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Finanzielle Leistungen für Studierende

Die Rechtsgrundlagen der in diesem Kapitel genannten Leistungen werden hier nur in groben Umrissen dargestellt. Insbesondere bei Leistungen nach den Sozialgesetzbüchern SGB II und SGB XII, die 2004 durch die Hartz IV-Gesetze eingeführt wurden, bestehen in der Praxis noch sehr große Unsicherheiten: Die Ämter legen die Gesetze häufig anders aus als einschlägige Lehrbücher. Auch Gerichte kommen unter Umständen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Lassen Sie sich frühzeitig persönlich bei den Fachberatungsstellen beraten!

Sollten Sie Leistungen, von denen Sie – z. B. nach Lektüre der hier folgenden Ausführungen – überzeugt sind, dass sie Ihnen zustehen, nicht erhalten, sollten Sie immer darauf bestehen, einen schriftlichen Bescheid zu erhalten, gegen den Sie dann innerhalb eines Monats schriftlich Widerspruch einlegen sollten. Das Widerspruchsverfahren ist für Sie gebührenfrei. In der Schwangerschaft und nach der Geburt eines Kindes ändern sich in der Regel verschiedene Rahmenbedingungen, die für den Bezug von Sozialleistungen von Bedeutung sind. Entsprechend undurchsichtig ist häufig die rechtliche Situation. In diesem Fall ist es nützlich, sich bei unabhängigen Beratungsstellen zu informieren. Im Internet gibt es Seiten mit hilfreichen Informationen – achten Sie darauf, dass der Anbieter der Seite seriös ist und die Seiten laufend aktualisiert werden.

BAföG und Kredite

Für Studierende mit familiären Verpflichtungen gelten bezüglich des BAföG einige Sonderregelungen (Kinderzuschlag, Förderungshöchstdauer, Altersgrenzen etc.). Sie sollten deswegen auf dem BAföG-Antrag unbedingt angeben, dass Sie Kinder oder zu pflegende Angehörige haben.

Eine Erstberatung zu den grundlegenden Regelungen bezüglich familiärer Verpflichtungen erhalten Sie bei uns im Familienbüro. Detailfragen und Hilfe bei der konkreten Antragsstellung erhalten Sie beim Studentenwerk Frankfurt.

Wenn Sie nur deshalb kein BAföG erhalten, weil Sie die Förderungshöchstdauer überschritten haben, das Studienfach gewechselt haben oder einen weiterführenden Studiengang absolvieren, haben Sie nach § 17. Abs. 3 BAföG unter Umständen Anspruch auf ein Bankdarlehen, das über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) abgewickelt wird. Unter der genannten Internet-Adresse können Sie auch den Förderbetrag selbst ermitteln.

Die Anträge sind zu richten an:

Studentenwerk Frankfurt am Main
Amt für Ausbildungsförderung
Postfach 90 04 60
60444 Frankfurt am Main

BAföG-Beratung an der Frankfurt UAS:

Donnerstag
10:00 -15:00 Uhr
Gebäude 5, AStA
bafoeg(at)asta-fra-uas.de

Weitere Informationen:

Telefonische Auskunft: +49 69 7982-3010
Kostenfreie Infohotline: +49 800 2236-341
www.studentenwerkfrankfurt.de
www.bafoeg.bmbf.de

Informationen über und Anträge für Bildungskredite:

Bundesverwaltungsamt
Abteilung IV Bildungskredit
50728 Köln
bildungskredit(at)bva.bund.de
www.bva.bund.de   

Weitere Informationen:

www.kfw.de
www.bildungskredit.de

Bildungskredit Hotline

Montag bis Freitag
08:30 -16:30 Uhr
Tel.: +49 188 83584492

Kredite in Höhe von zurzeit maximal 2.301 Euro gewährt auch die Studentische Darlehnskasse Hessen bei finanziellen Schwierigkeiten vor und während der Abschlussprüfung.

Studentenwerk Frankfurt am Main
Amt für Ausbildungsförderung

Postfach 900460
60444 Frankfurt am Main
Tel.: +49 69 79823010
bafoeg(at)stwf.uni-frankfurt.de

Die Bundesregierung, die großen Parteien und die Kirchen haben Stiftungen, aus deren Vermögen Stipendien für einzelne besonders begabte und engagierte Studierende gezahlt werden. Einzelne Stipendien mit speziellen fachlichen Ausrichtungen oder Anforderungen werden auch von anderen Stiftungen vergeben.

