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Praxisfallprojekte

2019

Rhön – Auf den Spuren nachhaltiger Fortbewegung

Im Rahmen unseres dualen Studiums Tourismusmanagement haben wir, das 2. Semester der Frankfurt University of Applied Sciences, unter der Leitung von Prof. Dr. Kerstin Wegener, uns im Modul Transportmanagement in Kooperation mit dem RMV (Rhein-Main-Verkehrsverbund) und der Rhön GmbH (Tourismusverbund der Destination Rhön) mit der nachhaltigen Mobilität in der Reisebranche beschäftigt. „Nachhaltige Mobilität in der Reisebranche“ hört sich zunächst unrealistisch an, wenn man an den CO2-Ausstoß eines Kreuzfahrtschiffes oder im Luftverkehr denkt. Im Hinblick auf den Urlaub in der beliebtesten Reisedestination der Deutschen – Deutschland - ist die Fortbewegung mit umweltfreundlichen Verkehrsmitteln gar nicht so abwegig.

Unser Entwurf der Gästekarte „Rhön-Card“
Unser Entwurf der Gästekarte „Rhön-Card“

Das Projekt unseres Kurses war die Entwicklung eines nachhaltigen Mobilitätskonzepts für die Destination Rhön in Kooperation mit dem RMV. Jährlich besuchen 1,6 Millionen Reisende das Naturschutzgebiet zum Wandern, Radfahren oder Skifahren. Wie so oft stellen sich natürlich große Fragen zur Fortbewegung: Wie komme ich dorthin? Brauche ich ein Auto vor Ort oder gibt es andere Möglichkeiten mich während meines Aufenthaltes fortzubewegen?

Die beste Antwort: Ich brauche kein Auto, sondern kann mich schnell und bequem mit dem ÖPNV fortbewegen. Um diese Antwort zu erzielen, war das Ziel unseres Projektes die Verbesserung des ÖPNVs, der An- und Abreise sowie die Fortbewegung vor Ort -weitestgehend ohne Auto.

Um den IST–Stand in der Destination zu erforschen, begaben sich einige Studierende auf den Weg zur Erkundung der Rhön. Die Fortbewegung erfolgte natürlich nur mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Vor Ort haben wir verschiedene Interviews mit der Touristeninformation, Bahn- und Busfahrern geführt, um die Notwendigkeit des ÖPNV-Ausbaus zu ermitteln. Zu unserer Überraschung wurden wir mit offenen Armen empfangen. Der Bedarf nach einem besser ausgebauten Nahverkehr ist sehr hoch und alle Befragten waren begeistert von unseren Ideen.

Um ein nachhaltiges Mobilitätskonzept zu erstellen, orientierten wir uns zunächst an zwei Benchmark Regionen, dem Schwarzwald und der Seiser Alm in Südtirol. Diese Destinationen haben bereits ein funktionierendes, nachhaltiges Mobilitätskonzept und dienten wunderbar als Vorbild für die Rhön. Das Ergebnis unserer Projektarbeit wer der Entwurf einer „Rhön-Card“. Diese Karte soll Urlaubern eine kostenlose Nutzung des ÖPNV für die Zeit ihres Aufenthalts in der gesamten Rhön ermöglichen. Zudem erhalten die Reisenden Vergünstigungen bei Partnerunternehmen und Kulturangeboten sowie Sehenswürdigkeiten.

Mit dieser Karte sollen Urlauber motiviert werden das geliebte Auto auch mal zu Hause stehen zu lassen und entspannt und nachhaltig in den Urlaub zu starten!

Nachdem unser Projekt erfolgreich abgeschlossen war, erhielten wir eine Einladung der Rhön GmbH, zu einem Workshop. Die Rhön GmbH entwickelt momentan, unabhängig von unserem Projekt, ebenfalls ein nachhaltiges Mobilitätskonzept und möchte dieses in nicht allzu ferner Zukunft auch umsetzen. Wir wurden zu einem Workshop eingeladen, um das Projekt mit unserer Expertise und den gesammelten Erfahrungen zu unterstützen. Für alle Teilnehmer war es eine tolle Erfahrung zu sehen, dass all die Arbeit nicht „nur“ für ein Uni-Projekt war, sondern auch wirklich in der Praxis dazu beigetragen kann, das Konzept der Rhön GmbH einen Schritt nach vorne zu bringen. Und für uns selbst war es natürlich auch eine schöne Wertschätzung der Projektarbeit.

