Pflegebedürftige muss bereits mindestens 6 Monate durch eine Pflegeperson in seiner häuslichen Umgebung gepflegt worden sein.

Diese Frist entfällt bei der Kurzzeitpflege. Sie kann in Anspruch genommen werden, sobald der Pflegebedürftige eine Pflegestufe erhält. Dies kann, innerhalb einer Woche, auch rückwirkend geschehen. Die Verhinderungspflege wird in der Regel ambulant durchgeführt.

Die Inanspruchnahme von Verhinderungspflege wird nicht auf den Anspruch von Kurzzeitpflege angerechnet!

Wenn der kalenderjährliche Anspruch auf Verhinderungspflege zur Abdeckung des Urlaubs der Pflegeperson vollständig in Anspruch genommen wurde, kann die Kurzzeitpflege zum Zuge kommen.

Einen Angehörigen zu pflegen ist sehr anstrengend und die Pflegepersonen sind oft überlastet, erschöpft und selbst gesundheitlich angegriffen oder gefährdet. Die körperliche Belastung durch das Heben und Stützen ist groß, das seelische Gleichgewicht durch die ständige Anspannung und Verantwortung oft auch durch Schlafmangel sehr angegriffen. Pflegende Angehörige müssen auf sich achtgeben!

Die Pflegekassen bieten  Schulungen für Angehörige und ehrenamtliche Pflegepersonen an. Die Pflegekurse sind nach § 45, SGB XI kostenfrei. Hierzu informieren Sie sich am besten bei Ihrer Pflegekasse, die Ihnen eine Adressliste von Anbietern zur Verfügung stellen kann. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass die Pflegekasse die Kosten der Betreuung für die Pflegeperson während des Kursbesuches übernimmt. Wenn der Pflegebedürftige in einer Pflegestufe eingestuft wurde, so gibt es die sogenannte Verhinderungspflege, die direkt mit der Pflegekasse abgerechnet wird.

Pflegekurse werden unter anderen angeboten von:

DAK
AOK

Das Entlassungsmanagement beschreibt die Abläufe in einer Klinik, wenn ein Patient entweder nach Hause, in ein Pflegeheim, in eine Anschlussheilbehandlung, zur Rehabilitation oder an einen ambulanten Dienst entlassen wird. Bestandteile der Entlassungsplanung sind die Erfassung des individuellen Risikos für ein nachstationäres Versorgungsdefizit, die Beratung des Betroffenen sowie seiner Angehörigen, die Kooperation mit den übernehmenden Einrichtungen und Diensten, aber auch die Entwicklung einer durchdachten Einschätzung  und Dokumentation des zu erwartenden Pflege- und Betreuungsaufwandes.

Damit soll ein Bruch in der Pflege und Betreuung mit nicht zu unterschätzenden Folgen für die Betroffenen vermieden werden und eine Kontinuität in der Pflege von einer Einrichtung zur nächsten gewährleistet werden.

 

Demenz ist eine der größten Herausforderungen unserer Gesellschaft. Diese Krankheit wirkt weit in alle Lebensbereiche der Betroffenen, aber auch der Angehörigen hinein. Solange sie nicht heilbar ist, gilt es, mit dieser Situation bestmöglich umzugehen und die Betroffenen zu unterstützen.
Auf folgenden Seiten finden Sie weitere Informationen zum Thema:

Demenz. Das Wichtigste - Ratgeber für Angehörige und Profis

Leben mit Demenzkranken - Praktische Hilfen für den Alltag

Ratgeber Demenz - Bundesministerium für Gesundheit

Weitere Informationen:

Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. Selbsthilfe Demenz

„Heißer Draht für pflegende Angehörige” Caritasverband Frankfurt e.V.
Tel.: +49 69 95524911 (Montag bis Freitag von 9.00 bis 19.00 Uhr)

Online-Beratung zum Thema "Leben im Alter"

Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) e.V.
Thomas-Mann-Str. 2-4
53111 Bonn
Tel.: +49 228 2499930
www.bagso.de

Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz
Mohrenstr. 37
10117 Berlin
Tel.: +49 1888 5800
www.bmjv.de

Der Paritätische Wohlfahrtsverband Landesverband Hessen e.V.
Auf der Körnerwiese 5
60322 Frankfurt
Tel.: +49 69 9552620
www.paritaet-hessen.org

Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V.
Friedrichstr. 236
10969 Berlin
Tel.: +49 30 2593-7950

Alzheimer Telefon
Tel.: 030 259379514
(Montag bis Donnerstag
9.00-18.00 Uhr; Freitag 9.00-15.00 Uhr
Beratung in türkischer Sprache: Mittwoch, 10.00-12.00 Uhr)
Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V.

Hirnliga e.V.
Kuratorium der Hirnliga e.V.

Postfach 1366
51657 Wiehl
Tel.: +49 2262 999 9917
Beratungszeiten: Mo-Fr. 8.30 - 12.30 Uhr
www.hirnliga.de

Ratgeber: „Mit neuem Mut Demenzkranke betreuen – Ein Leitfaden für Angehörige”
Verbraucherzentrale Hessen
Tel.: +49 69 972010900
www.verbraucherzentrale-hessen.de

Seniorentelefon der Stadt Frankfurt
Tel.: +49 69 21237070
Montag bis Freitag 
9.00-17.30 Uhr

DEMenz-Betreuung & eine Selbsthilfegruppe für Angehörige Angebot des Sozialverbands VDK
Tel.: +49 69 435081

BROSCHÜREN:
„Ratgeber, Recht und Finanzen”
„Leitfaden zur Pflegeversicherung”

Die Pflegeversicherung – Bürgertelefon
Tel.: +49 800 1919190

Zentrale WebredaktionID: 7216
letzte Änderung: 23.03.2020