Weitere Informationen:

www.studserv.de
www.studis-online.de
www.boeckler.de
www.sdw.org

www.stipendienlotse.de
 

Arbeitslosengeld II / Sozialhilfe für Studierende

Grundsätzlich gibt es für Personen ab 16 Jahren, die kein ausreichendes Einkommen und Vermögen haben, die Möglichkeit, Arbeitslosengeld II (ALG II) nach dem Sozialgesetzbuch II (§ 7 SGB II) zu beziehen. Zuständig ist die Agentur für Arbeit bzw. das Jobcenter.

Sozialhilfe nach dem Sozialgesetzbuch XII gibt es für Personen, die nur weniger als 3 Stunden täglich erwerbstätig sein können, und für über 65-jährige, sofern sie kein ausreichendes Einkommen und Vermögen haben. Kinder bis 15 Jahren erhalten das sogenannte Sozialgeld (§ 28 SGB II). Ausländische Studierende können Sozialleistungen nach dem SGB II erhalten, wenn sie nicht als Flüchtlinge dem Asylbewerberleistungsgesetz unterliegen und zur Erwerbstätigkeit berechtigt sind.

Studierende, die keinen Anspruch auf ALG II haben, können bei Bedarf Hilfen wegen Schwangerschaft und Geburt als Sozialhilfe (§ 23 SGB XII) oder nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erhalten (§ 4 Abs. 2 AsylbLG).
 

Auskünfte erteilt:

AG Tuwas an der Frankfurt UAS
Gebäude 10, Raum 138
Tel.: +49 69 1533-2829
Donnerstag: 9.00 - 11.00 Uhr (telefonisch)
agtuwas(at)web.de

Während eines Urlaubssemesters ruht Ihr BAföG-Anspruch. Sie können dann Leistungen nach dem SGB II beantragen, wenn Sie weder ein ausreichendes Einkommen haben noch Unterhalt erhalten. Sie gelten allerdings nicht als bedürftig, wenn Sie mit einem Partner/einer Partnerin in einer eheähnlichen Partnerschaft leben und diese Person genug Geld hat, um auch für Sie zu sorgen.

Die Agentur für Arbeit kann von Ihrem Expartner/Ihrer Expartnerin bzw. vom Vater Ihres Kindes Ersatz der ALG II-Leistungen verlangen, soweit diese Ihnen gegenüber unterhaltspflichtig sind. Von den Eltern wird Unterhalt nur verlangt, solange Sie unter 25 Jahre alt und noch in der Erstausbildung sind. Für Schwangere und für Mütter und Väter, die ihr eigenes Kind unter 6 Jahren betreuen, gilt die Besonderheit, dass bei allen Leistungen nach SGB II und SGB XII das Einkommen der Eltern (der Unterhaltsanspruch gegen die Eltern) nicht berücksichtigt wird. Wer ALG II beziehen will, ist in der Regel verpflichtet, jede zumutbare Arbeit anzunehmen.

Für Mütter und Väter, die ein Kind unter 3 Jahren betreuen, besteht keine Verpflichtung, eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen. Ist das Kind älter, kann eine Erwerbstätigkeit verlangt werden, wenn die Betreuung des Kindes z.B. durch einen Kindergarten oder eine Tagesmutter sichergestellt werden kann (§ 10 Abs. 1 Nr. 3 SGB II). Entsprechendes gilt für Personen, die Angehörige pflegen.

Folgende zusätzliche Leistungen können beantragt werden: Schwangere ab der 13. Schwangerschaftswoche haben einen Schwangerschaft bedingten Mehrbedarf von 17 % der Regelleistungen von ALG II. Wenn Sie ein Kind bekommen und deshalb eine Wohnung einrichten müssen, erhalten Sie dafür, wenn Sie dies vorher beantragen, eine Beihilfe (§ 23 Abs. 3 SGB II). Das Gleiche gilt für die Umzugskosten und die Kaution. 