Das Projekt hat uns nicht nur gezeigt, wie vielfältig die Möglichkeiten sind, sich einfach, schnell und nachhaltig fortzubewegen, sondern ermöglichte uns auch das Thema Projektmanagement in der Praxis anzuwenden. Ein zusätzlicher schöner Nebeneffekt: Die Verbesserung der Zusammenarbeit in der Gruppe und die Stärkung der Teamfähigkeit.

Autoren: Menger, Laura; Otto, Celine; Weber, Madeleine

Foto: Laura Menger

2016

Höchst – Vom Industriestandort zum Städtereiseziel

15 Studierende des dualen Studiengangs Tourismusmanagement entwickelten im Wintersemester 2015/16 im Rahmen eines achtwöchigen Praxisfallprojekts erfolgreich Zielgruppen und Handlungsempfehlungen zur Optimierung des touristischen Marketings des Frankfurter Stadtteils Höchst.

Praxisfallprojekte zielen auf eine zielgerichtete Zusammenarbeit der Studierenden im Team ab, in dessen Verlauf sie ihre Handlungskompetenz stärken können. Zusätzlich sollen sie zu den Erfahrungen, die sie während der obligatorischen Praxisphasen ihres dualen Studiums erlangen, auch Einblicke außerhalb ihres eigenen Unternehmens erhalten. Der Fokus liegt neben der fachlichen Aufgabenstellung auf der Anwendung von Methoden aus dem Projektmanagement und dem wissenschaftlichen Arbeiten.

Dazu gehören Datenerhebungen, Dokumentation, Analyse und Optimierung von Geschäftsprozessen sowie schließlich die Präsentation der Ergebnisse im Unternehmen. Die Aufgabe der Studierenden bestand darin, eine Analyse des bestehenden touristischen Angebots des Stadtteils Höchst durchzuführen und Optimierungspotenziale offenzulegen, um daraus konkrete Verbesserungsvorschläge zur Gestaltung und Vermarktung eines attraktiven Angebots zu erarbeiten.

Dazu wurden zwei Gruppen gebildet, die ihre Schwerpunkte auf unterschiedliche Touristengruppen (in- und ausländische Touristen, Tagesausflügler aus dem Rhein-Main-Gebiet) legten. Nach einer intensiven Analyse des aktuellen touristischen Angebots wurde im Rahmen von Experteninterviews mit verschiedenen Organisationen, die am Tourismusmanagement von Höchst beteiligt sind, bisherige Erfahrungen zu Zielgruppen, Nachfrage nach verschiedenen Angeboten, Vermarktungsaktionen und städtebaulichen Gegebenheiten besprochen.

Basierend auf diesen Erkenntnissen konnte eine Befragung von Touristen konzipiert werden, mit deren Hilfe sich Rückschlüsse auf die Bekanntheit des Stadtteils, die Interessen der Touristen und die Beweggründe eines Besuchs von Höchst ziehen ließen. Daraus konnten anhand der gewonnenen Ergebnisse detaillierte Zielgruppen abgeleitet und im Zuge einer SWOT-Analyse konkrete Handlungsempfehlungen gegeben werden. Beide Gruppen entwickelten abschließend je ein Kampagnenkonzept, das mit überschaubarem Aufwand umgesetzt werden könnte. Das Projekt konnte sehr erfolgreich umgesetzt werden, das lag – neben dem großen Engagement der Studierenden - auch daran, dass die Zusammenarbeit zwischen den Praxispartnern, den Studierenden und Lehrenden der Frankfurt UAS sehr gut funktionierte.

Ebenso trug zum Projekterfolg bei, dass die Studierenden während der Projektarbeit Räume im House of Logistics & Mobility (HOLM) nutzen konnten, was eine intensive und sehr effektive Arbeit in den Gruppen und auch einen unkomplizierten Austausch unter den Gruppen ermöglichte. Die Erwartungen, die die Praxispartner an die Ergebnisse des Projekts gestellt haben, wurden so deutlich übertroffenen.

Kooperationspartner

NH ProjektStadt
Tourismus+Congress GmbH Frankfurt am Main
Stadtplanungsamt Frankfurt am Main

Teilnehmerzahl

15 Studierende

Ansprechpartner

Prof. Dr. Kerstin Wegener

Zum Praxisfallprojekt sind in den lokalen Zeitungen verschiedene Berichte erschienen:

Kreisblatt Höchst

Studie zum Tourismus: Höchst mögen nur Höchster
Den Zeitungsartikel können Sie zudem hier als PDF abrufen.
(Quellenangabe zum PDF: Höchster Kreisblatt/Fotos Maik Reuß)

Frankfurter Rundschau

Stärken betonen

Quellenangaben zum Beitrag

Text: André Carstensen, Fotos: Prof. Dr. Kerstin Wegener, Sarah Menzebach

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