Bis spätestens 12 Wochen nach dem Geburtstermin haben Sie die Möglichkeit einen Antrag auf Erstausstattung für das Kind zu stellen. Geht ein Kind zur Schule, werden auch Kosten für längere Klassenfahrten übernommen (siehe Bildungs- und Teilhabepaket). Für weitere notwendige Ausgaben können Sie (nur) ein Darlehen beantragen (§ 23 Abs. 1 SGB II).

Vergünstigungen für Familien

Der Frankfurt-Pass ist eine Leistung der Stadt Frankfurt für Haushalte mit geringem Einkommen und erstem Wohnsitz in Frankfurt. Er berechtigt zu vielen Vergünstigungen: die Ferienkarte des Jugend- und Sozialamts und die Stadtbücherei können kostenlos genutzt werden; der Eintritt für Schwimmbäder, Zoo und Palmengarten kostet 1 Euro für Erwachsene und 50 Cent für Kinder. Für viele andere städtische Einrichtungen und Angebote kostet der Eintritt die Hälfte. Kurse der Volkshochschule und RMV-Monatskarten sind ebenfalls ermäßigt. Die Einkommensgrenzen betragen 1.125 Euro netto für Zweipersonenhaushalte, für jede weitere Person 256 Euro mehr. Wer Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe oder Arbeitslosengeld I unterhalb der Einkommensgrenze bezieht, hat ebenfalls Anspruch. Der Frankfurt-Pass muss bei dem Sozialrathaus beantragt werden, in dessen Einzugsbereich Sie wohnen.

Weitere Informationen auf den Seiten der Stadt Frankfurt.

PLUS LINK ZU FRANKFURT-PASS-INFO!

 

Der Kulturpass soll es erwerbslosen und einkommensschwachen Menschen in Frankfurt ermöglichen, am reichhaltigen Kulturangebot der Stadt teilzuhaben. Der Kulturpass kostet pro Jahr 1 € für Erwachsene und 50 Cent für Kinder und ermöglicht den Besuch von Angeboten von etwa 200 Kulturinstitutionen zum Preis von 1 €. Der Verein Kultur für ALLE e.V. gibt den Kulturpass aus. Nähere Informationen unter http://www.kulturpass.net/.

Mit der Familienkarte Hessen unterstützt die Hessische Landesregierung Familien in vielen Bereichen des täglichen Lebens. Sie ist eine Karte im Scheckkartenformat, mit der hessische Familien seit dem 11.09.2010 eine Reihe von Vergünstigungen und Unterstützungsleistungen in unterschiedlichen Bereichen erhalten.

Die Familienkarte Hessen umfasst einen kostenlosen Unfallversicherungsschutz, Serviceleistungen für Familien, einen Elternratgeber, sowie zahlreiche und vielfältige Vergünstigungen bei Partnerunternehmen.

Die Leistungen für Bildung und Teilhabe, kurz auch Bildungspaket genannt, sollen Kinder von Eltern, die Arbeitslosengeld II, Sozialgeld, Sozialhilfe, den Kinderzuschlag oder Wohngeld beziehen, unterstützen.

Beantragt werden können:

  • Bezuschussung des gemeinsamen Mittagessens in der Schule, Hort oder Kita

  • Übernahme der Kosten von eintägigen Ausflügen von Kita und Schule sowie mehrtägige Klassen- und Kitafahrten

  • 100 € jährlich für Lernmaterialien in der Schule

  • Übernahme der Beförderungskosten zur Schule

  • Übernahme der Kosten von Lernförderung von Schülerinnen und Schülern

  • Bis zu 10 € monatlich für die Teilnahme an Sport- oder Kulturangeboten wie dem Mitgliedsbeitrag für Sportvereine oder Musikschulen

Die Beantragung und Bewilligung des Bildungspakets regeln die Kreise oder kreisfreien Städte.
In Frankfurt  kann die Unterstützungsleistung von Eltern, die Arbeitslosengeld II, Sozialgeld oder Sozialhilfe empfangen, beim Jobcentern bzw. dem zuständigen Sozialrathaus beantragt werden. Empfänger*innen von Wohngeld oder dem Kinderzuschlag schicken ihren Antrag direkt mit dem aktuellen Nachweis des Wohngelds oder Kinderzuschlags ein. Mehr Informationen, das Antragsformular sowie Adressen für Frankfurt finden Sie hier.

Zentrale WebredaktionID: 7213
letzte Änderung: 25.03.2020